bdia ausgezeichnet! Bachelor für Rebekka Higson“Raum für Abschied“

Bachelorarbeit WS 2017/18 an der Hochschule Darmstadt
Betreuung: Prof. Frank F. Drewes, Prof. Anke Mensing, Prof. Kerstin Schultz

bdia ausgezeichnet! Rebekka Higson“Raum für Abschied“
Bachelorarbeit WS 2017/18 an der Hochschule Darmstadt

Aufgabenstellung:
In Makersdorf, 10 km westlich von Görlitz, befindet sich das Bestattungsunternehmen Fieber mit dazugehöriger Tischlerei auf dem Gelände. Da nun der Betrieb in den bisherigen Räumlichkeiten sich zunehmend erschwert, soll nun die alte Tischlerei zeitgemäß und zukunftsorientiert umgestaltet werden.

Konzept:
Kern des Konzeptes ist das Spiel zwischen Transparenz und Verschlossenheit. Der Besucher wird von der Straßenseite von einer perforierten Ziegelwand zum Eingang geleitet.
Diese lässt den Besucher bereits an der Straße erahnen, was sich dahinter verbergen könnte, ohne zuviel zu präsentieren.
Im Inneren des Gebäudes gelangt der Besucher vom Empfangsbereich in die Ausstellung der Pietätswaren und von da aus in die persönliche Besprechung, oder direkt in die Feierhalle, die von transparenten Stoffbahen abgeschirmt wird. Auch diese lassen den Besucher schon leicht erahnen, was sich dahinter verbergen könnte.
Gegliedert wird das Gebäude durch einen Funktionsriegel, der die öffentlichen von den privaten Bereichen trennt. Zudem dient er als Filterzone, den Verstorbenen in die verschiedenen Räumlichkeiten transportieren zu können, und passiert dabei nicht die Angehörigen.
Um in den Abschiedsraum im hinteren Teil des Gebäudes zu gelangen, wird auch hier der Besucher von einer perforierten Wand begleitet, die den Weg erst verengt, für dass sich dahinter der Raum wieder öffenen kann.
Gegliedert wird der Abschiedsraum durch den eingestellten Körper, der Garderobe, Sitzflächen, Teeküche und vorallem Platz für den Sarg des Verstorbenen beherbert. Halbtransparente Stoffbahnen schirmen den direkten Blick vom Eingang auf den Sarg ab und lassen trotzdem Licht durch. Durch die abgehängte Decke als Teil des Körpers, fühlt sich der Besucher geborgen und beruhigt.
Um den bodenständigen Charakter der ehemaligen Tischlerei zu erhalten, wurde weiß geöltes Holzpflaster als Bodenbelag gewählt, für die Möbel geölte Fichte und Leinenstoff für die Polster. Rebekka Higson


Die Bewertung der Abschlussarbeiten erfolgte am 01.02.2017. Jury: Dieter Schmidt | Schmidt-Holzinger bdia, Denise Boxler | Studio Boxler bdia, Alexa Schraverus | DesingRaum bdia.

Jurybegründung: Die Jury lobt das besonders schlüssig durchdachte und wohl proportionierte Raumkonzept. Die perforierten Ziegelwände symbolisieren sensibel das Thema Verlust und bilden intime Raumsituationen für die Trauernden. Gleichzeitig werden feine Lichtstimmungen erzeugt. Die atmosphärischen Perspektiven zeigen die Liebe zum Detail und Material.