bdia anerkennung! Bachelor für Irina Sour „Sanierung der Jugendherberge Moselblick in Bernkastel-Kues“

Bachelorarbeit WS 2015/16 an der Hochschule Trier
Betreuung: Prof. Ingo Krapf, Prof. Wolfgang Strobl, Prof. Heribert Wiesemann

Modernisierung und Sanierung der Jugendherberge Modeslblick in Bernkastel-Kues

Das Canisiushaus – ein ungenutztes Gebäude – es befindet sich im Herzen von Bernkastel-Kues- das eine Geschichte erzählt. Erbaut 1905 als Hotel und seit 1953 als beliebte Jugendherberge genutzt. Bei der Geschichte des Hauses liegt es nahe, den Jugendherbergsbetrieb fortzuführen und ein passendes Konzept zu entwickeln, das an die Tradition anknüpft und mit Neuem verbindet.

Mit der Modernisierung wird das historische Gebäude mit neuem Leben gefüllt, ohne dabei die Seele und die Geschichte des Ortes zu vergessen. Die Fassade bekommt einen grauen Anstrich und verleiht einen ruhigen und harmonischen Eindruck. Hinter der grauen Fassade verbirgt sich jedoch eine freundliche und warme Atmosphäre.

Die Grundrissplanung verfolgt das Ziel eine logische Aufteilung der wichtigen Nutzungszonen zu erreichen. Personalräume mit Fahrradverleih im Untergeschoss, die Gemeinschaftsräume für Gäste und der Küche im Erdgeschoss und Schlafräume in allen darüberlegenden Obergeschossen.

Potenziale und Defizite des Bestands bilden hier das Rückgrat des Entwurfs. Der Innenbereich ist auf die Nutzungsbedürfnisse der jungen Gäste, Familien und gehbehinderten Menschen abgestimmt. Alle Zimmer sind mit separaten Duschen und WCs ausgestattet. Die Anordnung der Sanitärboxen ist Bestandteil aller Obergeschosse. Im Erdgeschoss entstehen neben dem großzügigen Empfangs- und Aufenthaltsbereichs, Gemeinschaftsräume und eine Küche mit Essensausgabe. Insgesamt bietet der Altbau Platz für 84 Betten.
Eine Besonderheit bietet das Dachgeschoss, welches in zwei Bereiche aufgeteilt ist. Einen Schlafbereich und eine Galerie, als Rückzugsmöglichkeit zum gemeinsamen Beisammensein.

Die Ästhetik der vorhandenen Dachstruktur wird erhalten und in einem modernen Kontext eingebettet. Der Hintergrund des Dachgeschossausbaus ist den Weg zu finden die maximale Raumhöhe zu nutzen und ein spannendes Raumgefühl zu erzielen. Es entsteht eine separate Ebene. Über eine eigene Treppe, die von beiden Schlafbereichen zugänglich ist, gelangt man auf den Mittelsteg. Es befinden sich rechts und links vom Mittelsteg mehrere Sitzmöglichkeiten in Form von speziellen transluzenten Spanntüchern. Diese werden zwischen den Dachbalken und der Tragkonstruktion des Mittelstegs, mit Klemmprofilen befestigt. Die vorhandenen kleinen Fenster werden entfernt und durch ein großzügiges Lichtband ersetzt, wodurch viel mehr Sonnenlicht ins Innere durchdringt. Es entsteht eine gemütliche separate Privateinheit, wo man lesen, gemeinsam spielen oder einfach den Ausblick auf die Weinberge genießen kann. Irina Sour


Die Bewertung von 16 Bachelor- und 3 Masterarbeiten erfolgte am 21. Januar 2016.
Jury: Landesvorsitzende bdia Rheinland-Pfalz/Saarland und Innenarchitektin Daniela Sachs Rollmann, Innenarchitekt Pierre Grün, bdia Vizepräsidentin und Innenarchitektin Pia A. Döll sowie die Preisträgerin des Vorjahres Katharina Jungfleisch.

Jurybegründung: gute Grundrissgestaltung, gut gelungener Dachausbau mit interessanter Raumlösung durch Netze; schöne Darstellung.