bdia ausgezeichnet! Master für Susanne Thüte „Alinea – Bestattungsbad“

Masterbeit SS 19 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold
Betreuung: Prof. Carsten Wiewiorra, Prof‘ in. Ulrike Kerber

Das Absatzzeichen (engl. Alinea) – Der Beginn eines Neuen Gedankenganges. Neu, anders denken. Ich startete mit der Fragestellung: Bei welchen Heterotopien wäre es wünschenswert, die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum aufzuheben, um sich mehr zu Hause zu fühlen, in den neuen Masterstudiengang Innenarchitektur-Raumkunst.

Durch meine Recherchearbeit stellte sich heraus, dass Heterotopien gewissen Strukturen folgen. Diese Strukturen habe ich an 18 Beispielen (bestimmte Orte  lt. Foucault) untersucht und versucht sie zu vergleichen.

Auffällig war das man die Orte „positiv“ und „negativ“ bewerten konnte und es gleiche Strukturen gibt, wo man es nicht unbedingt erwartet.
Dabei war sehr prägnant, dass das Gefängnis und das Altenheim die gleichen Strukturen aufweisen. Dies fand ich sehr erschreckend und Verbesserungswürdig.
Dadurch entstand die neue Fragestellung: Können Strukturen von „positiven“ Heterotopien zur Verbesserung von „negativen“ Heterotopien beitragen?  Daraufhin habe ich eine Art Spiel entwickelt, um per Zufallsprinzip Hybride zu bilden. Ich wollte sehen, ob dadurch neue Orte entstehen können, wo man gerne hingeht, obwohl sie eigentlich zu den vorg. „negativ“- bewerteten Orten zählen.
Die  Ergebnisse aus diesem Spiel, welches ich in meiner Infusion mit anderen Studierenden und Professoren durchführte, waren 6 Hybride und sehr viele neue Ideen.

Nach der Infusion habe ich 3 Hybride untersucht, in denen ich das größte Potenzial gesehen hatte.
Dadurch entwickelte sich mein Masterthesisthema:

Das Friedhofsschwimmbad.

Das Absatzzeichen (engl. Alinea).
Der Beginn eines neuen Gedankenganges.

Die Seele gehen lassen.
Das macht man im Alinea.

Zur Ruhe kommen.
Erinnern. Gedanken schweifen lassen.
Fühlen.
Bestatten.

Alles an einem Ort.
Die Grenzen verschwimmen.
An einem See im Innenland.

Alinea ist ein Ort zum Bestatten.
Ein Ort der Wiederkehr und Erinnerungen.
Am Waldhügelsee in Rheine.

Susanne Thüte


Jury: Rena Karenfort | außerordentliches Mitglied im bdia, Birte Mahnken | bdia ausgezeichnete im Vorjahr, Marcus Henn |Innenarchitekt bdia, Kerstin Geppert | Innenarchitektin bdia
Jurybegründung: Diese Thesis beschäftigt sich auf eine ganz neue Art mit den Themen: Bestattung, Wiederkehr und Erinnerung. Über die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heterotopie“ = Räume bzw. Orte und ihre ordnungssystematische Bedeutung ist eine völlig neue Interpretation des Rituals Bestattung entstanden und im Entwurf an einem besonderen Ort hervorragend umgesetzt worden.