Women in Architecture 2025: Ein Rückblick
WIA25 „Inside her vision – Innenarchitektur von Frauen“
WIA (Women in Architecture Festival) ging 2025 in eine neue, dieses Mal bundesweite Runde und der bdia war natürlich dabei. Als Verband mit einem Frauenanteil von etwa 70% war es uns ein besonderes Anliegen, im Rahmen von WIA25 die vielfältige Arbeit von Innenarchitektinnen ins Rampenlicht zu stellen.
Vom 19. bis zum 29. Juni 2025 drehte sich bei rund 270 Veranstaltungen in ganz Deutschland alles um Frauen in der Architektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie in der Bau- und Ingenieurbaukunst. Ziel des Festivals war es, die Leistungen von Planerinnen sichtbar zu machen, den Diskurs über Gleichstellung zu stärken und neue Netzwerke zu knüpfen. Als bdia haben wir mit zahlreichen Veranstaltungen unseren Beitrag geleistet – lokal verankert, bundesweit vernetzt.
Besonderen Anklang fanden unsere kuratierten Stadtspaziergänge: In vielen Städten luden wir Interessierte dazu ein, gemeinsam mit uns Innenarchitektur hautnah zu erleben. Vor Ort präsentierten wir beispielhafte Projekte, die von Innenarchitekt*innen geplant wurden und rückten dabei insbesondere die Frauen hinter den Entwürfen in den Fokus. Der persönliche Austausch bot neue Perspektiven und Netzwerkpotential.
Darüber hinaus luden unsere Landesverbände zu einem inspirierenden Vortragsabend in den Maj van der Linden Showroom in Berlin-Mitte, zur bdia Handbuchausstellung nach Nürnberg und zu einem filmischen Themenabend ein. bdia Vizepräsidentin Gabriela Hauser war außerdem zu Gast beim inspirierenden Paneltalk zum Thema „Impact of Women in Office Design“ im Sedus-Showroom in Berlin. Anlass war die Gründung des Netzwerks Women in Office Design (WOD) am Standort Deutschland. Bei allen Events wurde deutlich: Die Arbeit von Innenarchitektinnen verdient Aufmerksamkeit und Anerkennung, denn sie prägen Baukultur und Gesellschaft.
WIA25 hat insgesamt als dezentrale Veranstaltung die breite Vernetzung und den Austausch von Institutionen, Verbänden und Initiativen gefördert: 16 Landesarchitektenkammern und die Bundesarchitektenkammer, 32 Vereine, 10 Initiativen, 30 Verbände, 22 Universitäten und mehrere Städte und Kommunen haben als Multiplikator*innen mit ihren Projekten eindrucksvoll die gesellschaftliche Relevanz von Frauen in der Baukultur sichtbar gemacht. Zahlreiche Akteur*innen nutzten die Gelegenheit, sich untereinander sowie mit Politik, Medien und Gesellschaft zu vernetzen. Entstanden sind viele neue Initiativen, die über den Festivalzeitraum Bestand haben werden.
Ein herzliches Dankeschön an alle Besucher*innen, Mitwirkenden und Unterstützer*innen, die WIA25 mit Leben gefüllt haben. Gemeinsam haben wir gezeigt, wie vielfältig, engagiert und zukunftsweisend die Innenarchitektur von Frauen in Deutschland ist.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ausgabe.
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WIA in Wismar
Der Stadtrundgang „Töchter der Hanse“ am 19. Juni in Wismar, organisiert vom bdia Landesverband Küste, war ein großer Erfolg. Den Teilnehmer*innen wurden die spannenden Projekte Hostel Kittchen, Touristeninformation im Welterbehaus und das Pädagogische Forum mit Kita vorgestellt. Bei einem Stadtspaziergang durch das historische Stadtzentrum hat die Gruppe unter fachkundiger Leitung bei sonnigem Wetter die Atmosphäre der Unesco Welterbestadt Wismar und den gemeinsamen Austausch genossen.
WIA in Dresden
Die Dresdner InnenarchitekTOUR des Landesbandes Mitteldeutschland in Kooperation mit dem bdla Sachsen und der Sächsischen Architektenkammer zog am 23. Juni eine Gruppe von rund 25 Teilnehmer*innen an. Der Rundgang, bei dem engagierte Planerinnen ihre Projekte zu den Themen Sanierung und Bauen im Bestand vorstellten, machte die Vielfalt und das Zusammenspiel von Innenarchitektur, Architektur und Landschaftsplanung eindrucksvoll sichtbar. Besonders begeistert hat die Ausstellung WIR SIND VIELE! im ZfBK (Zentrum für Baukultur Sachsen), die mit ihren Präsentationen und den inspirierenden „Role-Models“ ein starkes Zeichen für mehr Sichtbarkeit setzten.
WIA in Mannheim
Am 25. Juni fand in Mannheim ein geführter Spaziergang zu ausgewählten Innenarchitekturprojekten statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von MOFA – Mannheims Ort für Architektur in Kooperation mit dem bdia Landesverband Baden-Württemberg. Die Veranstaltung begann im Turbinenwerk Haus Watt, wo zeitgemäße Arbeitswelten in einem revitalisierten Industriegebäude vorgestellt wurden. Anschließend führte die Route in die Innenstadt zur Bagelbar „Dear Bagel“. Weiter ging es zur neu gestalteten Schuhabteilung des Modehauses Engelhorn. Letzte Station war das Hotel Speicher 7 am Rhein. In der Bar des Hauses fand der Ausklang der Veranstaltung statt. Die Tour bot Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Innenarchitektur in Mannheim und zeigte die Bandbreite gestalterischer Ansätze im städtischen Kontext.
WIA in Berlin
Der bdia Berlin-Brandenburg konnte für sein Dialog-Format „Vielfalt in der Innenarchitektur – Räume für alle!“ am 26. Juni im Showroom von Maj van der Linden 14 Impulsgeberinnen gewinnen, die ihre Perspektiven auf die Innenarchitektur mit den rund 50 Gäst*innen an diesem Abend teilten. Wir hörten von Haltung, Honorierung, Verantwortungsübernahme, Sichtbarkeit und Netzwerk für Frauen in der Wertschöpfungskette Bau. Und wir hörten auch von Schwierigkeiten im täglichen Tun unserer Arbeit. Vom Aufruf für sich selbst und unsere Arbeit präsent und selbstbewusst einzustehen. Vom Wunsch nach Strukturveränderung und einem Umdenken im Sinne einer Umbauwende, von der Stärke von Netzwerken und Role-Models sowie dem Aufbau von neuen Narrativen, die nicht nur ein technisch und männlich besetzt ein überholtes Berufsbild transportieren. Emotion, Kreativität, Wertschätzung für gute Produkte und die Fürsorge für gestaltete Räume, die ihre Nutzer*innen nachhaltig beeinflussen in den Fokus stellen, waren zentrale Forderungen an diesem Abend. Im gemeinsamen Austausch zwischen den Impulsgeberinnen und den Gäst*innen klang der heiße Sommertag zwischen Snacks, kühlen Drinks und jeder Menge gegenseitiger Stärkung mit neuen Kontakten noch lange aus.
WIA in Köln
Aufgrund des großen Zuspruchs zahlreicher Teilnehmer*innen wurde der Stadtrundgang „ArchitekTOUR – Innen und Außen“ in Köln, geplant vom Landesverband Nordrhein-Westfalen, gleich doppelt angeboten. Am 27. Juni fand diese Tour zu ausgewählten Projekten der Planer*innen Angelika van Putten, Monika Lepel und Susanne Brandherm um 14 und um 17 Uhr statt. Gezeigt wurden die Fachbibliothek der GESIS in der ehemaligen Herstatt Bank, Design Offices im Dominium, der Hansasaal des Rathauses und der Gürzenich. Die Führungen wurden von Ira Scheibe durchgeführt.
WIA-Summit in Berlin
Der WIA-Summit „Vielfalt bauen“ markierte mit mehr als 500 Teilnehmer*innen den offiziellen Abschluss von WIA25. Was als Festival begann, hat sich in zehn Tagen zu einer bundesweiten Bewegung entwickelt. Mehr als 200 Akteur*innen haben auf vielfältige Weise sichtbar gemacht, welchen Beitrag Frauen in Architektur, Innenarchitektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie Bauingenieurwesen und Baukultur für eine nachhaltige Transformation der Baubranche leisten. Schwerpunkthemen waren Interdisziplinarität, Diversität, neue Arbeitskulturen und lebenszyklusorientierte Planung.
Eine besondere Strahlkraft ging von den Key Notes des WIA Summits aus. Die Berliner Architekturprofessorin Anupama Kundoo sprach sich für gesellschaftliche Vielfalt und den menschlichen Maßstab von Architektur und Stadt aus: „Empathie ist für mich der wichtigste Motor einer humanistischen Architektur. Die Empathie macht den Unterschied zwischen einem Haus und einem Zuhause“, erklärte die international renommierte Architektin. Friederike Landau-Donnelly stellt diesen Gedanken in einen erweiterten Kontext: „Jedes Haus ist eingebettet in eine sozialräumliche Ökologie, die auch die Menschen, die nicht in diesem Haus wohnen, betrifft“, appelliert die Stadtsoziologin, Kulturgeografin und Raumforscherin an die Verantwortung von Architekt*innen, Eigentümer*innen und Investor*innen. Ihr Vortrag wurde zum leidenschaftlichen Plädoyer für Beteiligungskultur, Transparenz und gendersensible Stadtplanung, wobei sie darauf verweist, dass „Frau“ keine einheitliche Kategorie ist. Den Wert des Festivals sieht sie darin, Fragen zu stellen, Geschichten zu sammeln und ein gemeinsames Bewusstsein zu mobilisieren.
Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer und Schirmfrau des WIA Festivals 2025, würdigte das große Engagement aller WIA Akteur*innen und den bundesweiten Erfolg: „Es hat sich gezeigt, dass das Festival mehr ist als nur eine Veranstaltung für Frauen in der Architektur. Es ist zu einer bundesweiten Bewegung geworden, die gesellschaftliche Themen wie Gleichstellung, Diversität und Lebensqualität in den Alltag trägt. Ich wünsche mir, dass durch den weiblichen Blick auf unsere gebaute Umwelt eine Erweiterung von etablierten Perspektiven stattfindet. Deshalb sollte das WIA Festival fortgeführt werden.“ Und sie verspricht: „Die Bundesarchitektenkammer wird sich auch nach WIA 2025 weiter für diese Themen einsetzen. Denn Chancengleichheit und Diversität machen uns als Gesellschaft stärker. Wenn endlich gleichgestellt und gerecht gearbeitet wird, kann mehr Energie in die drängenden und schwierig zu lösenden Probleme der Baubranche fließen.“
MIRKO GÖTZEN

Mirko Götzen ist als Leader für LIXIL Global Design – Creative Direction, EMENA im Düsseldorfer Studio tätig und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Marke GROHE. Nach seinem Studium des Industriedesigns an der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie an der National University of Singapore begann er seine Designkarriere bei internationalen Marken wie Nokia und Sony. Heute verantwortet er bei LIXIL Global Design die kreative Leitung interdisziplinärer Projekte und ist zudem operativ in die Gestaltung zahlreicher Entwicklungen in der Sanitärbranche eingebunden.
Spotlights
JÖRG THADEUSZ

Jörg Thadeusz moderierte im rbb die Sendungen „Thadeusz“ und „Talk aus Berlin“. Aktuell präsentiert er dort die politische Gesprächssendung „Thadeusz und die Beobachter“. Auf WDR 2 läuft zudem viermal die Woche das Talkradio „Jörg Thadeusz”, wo er mit Prominenten und Vordenker*innen spricht. Er präsentiert eine Vielzahl von Veranstaltungen, darunter den Theodor-Wolff-Journalistenpreis, den Tag der Deutschen Industrie oder den Deutschen Reporterpreis.
Moderation
ANNA TSCHERCH

Prof. Anna Tscherch ist Architektin und Professorin für Entwerfen und Ausbauplanung in der Innenarchitektur an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmolder Schule für Gestaltung. Ihr Lehr- und Forschungsschwerpunkt liegt auf zirkulären Innenarchitekturen, integrativen Entwurfsmethoden und experimenteller Materialanwendung. Nach ihrem Architekturstudium in Berlin und Paris arbeitete sie in verschiedenen Architekturbüros und führte ein eigenes Büro mit Spezialisierung auf innenarchitektonischen Planungen und Umbauprojekten.
Workshop „3D Druck für Werkstoffe: Zukunft und Vision“
Coffee & Visions „Zukunft der Lehre – Realität der Praxis. Dialog zwischen Anspruch und Wirklichkeit“
TANJA REMKE

Prof. Dr. Tanja Remke ist Innenarchitektin und Architektin. Seit 2016 betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann das Büro Remke Partner Architektur. Innenarchitektur. mbB. Dort steht sie für sensibles und ressourcenschonendes Erhalten und Weiterbauen im Bestand und die Einbindung von Partizipationsprozessen in den realen Planungsablauf – sowie eine innovative Gestaltungshaltung, die dies respektiert.
Für das Projekt KGS Leeste wurde sie 2022 mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur ausgezeichnet. 2024 wurde sie in den Gestaltungsbeirat der Stadt Braunschweig berufen. 2021 promoviert sie zum Thema der Büroarchitektur an der Leibniz Universität Hannover und der HS Coburg und ist damit eine der wenigen promovierten Innenarchitektinnen in Deutschland. Seit 2020 ist Tanja Remke Professorin für Innenarchitektur an der IU Internationale Hochschule.
Keynote: Imperfektion als Prinzip
Panel: Gesellschaft & Gestaltung
ABOUTLAMA

Elena Laschewitsch ist Innenarchitektin und Mitgründerin von Aboutlama. Sie studierte an der Hochschule Darmstadt und sammelte früh Berufserfahrung bei Designers House sowie später bei renommierten Büros wie blocher partners, wo sie zuletzt als Teamleiterin und Kreativdirektorin tätig war. Seit 2019 führt sie gemeinsam mit Yordanka Rotta Aboutlama. Sie ist Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg und engagiert sich seit 2020 im Vorstand von Mofa – Mannheims Ort für Architektur e.V., dessen Co-Vorsitz sie seit 2023 innehat.
Yordanka Rotta ist Innenarchitektin (M.A.) und Mitgründerin von Aboutlama in Mannheim. Nach einem Kunstgeschichtsstudium in Heidelberg absolvierte sie ein Innenarchitekturstudium an der Hochschule Darmstadt. Berufliche Stationen führten sie unter anderem zu blocher partners, wo sie später auch als Projektleiterin tätig war. Seit 2019 leitet sie Aboutlama. Sie engagiert sich aktiv in der Architektenkammer Baden-Württemberg, ist seit 2023 stellvertretende Vorsitzende der Kammergruppe Mannheim und seit 2021 Mitglied im bdia.
Spotlights
Bene ist bdia Förderpartner
Seit Jahrzehnten gestaltet Bene inspirierende Arbeitswelten und setzt dabei auf die enge Zusammenarbeit mit Innenarchitekt*innen.
„Als Gestalter inspirierender Arbeitswelten ist Bene davon überzeugt, dass Innenarchitektur eine zentrale Rolle für Lebens- und Arbeitsqualität spielt. Die Partnerschaft mit dem bdia ist für uns besonders wertvoll, weil sie den intensiven Austausch mit engagierten Innenarchitektinnen fördert, neue Impulse für Raumgestaltung liefert und gemeinsame Perspektiven auf zukunftsweisende Bürowelten eröffnet. Gemeinsam setzen wir Räume in den Fokus – für bessere Arbeitswelten von morgen“, erklärt Daniele Tundo, Geschäftsführer Bene Deutschland.
Bene ist internationaler Büroexperte und Spezialist für moderne Arbeitsumgebungen. Das Unternehmen versteht Büro als Lebensraum und entwickelt dafür maßgeschneiderte Konzepte, Produkte und Dienstleistungen. Hauptsitz und Produktion der Bene Gruppe befinden sich in Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich. Hier sind Design, Entwicklung, Fertigung sowie Beratung und Vertrieb unter einem Dach vereint.
Mit hoher Designqualität, Innovationskraft und einem klaren Fokus auf Nutzerbedürfnisse realisiert Bene Büroprojekte für Unternehmen jeder Größe – von Start-ups bis zu global agierenden Konzernen. Die Architektur des von Laurids Ortner entworfenen Headquarters spiegelt die Philosophie des Unternehmens wider: Raumgestaltung als Ausdruck von Unternehmenskultur.
Heute zählt Bene zu den führenden Akteuren im europäischen Büromarkt – mit zahlreichen Projekten weltweit.
Kontakt:
Daniele Tundo
Geschäftsführer Bene Deutschland
Bene GmbH
Adams-Lehmannstraße 56
München 80797
M: +49 1728978514
daniele.tundo(at)bene.com
www.bene.com

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bdia Hochschultag Innenarchitektur 2025 | Erklärung
Am 16. Juni 2025 war der bdia bund deutscher innenarchitektinnen und innenarchitekten anlässlich des bdia Hochschultages Innenarchitektur 2025 zu Gast an der Peter Behrens School of Arts an der Hochschule Düsseldorf. Die jährlich stattfindende Veranstaltung dient als Plattform für den bundesländerübergreifenden Austausch zwischen Professoren*innen und Lehrenden des Studiengangs Innenarchitektur. Das Thema für den diesjährigen Hochschultag war „Künstliche Intelligenz in der Innenarchitektur“.
Die Teilnehmenden der Veranstaltung resümierten in folgender gemeinsamer Erklärung die Diskussionsergebnisse:
» Gemeinsame Erklärung des bdia Hochschultages Innenarchitektur am 16. Juni 2025 (PDF).
Wir bedanken uns bei unseren großartigen Gastgebern der PBSA, den Vortragenden Prof. Jan R. Krause (Hochschule Bochum), Christina Gresser (se·g architekten, Berlin) und Stefan Cadosch (CEO keeValue, Zürich) sowie allen Teilnehmenden für die Impulse.
Der bdia Hochschultag Innenarchitektur wird im kommenden Jahr an der Hochschule Coburg stattfinden.
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KEEP IT REAL – 3daysofdesign 2025
Der bdia bei den 3daysofdesign 2025: Nordisch und authentisch
Mit 25 bdia Mitgliedern haben wir am Freitag, den 20. Juni 2025, einen besonderen Inspirationstag in Kopenhagen verbracht – einem Tag, der ganz im Zeichen von Authentizität, Individualität und der Kraft des echten Ausdrucks stand. Die Teilnehmenden erlebten ein facettenreiches Programm voller neuer Impulse, inspirierender Perspektiven und spannender Begegnungen.
Bereits beim morgendlichen Frühstück bei unserem Förderpartner FROST Denmark wurden erste Kontakte geknüpft. Die Gründer und Geschäftsführer stellten dabei die neuesten Produkte vor. Im weiteren Verlauf des Tages präsentierten renommierte Marken wie Man of Parts, Finn Juhl, Carl Hansen, Montana, Stellar Works oder Warp & Weft ihre aktuellen Kollektionen und vermittelten tiefere Einblicke in ihre Designphilosophien – stets im Einklang mit dem diesjährigen Motto KEEP IT REAL.
FRAMING kehrte während der 3daysofdesign zu seiner sechsten Ausgabe zurück und präsentierte über 40 exklusive Designmarken in einem atemberaubenden Rahmen. Der Odd Fellow Palace, ein majestätisches Rokoko-Gebäude aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, beherbergte die Hauptausstellung auf drei Etagen, einschließlich seiner Flügel und Außenbereiche. Dabei konnten wir nordische Marken wie Lundhs, Varier, Ekornes oder Fjordfiesta kennenlernen. Auch Secto Design, Woodnotes und Nikari beeindruckten mit klarer Formsprache und einem tiefen Verständnis für Materialien und Nachhaltigkeit.
Der Lunch beim bdia Förderpartner WALTER KNOLL bot Raum zum Austausch, Nachdenken – und Auftanken. Den würdigen Abschluss bildete die gemeinsame Ausstellung mit Janau, Freifrau, Schotten & Hansen und weiteren Marken, bei der alle Sinne angesprochen wurden und neue Perspektiven auf Design und Innenarchitektur eröffnet wurden.
Ein besonderer Ausklang wartete am Abend: die Präsentation von bdia Förderpartner LE KLINT, deren poetisch-leuchtende Objekte den Tag stimmungsvoll abrundeten. Dazu wurden Drinks und Snacks gereicht, die nach so vielen zurückgelegten Schritten erfrischten.
Fazit: Ein rundum gelungener Inspirationstag, der nicht nur neue Impulse bot, sondern auch die bdia Community enger zusammenrücken ließ – lebendig und ganz im Sinne von KEEP IT REAL.
Ein großes Dankeschön richten wir an unseren Partner WALTER KNOLL, der uns bei der Planung des Programms großartig unterstützt hat.
Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder! Die nächste Ausgabe findet im Juni 2026 statt.
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SIMON HIRTZ

Simon Hirtz ist Architekt und Designer mit Sitz in Wien. Nach seiner Ausbildung in der Schweiz studierte er Architektur an der Akademie der bildenden Künste und der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie an der ETH Zürich und der SCI-Arc in Los Angeles.
Heute liegt sein Schwerpunkt auf der Verbindung von Gestaltung und Technologie. Mit seinem Studio _UNLOCKED Creatives entwickelt er softwaregestützte Werkzeuge für Architektinnen und Designerinnen, die neue kreative Möglichkeiten im Umgang mit generativer KI eröffnen. Mit seiner Agentur A.I.gency berät und begleitet er Designprozesse, die KI als ko-kreatives Werkzeug integrieren.
Als Lehrbeauftragter an der TU Wien und der New Design University St. Pölten forscht und unterrichtet er zu KI und ko-kreativen Entwurfsstrategien. Für seine Arbeit wurde er 2024 mit dem Content Vienna Award der Stadt Wien ausgezeichnet und unterstützt.
Klöber ist bdia Förderpartner
Seit 1935 fertigt Klöber in Owingen am Bodensee hochwertige Sitzmöbel, die weltweit vertrieben werden. Unter dem Leitbild „the art of sitting” verbinden wir zeitlose, minimalistische Ästhetik mit innovativer Funktionalität. Alle Produkte, Mechaniken und Polstertechniken entwickeln wir selbst; Prototypen entstehen direkt vor Ort. Unsere Lösungen fördern ergonomisches Arbeiten, Kommunikation, Konzentration, Entspannung und soziale Interaktion. Sie sind über Fachhändler in mehr als 25 Ländern erhältlich.
Die Gründerin Margarete Klöber erkannte in den 1930er-Jahren den Bedarf an gesundem Sitzen. Mit 25 Jahren gründete sie die „Gesundheitsstuhl-Fabrik“ und setzte ihre Vision eines ergonomischen Stuhls mit klugem Marketing, solidem Vertriebs-Know-how und dem Polstergleich-Bürostuhl entschlossen um.
„Wir bei Klöber freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten: Durch den direkten Austausch lernen wir eure Wünsche und Anforderungen für Büro-, Hotel- oder öffentliche Einrichtungen noch besser kennen. Der bdia profitiert von unserem technischen Know-how in Produktdesign, Ergonomie, Material und Fertigung, wir gewinnen Einblicke in aktuelle Raumgestaltungstrends und Nutzerbedürfnisse,“ erklärt Dirk Hindenberg, Head of Marketing bei Klöber.
Hergestellt am Bodensee, gemacht für Inneneinrichtungen auf der ganzen Welt. Unser Firmensitz am Bodensee macht uns aus und inspiriert uns jeden Tag aufs Neue. Hier entwickeln wir Sitzmöbel, die Nachhaltigkeit, Innovation, Ästhetik, Qualität und höchste Handwerkskunst vereinen.
Kontakt:
Dirk Hindenberg
Head of Marketing & Communication
Kloeber GmbH
Hauptstrasse 1
88696 Owingen
M: +49 172 230 93 62
T: +49 7551 838-144
dirk.hindenberg@kloeber.com
www.kloeber.com

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Women in Architecture 2025: Inside her vision – Innenarchitektur von Frauen
WIA geht in eine neue Runde und wir sind dabei!
Ein Großteil der Innenarchitektur-Schaffenden sind Frauen. Im Rahmen von WIA25 möchten wir Ihnen diese Frauen und ihr Werk vorstellen.
Was?
WIA (Women in Architecture) 2025 ist das erste bundesweite Festival zur Sichtbarmachung von Frauen in Architektur, Innenarchitektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie Bau- und Ingenieurbaukunst: Vom 19. bis zum 29. Juni 2025 beleuchten zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland die Leistungen von Planerinnen sowie das Thema Diversität in der Baukultur.
Warum?
WIA 2025 setzt sich dafür ein, den Diskurs über Frauen in Architektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie Baukunst zu fördern und die Gleichstellung von Planerinnen sowie die Diversität in der Baukultur zu stärken. Das gelingt gemeinsam: Als dezentrale Netzwerkveranstaltung fördert WIA 2025 die breite Vernetzung und den Austausch von Institutionen, Verbänden und Initiativen.
Wie?
Mit der der Weiterentwicklung des Festivals zu einer bundesweiten Veranstaltung haben sich 2025 über 200 Akteur*innen gefunden, die vom 19. bis zum 29. Juni 2025 auf das Thema aufmerksam machen.
Auch der bdia beteiligt sich an WIA 2025:
Begleiten Sie uns auf einen Spaziergang und lernen Sie hervorragende, von Innenarchitekt*innen geplante Projekte in Ihrer Stadt kennen! Wir laden Interessierte ein, uns auf kuratierte Spaziergänge in unterschiedlichen Städten bundesweit zu begleiten und dabei die Projekte sowie die Planerinnen dahinter näher kennenzulernen. Wir freuen uns, mit Ihnen im Rahmen der bdia Handbuchausstellung in Nürnberg oder bei einem Filmabend zu diskutieren. Wir möchten mit Ihnen zusammen Innenarchitektinnen in den Fokus rücken, wie beispielsweise beim Vortragsabend in Berlin.
Die Stadtführungen finden an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Terminen statt. Informieren Sie sich unten über unser Progamm und melden sich dort für einen Termin an.
Die Führungen werden von den jeweiligen bdia Landesvorständen in Ihrer Region geplant und werden für die Teilnehmenden kostenfrei angeboten.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und sehen uns bei WIA25!
UNSER PROGRAMM 2025

Begleiten Sie uns am ersten WIA Festivaltag auf eine etwas andere Stadtführung durch die Hansestadt Wismar.
19. Juni, 13:00–18:00 Uhr

Verbringen Sie einen ganzen Tag auf der InnenarchitekTour in Dresden.
23. Juni, 10:00–17:00 Uhr

Zusammen mit den BauFrauen e.V. und der BYAK zeigen wir den prämierten Film über Eileen Gray und ihr Traumhaus.
25. Juni, 18:00–22:00 Uhr

Eine Entdeckungsreise in Mannheim zu ausgesuchten INNENarchitektur Projekten von und mit MannheimerINNEN.
25. Juni, 18:00–21:00 Uhr

In kurzen Impulsen hören wir 10 weibliche Perspektiven auf die Innenarchitektur und diskutieren gemeinsam.
26. Juni, 18:00–22:00 Uhr

Entdecken Sie die Projekte von Angelika van Putten, Monika Lepel und Susanne Brandherm in Köln.
27. Juni, 14:00–16:00 Uhr

Entdecken Sie die Projekte von Angelika van Putten, Monika Lepel und Susanne Brandherm in Köln.
27. Juni, 17:00–19:00 Uhr

Gemeinsam mit den Planer*innen laden wir Sie ein, die neu gestalteten Innenräume in Bamberg zu entdecken.
28. Juni, 16:00–20:00 Uhr

Gemeinsam mit den Planer*innen laden wir Sie ein, die neu gestalteten Innenräume in Bamberg zu entdecken.
29. Juni, 16:00–18:00 Uhr

Wir präsentieren 12 Projekte von bdia Innenarchitektinnen im Rahmen einer Ausstellung in Nürnberg.
12.–27. Juni

buerohauser lädt euch zur Live-Podcast-Aufnahme und zum Netzwerken in Berlin ein.
17. Juni, ab 18:30 Uhr

Unser Partner Sedus lädt euch zu einem Abend mit Impulsvorträgen und einem Paneltalk in den Sedus Hub Berlin ein.
25. Juni, 17:30 Uhr
PIA A. DÖLL

Dipl.-Ing. (FH) Pia A. Döll ist Innenarchitektin und Ehrenmitglied bdia, Sachverständige für Honorare von Planungsleistungen der Architekt*innen und Innenarchitekt*innen, Expertin HOAI beim bdia und Delegierte AHO in den Fachkommissionen Planen und Bauen im Bestand sowie Objektplanung Gebäude und Innenräume. Sie arbeitete in einer Facharbeitsgruppe des BMWSB an der Novelle HOAI 202x mit.
Seminar „Und wie ist das nun mit dem Honorar beim Bauen im Bestand?“
Freitag, 07.11.2025
10–14 Uhr
Du planst im Bestand – aber was ist deine Leistung wert?
Innenarchitekt*innen arbeiten täglich an anspruchsvollen Projekten im Bestand – doch bei Honorarverhandlungen herrscht oft Unsicherheit: Welche Leistungen sind abrechenbar? Wie wirkt sich der Umbauzuschlag aus? Und was tun, wenn Auftraggebende mit scheinbar überzeugenden Argumenten den Preis drücken?
➡️ In diesem Seminar bekommst du das nötige Know-how, um dein Honorar selbstbewusst und sachlich fundiert zu vertreten.
Was du mitnimmst:
🔹 HOAI verstehen & anwenden – kompakt erklärt
🔹 Besonderheiten im Bestand – was dir zusteht
🔹 Nachträge & Leistungen – Honorar sauber bestimmen
🔹 Argumente für deine Honorarverhandlung – fachlich sicher, souverän im Gespräch
Seminarinhalte im Überblick:
1. Grundlagen der HOAI
- Überblick HOAI 2021
- Blick auf die HOAI-Novelle 202X
2. Besonderheiten beim Bauen im Bestand
- Anrechenbare Kosten
- Umgang mit der mitzuverarbeitenden Bausubstanz (MzB)
- Honorarzonen richtig einordnen
- Umbauzuschlag: wann, wie, wieviel?
3. Sicher kalkulieren
- Grundleistungen, besondere Leistungen, Zusatzleistungen
- Nachträge sauber begründen
📘 Extra: Jede*r Teilnehmende erhält ein Exemplar der HOAI 2021 vom bdia
Für die Fortbildung sind bei den Architektenkammern 4 Fortbildungspunkte beantragt.
NICOLA HALDER-HASS

Nicola Halder-Hass ist Kunsthistorikerin M.A., Immobilienökonom ebs und Geschäftsführende Gesellschafterin bei Bricks&Beyond: „Ich bin überzeugt, das mit einem Verständnis für das Prinzip Denkmalpflege genehmigungsfähige, ressourcenschonende und wirtschaftlich tragfähige Lösungen entstehen können. Mein Ziel ist es, mehr Denkmalentwicklungen zu ermöglichen. Dafür bringe ich meine 25-jährige Erfahrung und mein Netzwerk aus Verwaltung und Bauwirtschaft in jedes Projekt ein.“
Seminar „Das Prinzip Denkmal: Planen und Bauen im Denkmal“
Freitag, 07.11.2025
10–14 Uhr
Ein Denkmal zu kaufen oder zu revitalisieren ist selten ein Sprint – meist gleicht es eher einem Marathon. Jedes Projekt bringt eigene Herausforderungen mit sich, denn jede Bauaufgabe im Denkmalbereich ist einzigartig. Unterschiedliche Bauschäden, Denkmaltypen und gesetzliche Vorgaben fordern deine volle Aufmerksamkeit. Doch genau darin liegt die Chance: Wenn du die Spielregeln kennst, kannst du die Werte gezielt steigern und dein Ziel effizienter erreichen.
In diesem Seminar erfährst du, wie du bei der Planung denkmalgeschützter Immobilien souverän vorgehst und worauf es wirklich ankommt. Du bekommst Antworten auf Fragen wie:
✅ Wie erkenne ich denkmalprägende Merkmale?
✅ Welche Behörden muss ich wann einbeziehen?
✅ Wie löse ich Anforderungen an Brandschutz und Barrierefreiheit denkmalgerecht?
✅ Wie optimiere ich ein Denkmal energetisch sinnvoll?
✅ Welche Fördermöglichkeiten gibt es – z. B. Denkmal-Afa – und wie nutze ich sie klug?
Nicola Halder-Hass von Bricks&Beyond, erfahrene Denkmalpflegerin und Immobilienökonomin, gibt dir praxisnahe Einblicke und zeigt, wie du ein Denkmal erfolgreich weiterentwickelst – ohne Abrissoption, aber mit viel Potenzial. Anhand konkreter Beispiele lernst du Prinzipien und Strategien kennen, die dir bei deiner Planung helfen und dich durch Chancen und Risiken navigieren. Dieses Seminar ist für dich, wenn du als Innenarchitekt*in Denkmale nicht nur bewahren, sondern zukunftsfähig, wirtschaftlich und nachhaltig gestalten möchtest.
Für die Fortbildung sind bei den Architektenkammern 4 Fortbildungspunkte beantragt.
JULIA SCHNEIDER

Julia Schneider studierte zunächst Kunstgeschichte an der LMU München und später Innenarchitektur an der FH Rosenheim mit dem Abschluss der Diplom Ingenieurin. Nach Stationen bei Schmidhuber und Partner und O.S.A in München sowie 1100 Architect in New York gründete sie 2014 ihr eigenes Büro iam in München.
Ihre Projekte an der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Design wurden vielfach ausgezeichnet und international publiziert – zuletzt mit dem Bayerischen Architekturpreis 2024. Neben ihrer praktischen Tätigkeit lehrte sie an der FH Rosenheim, ist regelmäßig Jurymitglied und engagiert sich für nachhaltiges Bauen (DGNB) sowie ehrenamtlich bei Architekten über Grenzen.
Spotlights
ANDREA GEBHARD

Andrea Gebhard wurde am 28. Mai 2021 zur Präsidentin der Bundesarchitektenkammer gewählt. Die Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin ist seit vielen Jahren berufspolitisch engagiert. 1989 Mitglied der Bayerischen Architektenkammer und seit 1990 Mitglied im Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA). Von 2007 bis 2013 war sie Präsidentin des BDLA. Seit 1999 ist sie Mitglied in der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL). Seit 2012 ist sie Mitglied im Kuratorium für Nationale Stadtentwicklung. 2022 wurde sie als stellvertretende Vorsitzende in den Stiftungsrat der Bundesstiftung Baukultur gewählt. Seit 2009 ist sie Mitinhaberin des Büros mahl gebhard konzepte.
Grußwort
Panel: Politik & Gesellschaft
ECIA Konferenz „Substance – Research in Interior Architecture“ in Oslo
Am 24. und 25. April 2025 fand an der Kristiana Universität in Oslo die zweitägige hybride Konferenz des European Council of Interior Architects (ECIA) statt, die Innenarchitekt*innen, Wissenschaftler*innen und Studierende aus ganz Europa zusammenbrachte, um die vielfältigen Aspekte der Forschung im Bereich Innenarchitektur und Interior Design zu diskutieren. Die Konferenz widmete sich den Inhalten, Rahmenbedingungen und Diskursen der Forschung in der Innenarchitektur. Vor Ort vertreten wurde der bdia vom Präsidenten Carsten Wiewiorra, von bdia Innenarchitektin Sophie Green sowie dem bdia Innenarchitekten und bdia Delegierten für den ECIA René Pier, der für uns die Konferenzinhalte und Erkenntnisse zusammengefasst hat:
In der Englischen Ableitung des Wortes „substance“ findet sich der Begriff „essence“, aber auch in weiteren Wortbedeutungen und Synonymen oder Nennungen wie „framework“. Begriffe aus demselben Ursprung lieferten die Titel der zwei Themenfelder, unter denen sich die Vortragenden versammelt haben. Die dritte Runde bezog sich auf eine Methodik der Forschung und zwar Transdisziplinarität und Diskurs, „discourse“. Soweit erklärt sich die abgestimmte Herleitung des Titels und Konzeptes der Konferenz. Die Auswahl und Themen der Vorträge verstärkten diese Suche nach Antworten auf Fragen, die sich die Forschung in der Innenarchitektur stellt. Im Deutschen spannt die Synonymie von „Substanz“ einen Bogen von konkreter Materialität bis zu abstrakter Wesenhaftigkeit. Diese semantische Vielschichtigkeit macht den Begriff zu einem Schlüsselterminus europäischen Denkens, der ständig zwischen Sein und Schein, Materie und Idee vermittelt.
So kann man auch die ersten Vortragenden im Themenfeld „essence“ als diejenigen bezeichnen, die durch Extraktion zur Essenz unserer Disziplin vordringen.
Vésma Kontere McQuillan eröffnete den Konferenzteilnehmenden einen Einblick in die Welt der Defilees der großen Modehäuser und speziell bei PRADA. Dort verbindet sich die Theorie des ephemeren Raums mit Elementen von Traum und Überwindung des Alltäglichen. Sie zitierte Rem Kohlhaes, den Sie persönlich über den Hintergrund zu seiner Aussage befragen konnte, was einen immersiven Raum ausmacht: »Luna Park is the first manifestation of a curse that is to haunt the architectural profession for the rest of its life, i.e., the formula: Technology + cardboard (or any other flimsy material) = reality.« – Rem Koolhaas, Delirious New York (1978)
Torsten Hild hingegen zeigte auf, das Handwerklichkeit, „craftyness“, zu einem tiefen Verständnis über Materialität führen kann. Das Material Holz zum Beispiel kann nur in der Art wie es vom Studierenden selbst bearbeitet wird, als solches verstanden und somit das innewohnende Lebendige erfasst werden. Der von Ihm betreute Studiengang verfolgt den Weg der Kommunikation mit dem Material als Ausgangsbasis für den Entwurf. Nicht länger steht die Idee steht im Vordergrund, sondern aus den inhärenten Eigenschaften des Materials ergeben sich Lösungsansätze für Fragestellungen in einem iterativen Prozess.
Albert Fuster Marti verfolgt einen ähnlichen Ansatz in der Entwurfstheorie, in der wir als Menschen nicht länger als die Former der Umwelt auftreten können, ohne die Prinzipien der lebendigen und feststofflichen Welt zu respektieren. Eindringlich zeigte er an einem Beispiel zur Gestaltung einer U-Bahn-Haltestelle in Mailand auf, dass ein miteinander mit der Natur nicht in der Setzung eines Randsteins als Einfriedung von Grasbewuchs liegen kann. Der Kontakt von Menschen mit der unmittelbaren Umgebung zeigt sich in deren Umgang mit dieser Umgebung. Das führte zur Frage, was der Standort selbst über seine Verwendung „erzählt“ und wie dieses Narrativ durch eine Gestaltung unterstützt wird. Er bezog sich dabei auf den Begriff: „situative knowledge“ - Donna Haraway 1988
Siv Stangeland als letzte in diesem Panel griff die vorangehenden Methoden auf und vervollständigte deren Erkenntnisse durch ihre ureigene Herangehensweise an Projekte. Durch freie Handzeichnungen, die sie selbst oder in Dialogform als Teil von partizipativen Verfahren anfertigt, wird das Zeichnen ein Ausdruck von tiefer verständnisvoller Kommunikation. Innenarchitekt*innen werden durch solche Techniken zu Medien, die Anforderungen an Gestaltung der Nutzenden in wahrhaftige Räume transformieren.
In allen der präsentierten Beiträge wird klar, dass Innenarchitekt*innen eine eigene Entwurfsmethodik entwickeln und in eigener Weise Räume entwickeln, die nah an den Nutzenden ausgerichtet sind.
Während in Deutschland der Doktor in der Innenarchitektur extrem selten angestrebt und vor allem noch seltener zum Erfolg geführt wurde, gibt es in Belgien einen größeren Zulauf, der sich über die Universität von Antwerpen ausbreitet. Inge Somers war eine der ersten, die sich auf diesen Weg gemacht haben und Ihre Promotion erfolgreich verteidigen konnte und in ihrem Vortrag die Methodik erklärte. So entsteht an diesem Ort eine Keimzelle für die Forschung über das Wesen der Innenarchitektur und der gesellschaftlichen Stellung der Disziplin. Ein erhebender Moment entstand durch die Tatsache, dass die große Theoretikerin Ellen Klingenberg, auf die sich viele Vortragende beziehen, persönlich an der Konferenz teilnahm.
Als zweite Rednerin in diesem Teil der Konferenz erläuterte Carola Ebert wie sich Forschung in der Innenarchitektur bestimmen und definieren lässt. Verschiedene Herleitungen und Annäherungen an das Thema wurden miteinander verwoben, so dass ein konkreter „Stoff“ entstand, der durch die individuelle Ausformung und vielfältiger Handlungsfelder Lust auf Forschung machen soll.
Chiara Lecce zeigte wiederum auf welche lange Geschichte der Forschung und der Promotionen an unterschiedlichen Instituten der Politecnico di Milano zurückgeblickt werden kann, um Impulse für Promotionen in anderen europäischen Ländern zu entwickeln.
Als letzte Rednerin dieser Reihe konnte Suzie Attiwill mit Ihrem Programm an der RIMT in Melbourne Türen öffnen für alle, die auf eine langjährige Erfahrung in der Innenarchitektur zurückblicken können und dieses Praxiswissen in Form einer Dissertation der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollen. Auf diese Weise entwickelt sich das Wissen aus der Praxis weiter und wird gemeinsam mit den Errungenschaften aus der Grundlagen- Forschung und Theorie zur breiten Basis für die Disziplin der Innenarchitektur.
Im dritten Teil, in dem es vor allem darum ging, dass Innenarchitektur per se eine Disziplin des „Dazwischen“ ist, zeigte Michael Heinrich die Rahmenbedingungen auf, in denen Menschen in der Lage sind Ästhetik zu objektivieren und so anwendbar zu machen. Mit Ausflügen in Felder der Salutogenese und der Beeinflussung durch Räumen auf die menschliche Seele wurde ein Bogen gespannt, der aufzeigte, wie die empirischen Methoden der Forschung auf Innenarchitektur übertragen werden können und wie relevant der Austausch der Innenarchitektur mit anderen Forschungsgebieten ist.
Den Abschluss der Vortragsreihe und emotionaler Höhepunkt des Tages gestaltete Tüüne Kristin Vaikkla mit ihrem Plädoyer für eine soziale Innenarchitektur. Die Umwidmung und das Weiterbauen von bestehenden Bauten sind immer begleitet von sozialen Bindungen an die jeweiligen Orte. Dieser „social activism“, diese soziale Handlungsweise ist für die Innenarchitektur ein dialogischer Partner im Entwurfs und Gestaltungsprozess. Eindrücklich zeigte sie an dem Beispiel einer aufgelassenen Kirche in Estland, wie vielfältig die Suche nach einer Nutzung der vorhandenen Substanz sein kann, wenn dies in Teilhabe und Kreativität betrieben wird. Räume können auch allein durch prägnante Töne belebt werden und so die spätere Nutzung antizipieren. Wir Menschen haben diese sensorisch getriggerte Vorstellungskraft, die mental eine Planung vorwegnehmen kann und die spätere Akzeptanz der baulichen Umsetzung erhöht.
Die Keynote des Konferenztages hielt Graeme Brooker und bekannte sich zu der Aussage: „I am a Re-User“. Der Begriff „substance“ wurde von Ihm von drei Seiten beleuchtet. „depth“, „material“ und „technique“. Provokant war sein Exkurs über Abfall, den er mit dem Bild des FATBERG begonnen hat, einem tonnenschweren Klumpen, der in der Londoner Kanalisation gefunden wurde und von dem kleiner Teil anschließend, perfekt konserviert seinen Platz im Stadtmuseum gefunden hat. Sein Credo lautet, dass es keinen Abfall geben darf, sondern alles was uns umgibt ist Wertstoff, aus dem sich zukünftige Nutzungen abzuleiten haben. Zur Bestätigung dieses Manifestes, zeigte er Fotos zur Technik des „mud larking“ eine lizenzierte Arbeit, die seit Jahrhunderten in London gemacht wird. Sein Bruder hat diese Lizenz und sammelt Wertgegenstände aus dem Themseufer, die zum Teil noch aus römischer Zeit stammen. Zusammenfassend zeigte er Studienarbeiten aus seiner Lehre, in denen alltäglicher „Wegwurf“ zu erstaunlichen neuen Produkten und Gestaltungen verwendet wurde.
Mit diesen Gedanken schloss der erste Tag der Konferenz und zeigte die Reichhaltigkeit, die unsere Disziplin hervorbringen kann und welche Forschungsfelder noch darauf warten von uns bestellt zu werden.
Der zweite Konferenztag stand ganz im Fokus der Ergebnisse des mehrjährigen Prozesses der sechs Projekte, die durch Mitglieder des ECIA ausgearbeitet und durch das EU Programm Creative Europe gefördert wurden. Die Fördermaßnahme trägt den Titel: „Building on Connections for a Stronger Profession“ BSCP, welches gezielt die Professionalisierung und Vernetzung innerhalb der Architektur- und Designberufe unterstützt. Um die Disziplin Innenarchitektur und deren Stellung in den 18 Mitgliedstaaten zu erfassen, wurde eine Studie bei der Universität Antwerpen in Auftrag gegeben. In sogenannten „spider models“ können nun die ausgearbeiteten Parameter der Regulierung des Berufsstandes, in Bezug auf Ausbildungstand, juristische Anerkennung der Berufsbezeichnung und professioneller Organisationsformen vergleichend visualisiert werden. Um die 173 Seiten starke Studie, die an diesem Tag von Els de Vos veröffentlicht wurde im Detail wiederzugeben benötigt es einen eigenen Bericht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es einige wenige Länder mit einer starken Regulierung gibt, darunter Deutschland und die Niederlande und viele andere Länder mit unterschiedlichen Bewertungen der drei Parameter. Das zeigt sich auch an der Kontroverse in Großbritannien, dort ist der Titel „architect“ so stark geschützt, dass es keine Zusätze zu diesem Titel geben darf. Daher wird in diesem Land die Bezeichnung „Interior Design“ für Innenarchitektur verwendet. Um also einer Berufsanerkennung durch die EU Kommission näher zu kommen sind daher einheitlichen Regeln für die Ausbildung notwendig und eine Übereinkunft, wie und mit welcher Bezeichnung der Titel geschützt werden kann. Der sollte dann übereinstimmend „Interior Architect“, wie im Deutschen Innenarchitektin und Innenarchitekt heißen.
Ein weiteres Projekt, welches auf dieser Konferenz das erste Mal an den Start ging ist das ATLAS ARCHIVE, eine mächtige Plattform, die das Wissen um Innenarchitektur teilen und für alle verfügbar machen soll, vorgestellt von Miriam Dreyer und Graeme Brooker . https://ecia-atlas.net Über zwei unterschiedliche „recherche buttons“, kann man entweder durch alle Beiträge navigieren oder sich treiben lassen. Das ATLAS ARCHIVE ist ein open source verfügbares Programm mit multiplen Zugängen, auf die Inhalte hochgeladen werden können. Die Verwertungsrechte liegen und verbleiben dort, wo diese verwaltet sind, sie werden nur über das ATLAS ARCHIVE verknüpft. Neben dieser Plattform bildet die ATLAS Serie „exchganging knowledge“ einen vielseitigen Einblick in die Tätigkeit von Innenarchitektinnen und Innenarchitekten, welche über Interviews und Impulsvorträge gewährt werden und natürlich auch im ATLAS ARCHIVE verfügbar sind.
Marianne Daepp konnte ihre Ergebnisse des groß angelegten Rekrutierungsprogramms „growing the network“ aufzeigen, in dem neue Mitgliedstaaten in den ECIA integriert werden konnten. Insbesondere Polen hat sich durch eine hoch professionelle Präsentation als Mitglied qualifiziert. In anderen Staaten hilft der ECIA Strukturen aufzubauen und den Berufsstand dadurch in das Bewusstsein zu holen und Mitstreitende zu unterstützen.
Anknüpfend an die Studie über die Regulierung des Berufsstandes wurde die Charta zur Innenarchitektur Ausbildung durch René Pier als Mitglied der Arbeitsgruppe vorgestellt. Die Charta kann Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen eine Hilfe sein, Programme und Curricula aufzusetzen, die im Kontext der allgemeinen Anerkennung des Berufes stehen. Die Charta ist ganz bewusst aus der Perspektive der Praxis geschrieben worden und zeigt auf wie vielfältig der Beruf ausgeübt werden kann und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten dazu nötig sind.
Den Abschluss der Konferenz bildete die Rede des ECIA Präsidenten Martin Thörnbloom, der auf das erreichte zurückblickte und daraus ableiten konnte, dass dies nur der Anfang sein konnte. Nun geht es darum Anschlussfinanzierungen zu akquirieren, um die Projekte am Leben zu halten. Auch der ECIA hat sich durch die EU Förderung professionalisiert, so dass der Bedarf nach mindestens zwei Vollzeitstellen besteht.
Bevor dann der Tag mit einer ECIA Award Party mit der Verleihung des Europäischen Innenarchitekturpreises endete, wurden die Teilnehmenden zu drei realisierten Projekten norwegischer Innenarchitekturbüros geführt. Diese Besichtigungstour wurde vom norwegischen Innenarchitekturverband NIL organisiert und betreut, der an demselben Abend auch sein 80 jähriges Bestehen feiern konnten. Die drei Projekte zeigten auf, wie weit die Wiederverwendung von Mobiliar und Ausbauelementen gehen kann, ohne museal oder rückwärtsgewandt zu wirken. Im Gegenteil machte gerade die Mischung aus bestehender Architektur und tektonischer Struktur, den „geschürften“ Materialien und den Neukompositionen den besonderen Reiz aus. In den anschließenden Diskussionen wurden aber dieselben Widerstände aufgezeigt, die wir in Deutschland aus unserer Beschäftigung mit der Widerverwendung kennen. Wie werden Bauteile, die im eingebauten Zustand zertifiziert sind nach dem Ausbau bewertet, wo werden Materialien nach dem Ausbau gelagert und wie werden Materialien sortenrein getrennt und wieder demontierbar eingebaut?
Diskussionen und Gespräche, die nie enden wollten, bestimmten die beiden Tagen und machen Lust auf mehr Austausch in Europa, um die Vielfalt und Großartigkeit unseres Berufsstandes Innenarchitektur zu feiern.
Die Konferenz soll zukünftig in einem Zweijahresrhythmus veranstaltet werden.
„Themen setzen, Strukturen stärken“ – Halbzeitbilanz mit dem Präsidenten des bdia
Fast zwei Jahre ist es her, dass Professor Carsten Wiewiorra das Amt des Präsidenten beim bdia übernommen hat. Zeit für eine Zwischenbilanz. Im Interview spricht er über Erfolge, Herausforderungen und Ziele für die zweite Hälfte der Amtszeit.
Hallo Carsten, du bist seit 2023 Präsident des Verbandes. Man könnte sagen, bald ist „Halbzeit“ – wie fällt dein bisheriges Fazit aus?
Die ersten zwei Jahre waren sehr intensiv. Zusammen mit meinem Team im bdia Präsidium – Gabriela Hauser, Natascha Ninic und Johann Haidn – haben wir wichtige Themen vorangetrieben, sowohl intern im Verband als auch in der öffentlichen Wahrnehmung der Innenarchitektur. Und die sind eng verknüpft mit sozio-kulturellen und politischen Entwicklungen – die Umbauwende, Circular Design und Nutzer*innenzentrierung, aber auch die zunehmende Beeinflussung unserer Arbeit durch Künstliche Intelligenz. Vor und hinter allem steht, dass die Innenarchitektur als Akteur und Schrittmacher bei gesellschaftsrelevanten Fragen wahrgenommen wird: Sie ist der Katalysator!
Welche internen Entwicklungen im Verband waren dem Präsidium besonders wichtig?
Der bdia lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Daher war mir die bessere Vernetzung der Landesverbände und der Austausch über digitale Plattformen ein wichtiges Anliegen. Mit der Gewinnung von Mandy Heinrichson als Geschäftsführerin konnten wir es gemeinsam angehen, Strukturen zu stärken und Strategien für die Zukunft zu entwickeln: Digitalisierung, Entbürokratisierung aber auch die Entwicklung neuer Formate, um neue und alte Mitglieder zu binden und zu begeistern. Mit großem Innovationsgeist trägt sie zusammen mit dem neu aufgestellten Team in der Bundesgeschäftsstelle dazu bei, dass wir uns fortlaufend professionalisieren und modernisieren.
Innenarchitektur entwickelt sich aktuell im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel. Wie positioniert sich der bdia hierzu?
Es geht darum, wie sich die Innenarchitektur mit diesen Themen auseinandersetzt und als Protagonist wahrgenommen wird, was sie für den Wandel leistet und leisten kann.
Innenarchitektur hat eine Schlüsselrolle bei der Transformation gebauter Räume. Als der einzige Verband für Innenarchitekt*innen in Deutschland sind wir das Sprachrohr für fast 2.000 Mitglieder. Dieser Rolle wollen wir gerecht werden, indem wir auch inklusiver agieren. Unser erster Innenarchitektur-Summit ist beispielsweise nicht nur unseren Mitgliedern vorbehalten, sondern allen, die sich für Innenarchitektur interessieren. Damit können wir nur hinzugewinnen, z.B. dass wir als Berufsgruppe sichtbarer werden. Wir wollen die Öffentlichkeit und Entscheider*innen für gute Innenarchitektur begeistern und dafür sensibilisieren, dass Innenarchitektur kein Add-on ist, sondern die Grundlage für gesunde und nachhaltige (Lebens)Räume.
Du sprichst den Innenarchitektur-Summit an. Welche Idee steckt dahinter?
Hinter der Idee des Summits steckt zum einen der Wunsch danach, die Innenarchitektur als Treiber aktueller gesellschaftlicher und fachspezifischer Diskurse nach außen darzustellen und zum anderen das verbandsimmanente Motiv des „Verbindens“ greifbar zu machen. Wir tragen unsere Themen auf so vielen Kanälen nach außen. Daher war einer meiner ersten Veränderungsanstöße, komplexe Themen, aber auch die Kanäle, besser zu bündeln. In diesem Jahr beschäftigt uns die Umbauwende, nicht nur im bdia Handbuch Innenarchitektur, sondern auch auf den Bühnen des Summits. Zusammen mit dem eigens dafür gegründeten Programmkomitee, besetzt mit Expert*innen aus der Innenarchitektur, Lehre und Wirtschaft, kuratierten wir ein einzigartiges Programm, welches das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Wir möchten, dass unsere Gäste mit mehr Wissen gehen als sie gekommen sind. Deshalb haben wir uns neben Vorträgen für weitere Formate, wie Workshops, Seminare und Stadtspaziergänge entschieden.
Was war bisher die größte Herausforderung in deiner Amtszeit?
Zum einen ist das der Balanceakt zwischen tagesaktuellen Anforderungen, auf die ich ad hoc reagieren muss, und der langfristigen Strategiearbeit. Das erfordert ein hohes Maß an Abstimmung, Engagement, aber auch Geduld. Die Themen sind komplex und wir können sie nur bearbeiten, weil wir uns als Präsidiumsteam neu konfiguriert haben – jede und jeder fokussiert sich auf Themenblöcke und bringt die Ergebnisse regelmäßig ins Plenum ein. Der bdia ist ein ehrenamtlich getragener Verband, was auch für das Präsidium sowie die Landesvorstände gilt. Es geht darum, Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen, damit sie leistbar sind. Der nächste Punkt ist: Präsenz zeigen. Als Präsident habe ich mir vorgenommen, da aktiv zu werden, wo Innenarchitektur als wichtiger Baustein wahrgenommen werden muss. Ich habe in den vergangenen Jahren gemerkt, wie bedeutsam das ist: nicht nur im Schulterschluss mit Kammern und Verbänden zu arbeiten, sondern auch den Draht zum einzelnen Mitglied nicht zu verlieren.
Was wünscht du dir für die zweite Hälfte deiner Amtszeit?
Ich wünsche mir, dass wir noch stärker als Gestalter*innen unserer zukünftigen Lebensräume wahrgenommen werden. Themen wie Gesundheit und Wohlbefinden, psychologische Raumwirkung, inklusives Design und nachhaltige Materialwahl sollten in allen Bauvorhaben selbstverständlich mitgedacht werden. Die Sensibilität und das Know-how dafür sind bereits im Innenarchitektur-Studium verankert. Der bdia hat hier mit seinen Mitgliedern die Expertise – wir müssen sie noch mutiger einbringen.
Und was möchtest du den Mitgliedern mitgeben?
Innenarchitektur verändert Lebensräume – im Kleinen wie im Großen – zu Hause, beim Arbeiten oder in der Freizeit – einfach überall. Ich ermutige alle Mitglieder, diese Verantwortung bewusst zu leben. Der bdia ist keine Funktionseinheit, sondern ein lebendiges Netzwerk. Unser gemeinsames Ziel bleibt: die Innenarchitektur als essenziellen Bestandteil der Baukultur zu verankern.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Juliane Fender im Mai 2025 für die AIT.
Foto: Das bdia Präsidium und die Geschäftsführung: v.l.n.r. Mandy Heinrichson (Bundesgeschäftsführerin), Gabriela Hauser (Vizepräsidentin), Carsten Wiewiorra (Präsident), Natascha Ninic (Vizepräsidentin), Johann Haidn (Vizepräsident und Schatzmeister)
Fotograf: Daniel Sonnentag
BDA-Architekturpreis ausgelobt – auch für Innenarchitekt*innen
Die zehn BDA-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben 2026 erstmals gemeinsam den Architekturpreis max40 für junge Architektinnen und Architekten.
Die Auszeichnung des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) versteht sich als Förderpreis und soll in der Öffentlichkeit auf die Architekturqualität junger Büros aufmerksam machen, diese zur Diskussion stellen und aufzeigen, welche Potenziale ungenutzt bleiben, wenn junge Architektinnen und Architekten nicht unterstützt werden.
Der Architekturpreis wird an realisierte Bauwerke vergeben und ist als Ehrenpreis nicht dotiert. Eine unabhängige Jury wählt aus allen eingereichten Arbeiten die Preisträgerprojekte aus; zusätzlich können Anerkennungen ausgesprochen werden. Die von der Jury gewürdigten Arbeiten werden im Februar 2026 in einer Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main öffentlich präsentiert und danach in den beteiligten BDA-Landesverbänden als Wanderausstellung gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Jurymitglieder sind:
- Donatella Fioretti, Bruno Fioretti Marquez, Berlin und Akademie Düsseldorf (angefragt)
- Friederike Kluge, Alma Maki, Basel und Hochschule Konstanz
- Peter Cachola Schmal, Deutsches Architekturmuseum DAM, Frankfurt am Main
- Oliver Thill, ATELIER KEMPE THILL, Rotterdam und Leibniz Universität Hannover
- Kristina Ziadeh, studio*k ARCHITECTURE, Berlin
Teilnahmeberechtigt sind in der Kammer eingetragene Architektinnen und Architekten / AiP / Juniormitglieder ALLER FACHRICHTUNGEN, die am 1. Januar 2026 das 41. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und ihrer Tätigkeit in einem der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen nachgehen.
Die Einreichung erfolgt online bis zum 15. August 2025 unter www.bda-max40.de
bdia Handbuch Innenarchitektur "UmBauwende" erschienen
UMBAUWENDE HEISST ZUKUNFT GESTALTEN!
Das neue bdia Handbuch „UmBauwende“ ist da! Wir freuen uns, euch die neue Ausgabe vorstellen zu dürfen, die sich ganz der Transformation des Bestandes und dem Bauen von Morgen widmet. Denn: Die Herausforderungen der Gegenwart erfordern, dass jetzt nachhaltige und kreative Lösungen gefunden werden, um die Lebensräume der Zukunft zu gestalten und die „Bauwende“ zur „UmBauwende“ zu machen. Und Innenarchitekt*innen sind unverzichtbarer Teil dieser Umbauwende.
Das bdia Handbuch Innenarchitektur bietet erneut einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der Innenarchitektinnen und Innenarchitekten in Deutschland. Die 25 von einer Fachjury ausgewählten Projekte werden anschaulich in Bild und Text präsentiert und zeigen das breite Spektrum unserer Profession. Ergänzt wird die Ausgabe durch vier fundierte Fachbeiträge von bdia Mitgliedern sowie einem zusätzlichen Beitrag von bdia Präsident Carsten Wiewiorra, die sich alle dem Thema der Ausgabe widmen.
Was ist neu? Viele von euch werden feststellen: Das Handbuch hat sich weiterentwickelt. Künftig steht jede Ausgabe unter einem übergeordneten Thema – in diesem Jahr ist es „UmBauwende“. Dieses Thema zieht sich nicht nur durch die vorgestellten Projekte und Fachbeiträge, sondern bildet auch die inhaltliche Klammer für unseren Innenarchitektur-Summit, der Ende des Jahres stattfinden wird. Die Kapitelstruktur wurde entsprechend angepasst.
Erstmals beinhaltet das Handbuch auf vielfachen Wunsch auch eine Longlist mit weiteren eingereichten Projekten unserer Mitglieder – ein zusätzlicher Blick auf die Projektvielfalt in der Innenarchitektur.
Wie gewohnt findet ihr im Anhang die Kontaktdaten der Ansprechpartner*innen in den Landesverbänden, der Bundesgeschäftsstelle sowie unserer Expert*innen, Sachverständigen und Förderpartner. Neu ist: Um das großartige Engagement unserer ehrenamtlich tätigen Landesvorstände stärker sichtbar zu machen, werden diese nun mit Profilfotos im Handbuch vorgestellt.
Das Mitgliederverzeichnis wurde überarbeitet: Statt vollständiger Kontaktdaten sind künftig Name, Ort und Zugehörigkeit zum Landesverband aufgeführt. Diese Maßnahme unterstützt unsere datenschutzrechtlichen Maßnahmen – gleichzeitig können wir dadurch noch mehr Mitglieder sichtbar machen.
Mit der Veröffentlichung des bdia Handbuchs Innenarchitektur „UmBauwende“ markieren wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu unserem ersten Innenarchitektur-Summit in Berlin. Wir freuen uns darauf, euch im November in Berlin begrüßen zu dürfen. Die Anmeldung für dieses inspirierende Event im Herzen der Hauptstadt ist in Kürze möglich.



















































































