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13. Mai 2016

bdia im Gespräch mit… Sylvia Leydecker, Köln

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Sylvia Leydecker, Innenarchitektin und BDIA Vizepräsidentin. Foto: Reinhard Rosendahl

Was ist Ihr wichtigstes Anliegen als Past Board Member der IFI?

Das Wichtigste ist es, den Berufsstand, das Bewusstsein und die Wahrnehmung professioneller InnenarchitektInnen/Interiordesigner auf gesellschaftlicher und politischer Ebene international zu stärken. Für die Zukunft wäre die Re-Integration Europa’s in die IFI unbedingt zu nennen.

Welches sind die globalen Herausforderungen für unseren Berufsstand?

Den Beruf international zu profilieren, dabei eine gemeinsame Schnittmenge zu behalten und gleichzeitig für Qualität zu stehen. Kulturelle Unterschiede müssen dabei angemessen berücksichtigt werden. Dreh- und Angelpunkt sind dabei das professionelle Selbstverständnis, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sowie Ausbildung und Qualifikation.

Welche Rolle spielt Deutschland in der internationalen Interior Community?

Deutschland spielt auf jeden Fall eine herausragende Rolle. Wir stehen für Solidität und Qualität, nicht aber für ein kreatives Feuerwerk. Mit dem geschützten Titel „InnenarchitektIn“ und guter Ausbildung besitzen wir außerdem Vorbildcharakter. Deutschland gilt in vielerlei Hinsicht als Flagschiff Europas, es wird hingeschaut, was wir tun.

Wer hat Sie als Vorbild inspiriert?

Eine Menge Leute, von jedem etwas Besonderes … Robert Smith, Albert Einstein, Steve Jobs, Mr. Bean, Kim Gordon, John Peel, Charles & Ray Eames, Oscar Niemeyer, Florence Nightingale, Charles Darwin …und sicher noch einige mehr. Inspiration ist überall.

Welche Aufgabe hat Sie zuletzt begeistert?

Im Rahmen eines IT-Projektes hat mich die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und deren ganz persönlichem Office-Umfeld überrascht und begeistert, um es abseits aller Hochglanz-Präsentation, zu fotografieren. Die individuellen Charaktere in diesem Zusammenhang kennenzulernen und die Community dabei als gestalterische Aufgabe zu begreifen, die sich auf das Arbeitsumfeld auswirkt, ist faszinierend.

Und welches Thema bereitet Ihnen im Moment Kopfzerbrechen?

Im Kleinen: Wo liegt die Grenze zwischen kaufmännischer und gestalterischer Denke? Im Großen: Welche Wertvorstellungen prägen uns? Diese Fragen beschäftigen mich kontinuierlich.

Welchen Ort haben Sie in diesem Jahr für sich entdeckt?

Ganz klar „reduce to the max“: eine kleine asiatische Insel mit Palmhütten am Meer, simpel ausgestattet, komplett recyclefähig und charmant. Dazu die fast luxuriöse Abwesenheit von WiFi, perfekt zum Entspannen. Im Kontrast dazu, die Neuentdeckung des legendären Hotels „Mandarin Oriental“ in Bangkok mit seiner historischen „Author’s Wing“.

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im BDIA?

Weil mich der Idealismus treibt, dass unser Beruf die nötige Anerkennung verdient und wir gemeinsam stark sind. Dafür ist der BDIA als einziger Verband der InnenarchtiktInnen das Mittel zum Zweck, zu dem ich aktiv meinen Teil beitragen und etwas bewegen kann.

Sylvia Leydecker ist Innenarchitektin und BDIA Vizepräsidentin und seit 1996 Mitglied im BDIA.

Erschienen in der AIT 5/2016

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