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Das BDIA-Blog

22. Januar 2016

2016: Die Vorsätze der Vorsitzenden

xxxRZ_Grafik_AIT_12_2015_VorsitzendeEine Eile hat sich unser bemächtigt, die keine Muße gewährt, sich in Einzelheiten zu vertiefen. Wenn wir im überschnellen Gefährt durch die Straßen unserer Großstädte jagen, können wir nicht mehr die Einzelheiten der Gebäude gewahren. Eben so wenig können vom Schnellzug aus Städtebilder, die wir im schnellen Vorbeifahren streifen, anders wirken als nur durch ihre Silhouette.“
Diese Zeilen schrieb Peter Behrens im Jahrbuch des Deutschen Werkbundes 1914, und haben an ihrer Aktualität nur noch gewonnen. Verlieren wir auch im Jahr 2016 nicht die notwendige Ruhe uns mit angemessener Tiefgründigkeit unserer Arbeit zu widmen.

Alexander Krippstädt, Vorsitzender BDIA Sachsen/Sachsen-Anhalt

Die Zeit ist reif für eine neue Diskussion über die Beziehung von Wert und Qualität, Profit und Lauterkeit sowie von Gemeinwohl und Menschenwürde. Wie kann eine Gesellschaft mit der aktuellen Entwicklung umgehen, in der „das Viel von immer weniger Menschen zu einem Weniger von immer mehr Menschen führt“?

Die Anforderung an uns ist, den Weg für eine Zukunft der InnenArchitektur als wesentlichen Baustein eines umfänglichen kulturellen Konzeptes unserer Gesellschaft weiter zu verfolgen. Das bedeutet bessere Vernetzung untereinander, effizienteres, solidarisches, berufspolitisches Handeln ohne persönliche Ambitionen, noch wirksamere Öffentlichkeitsarbeit, eine engagierte Teilnahme an Wettbewerben, aktive Mitarbeit in relevanten Gremien und vor allem eine umfassende Aus- und Weiterbildung entsprechend unserer Berufsaufgabe. Die im neuen Musterarchitektengesetz benannte 3-jährige Ausbildungszeit als Eintragungsvoraussetzung darf nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Wir kämpfen weiterhin unbeirrt für eine mindestens vierjährige Ausbildungszeit.

Den Wert des Lebensraums als bedeutungsvoller Baustein einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu sichern, ebenso wie die Förderung des Wertes individueller Kreativität und Innovationskraft, bleibt unsere gemeinsame und vornehmste Aufgabe für eine hoffnungsvolle Zukunft.

Rainer Hilf, Vorsitzender BDIA Bayern / BDIA Ehrenpräsident

Als Innenarchitekten sind wir Manager, wir tragen und gestalten die Energie zwischen dem Korpus der Architektur und den inneren Funktionen, den seelischen und körperlichen Bedürfnissen der Menschen. Multikulturelle Umgebungen, wie Begrüßungs- und Begegnungskultur, Kochen, Tanzen, Meditation, Medizin und vieles mehr prägen unsere Werte. Daraus Aufgabenstellungen für das Wohnen, die Gemeinschaft als auch Arbeiten, Sport und Freizeit und den Umgang der Menschen miteinander umzusetzen, ist eine lohnenswerte Aufgabe, die Freude und innere Zufriedenheit hervorbringen. Ein Geschenk, welches wir uns selbst auch im neuen Jahr wieder machen können.

Jens Thasler, Vorsitzender BDIA Thüringen

Mein Anliegen für das neue Innenarchitekturjahr:
1. Durch unsere BDIA Veranstaltungen viele Menschen auf die Kreativität, den Ideenreichtum sowie die Leistungsfähigkeit unseres Berufsstandes hinzuweisen.
2. Durch BDIAusgezeichnet! den Absolventinnen und Absolventen die Begeisterung für unseren Beruf weiterzugeben und unsere baukulturelle Verantwortung aufzuzeigen.
3. Außerdem ein starkes Engagement für Lösungen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle bedürftigen Bevölkerungsgruppen.

Daniela Sachs Rollmann, Vorsitzenden Rheinland-Pfalz/Saarland

Als Landesvorsitzender wünsche ich mir mehr Dialog mit unseren Mitgliedern. Der Vorstand hat immer ein offenes Ohr für Anregungen, Wünsche und Kritik. Nur so können wir es „besser“ machen – wir alle gemeinsam sind der Verband. Und mehr Beteiligung unserer Mitglieder bei den Landesverbandsveranstaltungen wäre ein weiterer Wunsch, um gemeinsam zum Beispiel für die wichtige Umsetzung der von der Architektenkammer Niedersachsen herausgegebenen Leitline zur Bauvorlage zu kämpfen, damit es deutlich weniger Missverständnisse gibt, welche Projekte und Bauaufgaben unsere Berufsgruppe bei den Bauämtern zur Genehmigung einreichen darf.
Vielleicht schaffen wir es, eine gemeinsame Veranstaltung zur niedersächsischen Architekturzeit 2016 im kommenden Juni zu organisieren – Mitstreiter sind herzlich willkommen.

Michael Jülke, Vorsitzender BDIA Bremen / Niedersachsen

Für den BDIA Hessen steht an vorderster Stelle die Novellierung der BDIA Satzung. Auf der nächsten Bundesratssitzung sollten wir eine einstimmige Lösung aller Landesverbandsvorsitzenden zu den wenigen strittigen Punkten vorantreiben, um diese der nächsten Bundesmitgliederversammlung vorzulegen.

Durch Veranstaltungen und Aktionen soll der BDIA als Marke stärker ins Blickfeld von Politik und Öffentlichkeit gerückt werden, zum Beispiel durch „BDIA Hessen goes Luminale“ als regionale Fortführung des erfolgreichen Formates INNENarchitekturOFFEN. Außerdem sollen Synergien mit der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) zum „Tag der Architektur“ genutzt werden.
Nachwuchsförderung liegt uns sehr am Herzen. Dazu gehört die Intensivierung der Beziehungen zu den hessischen Hochschulen, um den Studenten Ziele und Nutzen des BDIA näher zu bringen. Dafür planen wir 2016 die Weiterführung des begeistert aufgenommenen Formates BDIAusgezeichnet!

Wissenserweiterung ist ein essentieller Bestandteil unseres Berufes. Deshalb möchten wir das hessische Seminarangebot weiter ausbauen. Als BDIA sind wir in wichtigen Positionen der AKH vertreten und haben so eine deutliche Stimme bei berufspolitisch relevanten Themen. Die Positionspapiere und Gutachten aus Berlin sind eine begrüßenswerte Hilfe, uns in der Kammer zu positionieren.

Monika Slomski, Vorsitzende BDIA Hessen

Das alte Jahr ist vergangen und das neue Jahr hat seine Startlöcher bereits verlassen, ein fließender Übergang, ein fliegender Wechsel. Weihnachten hatte uns alle entschleunigt und Zeit zum Nachdenken gebracht. Mit den guten Vorsätzen für das Jahr 2016 wird aber vermutlich das gleiche passieren wie mit allen guten Vorsätzen der vergangenen Jahre – sie gehen viel zu schnell im Alltag unter und werden vergessen – mir geht es zumindest so. Für dieses neue Jahr also keine Vorsätze, nur der Wunsch, dass alles ein bisschen leichter laufen möge, dass wir gelassener und überlegter handeln und unsere gemeinsame Verständigung besser würde. Das gilt in der Berufspolitik genauso wie im Beruf oder in der Familie. Damit würden wir viel erreichen. (Das klingt wie das Wort zum Sonntag… aber der steht ja auch bereits wieder vor der Tür!).

Andreas Nikolaus Börn, Vorsitzender BDIA Küste (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein)

2015 war ein Jahr voller Entscheidungen. Nach der Präsidiumswahl im Herbst mit der Wiederwahl der Präsidentin Vera Schmitz folgte im Dezember die Wahl für die XI. Vertreterversammlung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW). Das positive Ergebnis bestätigt das Vertrauen in den BDIA als Kompetenzträger für die Innenarchitekten in NRW.

Es zeigt aber auch, dass wir unsere Arbeit und Erfolge noch klarer aufzeigen müssen, um das Vertrauen in unseren Verband zu stärken. Zum Auftakt für die anstehenden Aufgaben und zur Schärfung der berufspolitischen Ziele treffen sich im Frühjahr die Kollegengruppen zur Klausurtagung. Themen werden die Verstärkung der Außenwahrnehmung unseres Berufes in Politik und Wirtschaft für eine klare Abgrenzung und Darstellung unserer Kompetenzen und Qualifikationen sein. Unsere BDIA NRW-Mitglieder können sich auf ein Jahresprogramm mit überregionale Treffen an spannenden Orten und dem damit verbundenen kollegialen Austausch freuen. Ebenso werden wir in NRW wieder das erfolgreiche Format BDIAusgezeichnet! in Düsseldorf und Detmold durchführen. Für die Weiterbildung ist ein Seminar über „Smarte Materialen“ in Planung. Lassen Sie sich überraschen! In diesem Sinne freue ich mich auf Sie bei einer unserer nächsten Treffen – gerne mit Ihren Anregungen, Impulsen oder Einmischungen.

Gritt Bartels, Vorsitzende BDIA Nordrhein-Westfalen

Frisch gewählt sehe ich meine Hauptaufgaben darin, den Austausch unter den Mitgliedern zu fördern und Kontakte zu vermitteln, die Fortbildung durch interessante Exkursionen und spannende Diskussionen voranzubringen und möglichst viele Kollegen in die Veranstaltungen einzubinden. Mehr als bisher sollte sich Berlin als Hauptstadt der Kreativen mit seinem Umland auch in unseren Verbandsaktivitäten wiederspiegeln!

Mein Credo lautet: nur wenn wir uns untereinander gestärkt fühlen, können wir auch ein positives Berufsbild nach außen tragen. Die Aufgaben in der Innenarchitektur sind so facettenreich wie unsere BDIA-Mitglieder, hier schlummert noch viel Potenzial für den Meinungsaustausch miteinander und die werbewirksame Außendarstellung im Sinne des Berufsverbandes. Daher möchte ich „vorsätzlich“ handeln und alle Kollegen neugierig machen und begeistern und auch neue Mitglieder für uns gewinnen – da kiekste, wa?!

Juliane Moldrzyk, Vorsitzende BDIA Berlin-Brandenburg

Im Vorsatz bereitet man sich im Jetzt vor um in der Zukunft tätig zu werden. In diesem Sinne gibt es eine breite Palette von Aktionen, die weit in die Zukunft reichen werden. Da ist zum einen zu nennen, dass wir unser Büro neu strukturieren und die Art unserer Arbeit neu denken. Wie möchten wir in der Zukunft mit Papier umgehen? Ist es nötig, alle Kataloge von allen Herstellern mehrfach im Büro zu haben? Brauchen wir überhaupt noch gedruckte Kataloge? Wie gehen wir mit der Flut von Informationen um, die jeden Tag auf uns niederprasseln? Erhalten wir unsere geistige Beweglichkeit, indem wir uns auch körperlich bewegen? Neue Rituale entwickeln, um das stundenlange Sitzen zu brechen?

Neben diesen Themen, die unsere tägliche Arbeit im Büro betreffen gibt es natürlich auch
die ehrenamtliche Tätigkeit unseres Landesvorstands. Mit Vorsatz starten wir ins neue Jahr und wollen uns einmischen: Wir wollen das Thema Wohnen und die Gestaltung von bezahlbarem Wohnraum besetzen und dazu Aktionen entwickeln, die unsere Tätigkeit mit dem aktuellen Zeitgeschehen verbinden und darstellen, welchen Beitrag wir in unserer Gesellschaft leisten.
Es gibt es viel zu tun, bleiben wir nicht sitzen, sondern machen einen Satz nach vorn!

René Pier, Vorsitzender BDIA Baden-Württemberg

Dieser Beitrag erschien in der AIT Ausgabe 1/2 2016.

Portraits der Vorsitzenden von links oben nach rechts unten: Alexander Krippstädt, Sachsen/Sachsen-Anhalt; Rainer Hilf, Bayern; Jens Thasler, Thüringen; Daniela Sachs Rollmann, Rheinland-Pfalz/Saarland; Michael Jülke, Bremen/Niedersachsen; Monika Slomski, Hessen; Andreas Nikolaus Börn, Küste; Gritt Bartels, Nordrhein-Westfalen; Juliane Moldrzyk, Berlin/Brandenburg; René Pier, Baden-Württemberg.
Grafik: designunit, Düsseldorf

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