bdia anerkannt! Master für Ann-Christine Hüneke: „Jagdschloss Mönchbruch – Ein Gebäude für Körper Geist und Seele“

Masterarbeit SS 2017 an der HS Darmstadt
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Sybille Maisch

Masterarbeit SS 2017 an der HS Darmstadt
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Sybille Maisch

Jagdschloss Mönchbruch – Ein Gebäude für Körper Geist und Seele

Aufgabestellung
Es galt die Herausforderung zu lösen, den ehemaligen Ökonomietrakt des Jagdschlosses Mönchbruch in ein Gebäude für Körper, Geist und Seele zu verwandeln.
Das Jagdschloss wurde Anfang des 18.Jahrhunderts gebaut und befindet sich als eines von nur zwei Bauwerken auf dem 937 Hektar großen Naturschutz- gebiet Mönchbruch.
Zwar ist die Umgebung für die Naherholung gut erschlossen, jedoch ist die Natur nur auf gekennzeichneten Wegen erlebbar und die direkte Nach- barschaft zum Flughafen Frankfurt relativiert die Möglichkeit der Entspannung.
Der u-förmige Ökonomietrakt selbst wird durch ein zu erhaltendes, enges Stützenraster geprägt. Die weit zurück reichende Historie soll weiterhin spürbar bleiben und sich mit der Neunutzung vertragen.

Zielgruppe
Durch die direkte Nähe zum Ballungsraum Rhein-Main und die trotzdem im Übermaß vorhandene Natur, eignet sich eine Umnutzung des Jagd- schlossgeländes zum Hotel und Veranstaltungsbereich mit Wellness und Spa Angeboten. Gäste des geplanten Hotels, aber auch Besucher jeden Alters, die nach Entschleunigung im Alltag suchen, sollen hier Entspannung finden. Zusätzlich wird weiterhin Platz für Hochzeiten und andere Veranstaltungen geboten.

Konzept
Es entsteht ein Gebäude für Körper, Geist und Seele, das seine naturreiche Umgebung ohne Störfaktoren spiegelt, mit Wellness und Spa verbindet und in architektonische Form bringt.
Die Natur wird durch die zwei Kernbereiche Wasser und Wald dargestellt und mit Klang, Optik und Geruch authentisch. Lamellen die sich durch das gesamte Gebäude und bis in das Obergeschoss hinauf ziehen, vermitteln dem Besucher eine Behaglichkeit und sorgen überall für ein waldähnliches Lichtspiel. Sie betonen außerdem die extrovertierten Bereiche in denen die Natur erlebbar gemacht wird und bilden gleichzeitig einen Sichtschutz für die separierten Entspannungsangebote.
Die Verkehrszonen bieten verschiedene Haptiken und Temperaturen am Boden. Sie treten optisch durch eine Farbveränderung hervor, verbinden so die intro- und extrovertierten Zonen und bilden sich in den Naturbereichen zu Sitzmöglichkeiten für den Besucher aus.
Das Café im Zentrum des Gebäudes wird durch bodentiefe Fenster zu beiden Seiten als Lichtung ausgearbeitet. Der Materialwechsel am Boden zieht sich als Terrasse in den vorgelagerten Innenhof und markiert die Schnittstelle zwischen innen und außen.
Bei Veranstaltungen kann das Café separiert werden und dient als Bar. Durch die großzügigen Lufträume bekommen die Kernbereiche eine natur- ähnliche Höhe und schaffen Blickbezüge zwischen Erd- und Obergeschoss. Von hieraus werden die Einzelanwendungs- und Seminarräume vom Besucher erschlossen.
Das Grundmaterial Beton tritt durch die Farben weiß und grau zurück, sodass die Historie des Gebäudes in Form der alten Stützen in Eichenholz spürbar bleibt. Die Natur bildet die Schnittstelle zwischen neu und alt und sticht durch prägnante Töne in Blau und Grün deutlich hervor.
Die auffällige Symmetrie des Bestands bleibt erhalten, schafft eine klare Zonierung und unterstützt die einfache Orientierung für den Besucher.
Ann-Christine Hüneke


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 06. Juli 2017.

Jurybegründung:  Der Entwurf spricht gleich auf den ersten Blick alle Sinne an. Die kraftvolle Darstellung erzeugt Aufmerksamkeit.
Die Natur als verbindendes Element zwischen den Geschossen wird wirkungsvoll eingesetzt. Die Materialität von Wand, Decke und Brüstung überzeugt als starkes Gestaltungselement.