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15. September 2016

bdia im Gespräch mit… Peggy Kastl, Rostock

Peggy Kastl, Baustudio Rostock„Smart Homes“ – ein Zukunftsthema?

Ja, in jedem Fall, die Technisierung aller Lebensbereiche schreitet voran und bei der Menge an zur Verfügung stehenden intelligenten Bausteinen ist Komfort nur noch mit Programmierungsbausteinen sinnvoll. Allerdings überfordert die Bedienung derselben den Nutzer häufig und geht allzu selbstverständlich von deren technischer Affinität aus.

Auch für Ihre Bauherren?

Etwa 30 % – 50 % unserer Projekte beinhalten heute bei uns smarte Bausteine.

Sollten Innenarchitekten hier die Nase vorn haben?

Eine Lichtinszenierung ohne intelligente Bausteine ist kaum sinnvoll im Alltag zu bedienen. Da hilft oft nur die Reduzierung auf wenige Gruppen, wobei die sinnliche Komponente des Lichtes häufig verloren geht. In diesem Bereich ist für uns die smarte Technik kaum wegzudenken, zumal man erheblich mehr Spielraum auch im Nachhinein bei der Gestaltung hat.  Die Reduzierung der Bedienelemente erlaubt klare Räume, ohne viel sichtbare Technik, die zusammen in einer einheitlichen Optik gesteuert werden kann. Angesichts der zunehmenden Gebäudeautomation, sollten sich Innenarchitekten dieses Themas unbedingt annehmen, zumal der Aufwand in der Planung aus unserer Sicht geringer ist.

Wer hat Sie als Vorbild inspiriert?

In Bezug auf Smart Home – unsere Bauherrn… Für unseren Beruf… meine Professorin Frau Hachtmann-Pütz. In der Architektur – Álvaro Siza.

Welche Aufgabe hat Sie zuletzt begeistert?

Es gibt viele Momente in der Arbeit mit Höhenflügen, die einen die mühsamen Tage überfliegen lassen. Es ist eigentlich immer der Moment, wenn man die Aufgabe geknackt hat, eben die gute Lösung gefunden glaubt.

Und welches Thema bereitet Ihnen im Moment Kopfzerbrechen?

Die Bedenkenlosigkeit mit der öffentliche Auftraggeber immer noch hochsensible Bauaufgaben an „geeignete Planungsbüros“ vergeben, deren vordringlichste Intention darin besteht alles so zu machen, wie es sich bewährt hat und damit leblose Räume schaffen, die ihren Anforderungen ausschließlich technisch gerecht werden.

Welchen Ort haben Sie in diesem Jahr für sich entdeckt?

Das Kunstmuseum in Ahrenshoop.

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im BDIA?

Für mich eine Selbstverständlichkeit und auch Sendungsbewusstsein. Gut gestaltete Innenräume verändern unser Kommunikationsverhalten und können gesellschaftliche Prozesse nachhaltig positiv beeinflussen und Defizite heilen.

Peggy Kastl ist Innenarchitektin/ Immobilienökonomin und seit 2000 Mitglied im BDIA.
Der Artikel ist erschienen in der AIT September 2016.

Was ist Ihre Meinung dazu?