bdia ausgezeichnet! Bachelor für Lisa Jackermayer „POP-UP Barbecue“

Bachelorarbeit SS 2016 an Akademie der Bildenden Künste, München
Betreuung: Prof. Maria Auböck, Prof Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

POP-UP Barbecue

Das Grillen an der Isar oder anderen öffentlichen Plätzen gehört zur Münchner Lebens- qualität einfach dazu. Um die Natur zu schützen gibt es ausgewiesene Grillzonen, doch innerhalb dieser Zonen kommt es zunehmend zu großen Müllproblemen.
Viele Grillende entsorgen ihre Abfälle nicht, sondern lassen sie an Ort und Stelle zurück.
Dadurch wird nicht nur die Umwelt belastet, es entsteht auch eine erhöhte Verletzungs- gefahr für Menschen und Tiere und die Säuberung der  Isarufer verursacht hohe Kosten.

Das Konzept POP-UP Barbecue beschäftigt sich mit diesem Problem. Dabei sollen, neben der Reduzierung des Mülls, auch die Bedürfnisse der Grillenden im Vordergrund stehen.
Es besteht aus einem mobilen Shop und einer dazugehörigen Müllstation. Der Shop bietet einen Grillverleih und den Verkauf von Getränken und Grillgut. Beim Leihen des Grills gibt es eine kostenlose Mülltüte dazu, welche später beim Zurückgeben des Grills bequem an der Müllstation entsorgt werden kann. Die Nutzung des geliehenen Grills erspart also das Schleppen des eigenen Grills und den Gang zum Supermarkt, gleichzeitig steht die Rückgabe des Grills in Verbindung mit der Müllentsorgung.

Die Gestaltung unterstützt das POP-UP Barbecue Konzept. Der Effekt entsteht beim Öffnen des Shops. Der Shop des Grillverleihkonzepts ist in geschlossenem Zustand ein recht- eckiges Volumen. Zum einen soll die einfache Form den Unterschied von geschlossenem und geöffnetem Betrieb verstärken, zum anderen ist ein rechteckiges Volumen am trans- portfähigsten. Nach StvO ist für die Straßenzulassung eine Maximalbreite von 2,55 m nötig.
Um diese Maß einzuhalten und den Arbeitsabläufen im Shop genügend Platz zu geben, kann auf beiden Seiten die Hälfte der Hülle geöffnet werden. Es entsteht eine diagonale Blickachse durch den Shop und ermöglicht eine Trennung der Arbeitszonen nach Außen, obwohl sie im Inneren verknüpft sind. Die Ausrichtung des Shops am Standort ist somit nicht an eine bestimmte Richtung gebunden und die Aufmerksamkeit der Passanten wird von allen Seiten angezogen.
Das Dach wird ebenfalls erweitert, in dem zwischen den geöffneten Wänden und dem Dach Sonnensegel gespannt werden. Es ergeben sich dabei schattige Bereiche vor den Verkaufstresen. Schon von Weitem können die Besucher erkennen ob der Shop in Betrieb ist. Die Signalfarbe im Inneren wird beim Öffnen sichtbar, sie steht im Kontrast zur natürlichen Umgebung und wird zum Blickpunkt. Die Fassade besteht aus anthrazit farbigen, perforierten Blechelementen, welche durch ihre Form und Anordnung eine leicht dreidimensionale Wirkung erzeugen.

In der Dämmerung scheint die Farbigkeit aus dem Inneren durch die Fassade und beginnt zu glühen, wie eine glühende Grillkohle. Lisa Jackermayer


Die Bewertung von 14 Bachelor- und 12 Masterarbeiten erfolgte am 14. Juli 2016. Jury: Innenarchitektin Claudia Schütz, bdia Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitektin Dorothee Maier, stellvertr. Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitekt Johann Haidn, bdia Schatzmeister; Innenarchitektin Annette Brunner; Innenarchitekt Bernhard Rückert sowie der Preisträger des Vorjahres Janis Necker.

Jurybegründung: Die intensive Nutzung der renaturierten Isarlaufs belastet unsere Umwelt. Pop-Up-Barbecue ist ein überzeugendes Konzept und ein Lösungsansatz zur Müllvermeidung mit einer optimierten Flächennutzung und durchdachten Details. Die temporären mobilen Grillstationen schaffen eine gelungene Atmosphäre an einem lauen Sommerabend mit einer Hülle, glühend wie ein Stück Kohle