bdia.nrw_Thema: Barbara Eitner im Interview

Barbara Eitner, Dipl. Ing. Innenarchitektin im bdia, vertritt die AKNW im Arbeitskreis „Chancengleichheit“ auf Bundesebene. Sie steht für gelebte Chancengleichheit. Im Interview verrät sie uns:

„Während meiner 14-jährigen Selbstständigkeit bin ich 2-mal Mutter geworden. Da mein Mann auch selbstständiger Innenarchitekt ist und wir uns gleichberechtigt sehen, wurden Elternzeiten aufgeteilt, viel diskutiert wie man Büro und Betreuung regeln kann, wer was wann macht und manchmal auch, wessen Präsentation gerade wichtiger ist. Ansonsten ist die Selbstständigkeit für mich, zumindest im Hinblick auf Chancengleichheit, ein geschützter Ort. Ich bin mein eigener Chef und alles hängt 1:1 an meiner Leistung.“

Als Innenarchitektin vertrittst Du nun auch die übrigen Fachrichtungen…

„In Bezug auf die Chancengleichheit würde ich erst einmal gar keine Unterschiedene zwischen den Fachrichtungen machen. In unserer AKNW Projektgruppe, auf BAK Ebene und in Brüssel wird zurzeit beleuchtet, was konkret die Chancengleichheit-Baustellen sind. Ungleiche Bezahlung, dass Frauen seltener die oberen Ebenen der Hierarchie besetzen, das wissen wir bereits. Genau an der Stelle muss nun weiter in die Tiefe gegangen werden. Wir haben in der Arbeitsgruppe die Chance, uns erst einmal ein genaues Bild zu machen, auch innerhalb Europas, wo wir stehen, um dann Maßnahmen und Strategien zu entwickeln.“

Wie wird die Frage der Chancengleichheit in Deinem Berufsverband bewertet?

„Durch unseren traditionell sehr hohen Frauenanteil im bdia wird natürlich auf die Chancengleichheit schon immer großen Wert gelegt. Gelebt wird sie unter uns Mitgliedern im Verband ganz selbstverständlich.  – Wir haben z.B. eine Frau als Präsidentin. Uns ist aber auch klar, dass es Hilfestellungen für unsere Mitgliederinnen in den Büros und Unternehmen geben muss. Daran arbeiten wir.“

Gibt es einen Herzenswunsch?

„Ja, mehrere, auch wenn gerade erst Weihnachten war! Ich würde mir wünschen, dass es irgendwann selbstverständlich ist, dass die gleiche Arbeit gleich honoriert wird, Mütter und Väter gleichermaßen Elternzeit nehmen können und bei vergleichbarem Gehalt auch nicht mehr klar ist, dass der schlechter verdienende, also die Frau, zu Hause bleibt – es sei denn sie möchte es! Flexible Arbeitszeitmodelle, die auch kunden- und baustellentauglich sind, wären toll!“

Bitte vervollständige den nachfolgenden Satzbeginn kurz und knapp: Chancengleichheit bei den planenden Berufen ist für mich verwirklicht,…

„…wenn ich gar nicht mehr darüber nachdenken muss, sondern einfach meine Arbeit tun kann!“

Wir wünschen Dir und der Arbeitsgruppe viel Erfolg bei der Arbeit!
Weil es Zeit wird für mehr Bewegung in dieser Sache…

Das Interview führte Jürgen Otte, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes bdia in NRW.