bdia anerkannt! Master für India Sophie Stöppel „Stairway to Sprachband“

Masterarbeit SS 19 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold
Betreuung: Prof ‘in. Iris Baum, Prof. Johannes Brückner

Die Installation „Sprachband“ ist für jeden offenen Treppenraum mit einem durchgängigem Treppenauge gestaltet, wird aber anhand des Treppenraumes der TH OWL in Detmold dargestellt, und behandelt bzw. verdeutlicht die Kommunikation in diesem Räumen, allerdings in einer anderen Art und Weise als sie dort auftritt.

Sie wird als schriftliche und gleichzeitig ruhige Kommunikation dargestellt, in Form von Plakaten oder Zetteln, um den Geräuschpegel in diesen belebten und dynamischen Raum nicht weiter ansteigen zu lassen. Die Installation macht das Treppenauge zum Mittel des Zwecks in Hinsicht auf die Kommunikation und bespielt somit einen bisher „toten Raum“.
Dank dieser Installation werden dem Nutzer die Dimensionen und Ausmaße der Treppe spürbar und erfahrbar. Gleichzeitig wird der Gemeinschaftsaspekt gefördert, indem der Nutzer durch seine Bewegung Transportbänder in Bewegung setzt, an denen die Plakate und Botschaften befestigt sind. Die Bewegung auf der Treppe wird über Lichtschranken, welche sich auf jeder Stufe befinden, erfasst und bringt die Motor zum rotieren. Die Gliederketten fahren einzeln und unabhängig von einander über zwei Wendeachsen und ergeben jeweils wegen dem System der Fahrradkette eine endlose Gliederkette. Somit besitzen diese Ketten kein Ende und die Plakat und Zettel laufen in einer endlos Schleife über die ganze Raumhöhe von unten nach oben. In der untersten Etage befindet sich ein Stehpult mit der Funktion die Ketten für eine kurze Zeit stoppen zu können, um Plakate anzuhängen oder auszutauschen. Zusätzlich befinden sich dort Zettel und Anhänger zur Befestigung der Plakate.

Der Treppenraum erhält durch diese Installation neue Aufmerksamkeit und neues Ansehen. Gleichzeitig schafft sie eine Motivation die Treppe zu nahmen und auf den Aufzug oder die Rolltreppe zu verzichten. Die Thematik der Kommunikation in Treppenräumen wird aufgegriffen und auf eine andere Art der Kommunikation übersetzt, ohne dabei einen lauteren Raum zu erschaffen. Dabei steht die Förderung der Gemeinschaft im Vordergrund, etwas durch das eigene Handeln für Andere Personen zu bewegen.
India Sophie Stöppel


Jury: Rena Karenfort | außerordentliches Mitglied im bdia, Birte Mahnken | bdia ausgezeichnete im Vorjahr, Marcus Henn | Innenarchitekt bdia, Kerstin Geppert | Innenarchitektin bdia
Jurybegründung: Die Installation „Sprachband“ inszeniert Kommunikation in Treppenräumen auf eine besondere Art und Weise. Botschaften werden an das sehr detailliert ausgearbeitete System angeheftet und kommunizieren so mit Personen und dem Ort. Dabei findet in dem Treppenraum eine vertikale Bewegung und Streckung statt. So gelangt Dynamik in den Raum.
Überzeugend neben der Idee sind außerdem die hervorragende Präsentation und der hohe Ausarbeitungsgrad mit besonderer ästhetischer Qualität.