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23. April 2015

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Ludmila Schlytschkowa „Wohnen mit Kunst“ und BDIAusgezeichnet! Master für Kathrin Jung „Am Rebstock“. BDIAnerkennung! für Pauline Pommerenke und Alexandra Zawada

Hochschule Kaiserslautern: Der Rundgang erfolgte am 15. Januar mit der Sichtung von 16 Master-Arbeiten und 8 Bachelor-Arbeiten im Studiengang Innenarchitektur des WS2014/15. Jury: Innenarchitektin Daniela Sachs Rollmann, BDIA Vorsitzende Saarland/Rheinland-Pfalz und Innenarchitekt Pierre Grün.

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Ludmila Schlytschkowa „Wohnen mit Kunst“ 

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Ansicht zum Platz

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Wohnraum mit Galerie

 

Wie ein empor steigender Vorhang legt die Betonscheibe die großflächig verglaste Galerie frei. Als integrierter Bestandteil eines Wohnhauses in einer Baulücke galt es nach dem Motto „Wohnen mit Kunst“ ein Konzept zu entwickeln, das diesen im Wohnbereich erlebbar macht, aber auf der anderen Seite die Privatsphäre der Bewohner schützt. So lässt sich die Galerie von der Garderobe aus durch eine Glasscheibe im Bereich der Erschließung einsehen. Ein kleiner Arbeitsraum im Geschoss darüber lässt durch eine Galerie Ausblicke zu und verhindert ungewollte Einblicke. Auch durch den reduzierten Umgang mit Materialien wird das Thema Kunst in den Vordergrund gestellt. Die Grundrissplanung verfolgte das Ziel, möglichst großzügig und einfach zu bleiben, sodass spannende Gesten und Lichtsituationen entstehen. Die grobe geometrische Gliederung der Gebäudekubatur ergibt sich aus der Konsequenz der beidseitigen Nutzung des Aufzuges und einiger Besonderheiten der Baulückenbebauung. Diese innere Struktur äußert sich stark in der Fassade. (Betreuung: Prof. Gregor Rutrecht)

Jurybegündung: Das Konzept ist schlüssig, die Bauaufgabe Lücke spektakulär gelöst. Die Außenwirkung für eine Galerie angemessen. Im Innern großzügige Raumbeziehungen durch Decken- und Wandöffnungen. Sehr gute Grundrisslösung und Tageslichtführung, sehr differenzierte zurückhaltende Materialwahl für eine Galerie mit Wohnbereich.

BDIAusgezeichnet! Master für Kathrin Jung „Am Rebstock“

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Historischer Turm und Anbau bilden eine neues Ensemble

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Dachterrasse mit Schlossturmkulisse

Die barocke Schlossanlage der ehemaligen Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier ist das Wahrzeichen der Stadt Montabaur. Die Umnutzung des Gartenturms zu einem „Ort des Weines“ bereichert durch die öffentliche Nutzung die gesamte Stadt. Um die begrenzte Fläche des Turmes zu erweitern, wurden die Nebenräume wie WC‘s, Küche, Lager- und Personalräume in einem externen Neubau auf der davor befindlichen Außenfläche vorgesehen. Der entstandene Kubus scheint über der historischen Ringmauer zu schweben und bildet einen architektonischen Kontrast zum Gartenturm. Der Turm wird durch eine an der Außenmauer entlang geführte Wendeltreppe aus Stahl erschlossen und gliedert sich in drei Nutzungszonen: das Weinlager im Kellergeschoss, die Weinprobe im Erdgeschoss mit darüber liegender Verkostung sowie das Weinseminar im Dachgeschoss. (Betreuung Prof. Norbert Zenner)

Jurybegründung: Gelungenes Konzept unter Einbeziehung des historischen Bestandes. Ansprechende Material- und Farbwahl, überzeugendes CI.

BDIAnerkennung! Master für Pauline Pommerenke „Inselrefugium“

WEB_005_Pauline PommerenkeKlein_FETURA_Innenraum_02Die Insel Usedom mit ihrer enormen Naturvielfalt ist ein beliebter Urlaubs- und Erholungsort für ca. 800.000 Besucher jedes Jahr. Viele diese Besucher und Sportler möchten auch  übernachten. Den Klassiker „Hotel“ gibt es in allen erdenklichen Preis- und Qualitätsklassen, diese sind jedoch meistens stadtnah gelegen und ermöglichen nicht viel Kontakt mit der Natur. Dadurch, dass die komplette Insel ein Naturpark ist und einige Bereiche auch Naturschutzgebiete sind, ist es sehr schwierig, ausserhalb der Städte größere Gebäude zu errichten. Eine Nummer kleiner sind die Bungalows, die meisten die Größe eines Schrebergartens haben und in denen sich die Besucher selbst versorgen. Der negative Aspekt dabei ist, dass man diese Bungalows für mindestens mehrere Tage buchen muss. Für  eine „Pilgerfahrt“ quer durch die Insel Usedom, bei der man nur eine Nacht an einem Ort bleibt eignen sich am besten die Zelt-/ und Campingplätze. Die sind jedoch nicht sehr kompfortabel. An diesem Punkt setzt meine Masterarbeit an. Ich habe Wohnzellen entwickelt, in denen die Leute für ein bis zwei Tage nächtigen und dann weiterziehen. Die einzelnen Objekte sind so über der Insel verteilt, dass ein Radfahrer oder Wanderer bequem an einem Tag zur nächsten Wohnzelle gelangen kann. Die Microhäuser sind mit allem ausgestattet was man für ein kompfortables Übernachten braucht. Die Objekte sind so konzipiert, dass sie sich autark versorgen können.

BDIAnerkennung! Master für Alexandra Zawada „Galerie Zawada“

WEB_Nordansicht WEB_Eingang_rampeInmitten einer der trostlosesten Straßen Kaiserslauterns steht ein Monolith aus Sichtbeton. Standhaft und scheinbar undurchdringlich treibt er einen Keil in die umstehende Bebauung und kündigt einen Neuanfang der Region an. Obwohl das neue Gebäude formal alle First- und Traufhöhen der Nachbarhäuser aufnimmt wirkt es in seiner Form andersartig. Das Gebäude ist äußerlich in zwei Hälften unterteilt. Der untere Bereich ist durch eine durchlaufende Verglasung geöffnet und lässt sich auf einen Dialog mit dem Straßenraum ein. Ein herausragender Steg führt den Besucher in das Innere des Gebäudes direkt in die Kunstgalerie. Intimität bietet der untere Teil lediglich durch eine Konstruktion aus anthrazit gefärbten Brettern, die bei Bedarf zugezogen werden können. Der obere monolithische Teil des Gebäudes hingegen scheint auf dem leichten Glassockel regelrecht zu schweben. Der erhöhte Teil des Gebäudes beherbergt die privaten Wohnräume und ist daher introvertiert. Um das Thema der schweren auf der leichten Substanz nicht durch Fenster oder andere Elemente zu durchbrechen, wurde zu anderen Möglichkeiten der Belichtung gegriffen. Auf der Vorderansicht der Wohnskulptur bietet eine Perforation in der Fassade einen Ausblick zur Straße. Die rückwärtige Ansicht kommt ohne jegliche Belichtung aus. Lediglich ein über die gesamte Länge gezogenes Dachflächenfenster bietet dem obersten Geschoss eine großzügige Ausleuchtung. Durch die Gestaltung einer großen Terrasse im zweiten Obergeschoss scheint sich das Haus auf der einen Seite von dem Nachbar abzugrenzen und bietet die Möglichkeit die obere Hälfte der Westseite komplett zu verglasen.

Jurybegündung: Die Bauaufgabe Lücke ist schlicht und unaufgeregt gelöst und setzt dennoch einen wichtigen Akzent. Die Außenbeziehung der Galerie auf Strassenniveau ist durch die großflächige Verglasung gewährleistet. Im Innern diffuses Tageslicht, klare Grundrisslösungen mit wenig Verkehrsflächen Einbindung des Außenraumes als Erweiterung der Galerie- und Wohnflächen. Sichtbeton, Holzboden und Decken, sowie Glas überlassen den Kunstwerken die Bühne.

Kategorie: BDIAusgezeichnet!
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