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25. April 2017

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Julie Langfort „Erleben, Entdecken und Verstehen“

Bachelorarbeit WS 2016/17 an der Hochschule HAWK Hildesheim
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Josef Strasser, Prof. Dipl.-Ing. Günter Weber

Erleben, Entdecken und Verstehen
Erlebnisausstellung über Parkinson

Idee
In Deutschland leiden rund 350 000 Menschen unter Parkinson.
Weite Teile der Gesellschaft wissen jedoch nur wenig bis nichts über diese Erkrankung. Entgegen der allgemeinen Vorstellung, eines alten und zitternden Mannes, sind über zehn Prozent aller Erkrankten unter 40 Jahren, einige sogar unter 30.
Die Zahl, gerade jüngerer Betroffenen, steigt kontinuierlich an, das Gesellschaftsbild hingegen verändert sich nicht.
Es stellt sich die Frage mit welchen Mitteln in der Bevölkerung mehr Aufmerksamkeit generiert werden kann.
Daher verfolgte ich die Idee mithilfe der Erlebnisausstellung „Erleben, Entdecken und Verstehen“ im Sprengel Museum Hannover die Krankheit Parkinson zu thematisieren. Im Vordergrund stehen dabei Aspekte der Aufklärung und des interaktiven Empfindens dieser Krankheit durch gestalterisch ausgelegte Ausstellungsobjekte und Stationen.
Weiterhin soll die Ausstellung zu einem verständnisvolleren Umgang mit Erkrankten beitragen und im Sinne Betroffener und der Krankheit selbst einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Atmosphäre
In einer neutral geschaffenen Atmosphäre soll sich der Besucher vollkommen auf die Ausstellung und Krankheit fokussieren und sich dabei in die Lage betroffene Menschen versetzten können.
Im Gegensatz zur passiven Aufnahme von Informationen schafft die körperliche und geistige Beschäftigung mit einem Exponat eine Interaktion zwischen diesem und dem Publikum und erleichtert so das Erleben und Verstehen.

Formsprache
Das Gehirn und sein komplexes Nervensystem inspirierten mich, eckige Strukturen entlang der Ausstellung zu verwenden.
Aufgrund der Vielseitigkeit der Krankheit und ihrer Facetten dient insbesondere das Dreieck als Grundgestaltungform.

Grundriss
Die Ausstellungsfläche erstreckt sich in zehn Räumen auf insgesamt 1400 m².
Unterschiedliche Raumformate und Deckenhöhen zwischen 4.80 und 5.70 m geben den Räumen eine gewisse Individualität, welche auf die vielen verschiedenen Symptome der Krankheit übertragbar ist.
Leicht versetzte Räume verleihen dem Grundriss eine gewisse Dynamik, in der die Räume zu „tanzen“ scheinen.
Die getrennte aber dennoch durchlässige Raumstruktur eignet sich überdies zum Entwerfen von Themenwelten und einer Verknüpfung dieser mit einer geeigneten Wegführung.
Die Ausstellungsräume unterscheiden sich in puncto Materialien, Themen und Formen und spiegeln dabei die Komplexität der Symptomatik der Krankheit wieder.
Entlang der Ausstellung ist jeder Raum mit Infografiken, Videomaterial und selbst erlebbaren Exponaten versehen.
Des Weiteren sind alle Räume behindertengerecht eingerichtet und mit Rampen und Geländern versehen.­­   Julie Langfort

Jurybegründung:
Die Idee, die Krankheit Parkinson in Form einer Ausstellung erlebbar zu machen, empfand die Jury als besonders mutig. Vor allem die Darstellung der Krankheitssymptome innerhalb einzelner Stationen und Räume, zeugt von besonderer Kreativität. Auch den Umfang der Darstellung möchte die Jury besonders erwähnen.

 

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