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20. Februar 2017

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Ines Baumann „DA_HOsTEL – ein Hostel für Darmstadt“

Bachelorarbeit WS 2016/17 an der Hochschule Darmstadt
Betreuung: Prof.

DA_HOsTEL – ein Hostel für Darmstadt

Zwischen der Landwehrstraße, der Rößlerstraße und der Kirschenallee in Darmstadt liegt das Gelände der ehemaligen MODAAG Motorenfabrik Darmstadt, dessen ursprüngliche Nutzung jedoch aufgegeben wurde. Die ab 1923 gebaute Fabrikhalle dient heute als Boulder- und Eventhalle. Der rückwärtige Teil des Geländes beherbergt einige Ateliers, unter anderem jenes von Vera Röhm. Das ehemalige Verwaltungsgebäude erstreckt sich vor Kopf einer weiteren großen Halle entlang der Landwehrstraße. Viele verschiedene Parteien, kleinere bis mittelgroße Firmen und Betriebe, teilen sich die dort entstandenen Büroflächen. In Zukunft soll das Areal einen neuen Nutzungsschwerpunkt erfahren: Es soll zu einem Kreativviertel werden, wie es die Umbauten der Boulderhalle Darmstadt und der Motorenfabrik Event-Location, welche Anfang 2017 eröffnet, bereits ahnen lassen.

Unter diesem Aspekt bestand die Aufgabe des Bachelorabschlussmoduls im Winter- semester 2016/2017 darin, ein Hostel für Darmstadt in das ehemalige Verwaltungsgebäude zu planen. Neues Publikum, neue Einflüsse und neue Inspirationen sollen das Kreativviertel entdecken und entstehen lassen. Zudem fehlt es Darmstadt an attraktiven Übernachtungs- möglichkeiten, abgesehen von Tagungshotels oder einer Jugendherberge.
Die Verbindungsmöglichkeiten zum öffentlichen Verkehrsnetz sind gegeben. Auch der Bahnhof mit Fernverkehr, die Autobahn oder die Innenstadt sind von der Landwehrstraße 75 aus optimal zu erreichen.

Der Aspekt des urbanen Gärtnerns bereichert das Hostel insofern, dass es das Kreativviertel als solches ergänzt und zudem Einheimischen etwas zu bieten hat.
Hier soll innerstädtisch von Anwohnern und von Hostelgästen Blumen gepflanzt, Gemüse und Kräuter angebaut werden. Denn viele Bewohner einer Stadt besitzen keinen Garten oder Außenbereich zuhause und viele Hostelgäste sind junge Rucksacktouristen, welche mit sozialem Aspekt reisen. Das bedeutet, sie wollen Kultur, Land und Leute kennen lernen. Das geht nur im Austausch mit den Menschen vor Ort. Im Außenbereich sind gestaffelte Hochbeete geplant, die zum Gärtnern und zur Entstehung einer „Oase“ neben den städtischen Straßen dienen.
Eine Terrasse samt Sitzstufe verbindet den bepflanzten Bereich auf der gesamten Längsseite mit den Eingangsbereichen ins Innere.

Das Gebäude an sich wird optisch von einem anthrazitfarbenen Riegel durchstoßen.
Er enthält die längste tragende Wand (welche im Bestand längs mittig durch das Gebäude verläuft), den dadurch entstehenden Flur und Funktionen, wie zum Beispiel die vertikale Erschließung, den Thekenbereich für das Barpersonal, Stauraum (auch für die mobilen Wandelemente) und die Präsentationsfläche des Shops. Im Obergeschoss umfasst der Riegel die Toilettenräume der Schlafsäle. Auf der Westseite des Gebäudes ragt der Riegel fünf Meter aus der Fassade des Bestandsgebäudes heraus. Hier befindet sich der Haupteingang des Hostels mit dessen Rezeption. Man wird durch die neue räumliche Situation ins Innere geleitet und eingefangen.  Die beiden weiteren Zugänge über die Terrasse führen in den Aufenthaltsbereich des Hostels oder in den Barbereich. Der innere Übergang zwischen diesen beiden Nutzungen ist fließend. Er kann flexibel geöffnet oder geschlossen werden. Im Obergeschoss sind Schlafmöglichkeiten für 50 Personen, in Form von Doppelzimmern, 4er – 6er und 8er Schlafsälen, geplant. Desweiteren ist eine Bibliothek samt Booksharing in einem ruhigen Aufenthaltsraum zu finden. Ein Doppelzimmer in Aufzugsnähe ist barrierefrei gestaltet. Das Thema des „bed and gardening Hostel Darmstadt“ ist der stete Kontrast zwischen den Materialien des Riegels und der Aufenthaltsräume  und die Verbindung zwischen Innenraum Hostel und Außenraum Stadt durch eine private Oase. Ein Treffpunkt der Kulturen, Generationen und Inspirationen.
Ines Baumann

Die Bewertung der Bachelor- und Masterarbeiten erfolgte am 26. Januar 2017. Die Jury bestand aus: Simone Ferrari, bdia Innenarchitektin; Ingo Haerlin, bdia Innenarchitek und Dieter Schmidt, bdia Innenarchitekt.

Jurybegründung:  Durchgängigkeit und Konsequenz des räumlichen Konzeptes bis hin zur Logoentwicklung, klare Zonierung und Gliederung der Funktionsbereiche, der Erschließung und der öffentlichen Bereiche, zentrale Entwurfsidee ist ein „Rückgrat“, das Erschließung und Belichtung beinhaltet. Sensibler Umgang mit dem Bestand. Insgesamt kreative Herangehensweise mit großer räumlicher Qualität, feinsinnige, ausgewogene Materialkollage und klare Plangrafik:
Eine konsequente, zurückhaltende Umsetzung der klaren Entwurfsidee.

Was ist Ihre Meinung dazu?