bdia ausgezeichnet! Master für Aaron Jungblut-Klemm: „Tiere in Architektur“

Masterarbeit SS 2017 an der AdBK München
Betreuung: Prof. Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

Masterarbeit SS 2017 an der AdBK München
Betreuung: Prof. Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

Tiere in Architektur

Zooarchitektur ist ein Themenkomplex, zu dem es nahezu keine fachliche Debatte gibt, worunter die räumliche und inhaltliche Qualität neuer Zoogebäude leidet. Dies führt zu kommerzieller Freizeitparkarchitektur, welche die Tiere als Produkt präsentiert und es versäumt, zu vielen moralischen Fragen Stellung zu beziehen. Das Ziel meiner Masterthesis war es, anhand einer Anlage für afrikanische Primaten, eine Abfolge neuer Raumtypologien für eine sinnlichere zoologische Architektur zu entwerfen, die dem Menschen mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber Tieren vermittelt.

Benötigt wird ein gehaltvolles Raumprogramm, das neue Perspektiven ermöglicht, aber dem Menschen auch seine Grenzen aufzeigt. Die Schwelle zwischen Mensch und Tier wird dabei räumlich ausgedehnt, und es findet eine schrittweise Annäherung an den Lebensraum der Affen statt. Gleichzeitig werden im Wechsel verschiedene Sinne angesprochen, beispielsweise durch das Verändern von Materialien, Oberflächenbeschaffenheiten, Lichtsituationen und Raumvolumen. Im Verlauf des Besucherpfades lösen sich die unterschiedlichen räumlichen Trennungen zwischen Tier und Mensch schließlich völlig auf.

Besonderen Wert habe ich darauf gelegt, dass alle räumlichen Abläufe – auch hinter den Kulissen – auf den realen Bedingungen basieren, die ich in meiner ausführlichen Recherche ermittelt habe. Aaron Jungblut-Klemm


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 20. Juli 2017. Jury: Rainer Hilf | Vorsitzender bdia LV Bayern und Ehrenpräsident,
Claudia Schütz | Vizepräsidentin bdia, Dorothee Maier | Vorstand bdia LV Bayern, Bernhard Rückert | Mitglied bdia Beirat LV Bayern, Lisa Jackermayer | Siegerin bdia ausgezeichnet! 2016

Jurybegründung:  Die Arbeit geht weit über die reine Aneinanderreihung von Räumen hinaus.
Nicht nur die Abfolge, Anordnung und Konzeption der Räume ist höchst interessant gestaltet. Die Typologie der Innenräume besticht durch die Einbeziehung des sinnlichen Raumerlebnisses und des Wechselspiels der menschlichen und tierischen Wahrnehmung. Damit ist eine Erfahrungsebene geschaffen, die für die Konzeption von Tiergehegen einmalig sein dürfte.