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6. Oktober 2015

bdia im Gespräch mit… Claudia Gerstner, BDIA Bayern

DSC_1523Das Alter verändert uns, zum Beispiel durch Demenz. Wie kann/muss Raum darauf reagieren?
Ältere Menschen brauchen klare Strukturen durch eine kluge Anordnung von Räumen für eine gute Orientierung, z.B. durch visuelle und sensorische Elemente. Dies bringt Sicherheit und ermöglicht Selbstbestimmtheit. Räume sollten hell und freundlich sein und über die Ausrichtung von Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereichen einen Kontakt zur Außenwelt ermöglichen. Platz für Individuelles muss auch angeboten werden.

„Teilhabe statt Ausgrenzung“ – oder doch besser der „geschützte Ort“?
Der Lebensraum muss sowohl die – im besten Falle selbstbestimmte – Teilhabe als auch den individuellen Rückzug ermöglichen. Beides sind Grundbedürfnisse jedes Menschen, unabhängig von Konstitution, Alter oder Herkunft. Gebäude und Räume sollten optimale Rahmenbedingungen für die Betreuung von Menschen im Alter ohne Ausgrenzung schaffen. Die 7 Prinzipien des Universal Design bilden z.B. einen perfekten Leitfaden hierfür.

Was raten Sie Angehörigen, die räumlich etwas anpassen wollen?
Nicht immer sind aufwändige Umbauten erforderlich. Häufig helfen schon kleine Maßnahmen und einzelne Hilfsmittel, die aber dann sehr individuell auf die Einschränkungen des Betroffenen angepasst werden müssen. Wenn aber sowieso Modernisierungen anstehen, sollte natürlich auf einen barrierefreien Ausbau ohne Schwellen und mit ausreichend Bewegungsflächen geachtet werden.

Welche Aufgabe hat Sie zuletzt begeistert?
Ich begeistere mich für alle meine Aufgaben. Ich empfinde Innenarchitektur als meine Berufung und bin dankbar für anspruchsvolle Planungsaufgaben. Aktuell berate ich zwei Senioreneinrichtungen hinsichtlich geplanter Umbauten, gestalte den Wellnessbereich eines Hotels, mehrere Praxen sowie das Säuglingszimmer einer Frauenklinik.

Welchen Ort (Stadt/Gebäude) haben Sie in diesem Jahr für sich entdeckt?
Salzburg mit einer fulminanten Aufführung des „Jedermann“ an einem perfekten Sommerabend.

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im BDIA?
Wir sind Viele! Es ist wichtig sich zu engagieren, denn nur der BDIA vertritt unsere Interessen. Als Netzwerk der Innenarchitekten ermöglicht er mir den Austausch mit anderen Kollegen, dies ist insbesondere für mich als „Kleinbüro“ enorm wichtig.

Claudia Gerstner ist Innenarchitektin und seit 2013 Mitglied im BDIA.

Erschienen in der AIT 10/2015
Foto: Helene Türk

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