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7. Mai 2015

BDIA im Gespräch mit… Simone Ferrari, SIMONE FERRARI INNENARCHITEKTUR, Seeheim-Jugenheim

Simone_FerrariMaterialien sind…  Ihre Welt?
Aber ja!

Wie groß ist Ihre Materialsammlung?
Sie ist eher klein, da ich keine Sammlerin bin. Es gibt umfangreiche Materialbibliotheken online für einen ersten Überblick zur weiteren Recherche. Dies ersetzt natürlich nicht „das Anfassen“ und für konkrete Projekte bestelle ich Muster.

Ihr erklärtes Lieblingsmaterial?
Ich finde nachwachsende Materialien spannend wie z.B. Dämmstoffe aus Hanf, Textilien aus der Rinde eines Feigenbaums, oder Fasern, die durch Bakterien bzw. Proteine erzeugt werden

Individualisierung und Customizing von Materialien – ein Trend?
Das Customizing von Materialien hat schon längst Marktreife erreicht. Der „Robochop“ auf der Cebit 2015 zeigte die Vision einer individuellen Fertigung mit Mitteln der Massenproduktion: über eine App werden Entwürfe als Zuschnittvorlage an den Roboter „Robochop“ übermittelt, der aus Schaumstoffwürfeln die Formen schneidet. Neben der industriellen Fertigung sieht man einen starken Trend zum Handwerklichen: Einzigartigkeit, Glaubwürdigkeit und Authentizität – Gegenstände werden personalisiert, haben eine Geschichte.

Wie groß ist das Bewusstsein für nachhaltige Materialien beim Bauherrn?
Vor allem bei der Wärmedämmung rücken nachhaltige Fassadenstoffe immer mehr ins Bewusstsein der Bauherren – im Innenraum meines Erachtens noch zu wenig, hier sind wir als Innenarchitekten gefordert.

Welchen Ort haben Sie im letzten Jahr für sich entdeckt?
Briol – ein Gasthaus hoch über dem Eisacktal in Südtirol. Die Gästezimmer: eine Reise in die Vergangenheit: Holz und Stein, weiß getünchte Decken und Wände, mit sichtbaren Stromkabel und urzeitlichen Drehschaltern, hölzerne Betten und Stühle – ein Waschtisch mit Bottich und Kanne aus emailliertem Blech – kein Auto – Stille.

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im BDIA?
Weil ich es wichtig finde in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein für die kulturelle und soziale Bedeutung von Innenarchitektur zu schaffen.

Simone Ferrari ist Innenarchitektin und seit 2003 Mitglied im BDIA.

 

Was ist Ihre Meinung dazu?