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18. Januar 2017

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Katharina Körner „Kirche mal anders“

Bachelorarbeit WS 2015/16 an der HAWK Hildesheim
Betreuung: Verw.-Prof. Almut Weinecke-Ludwig und Prof.Josef Strass

Kirche mal anders!  Die Umnutzung der Gerhard-Uhlhorn Kirche zu einem Fashion Office

EINLEITUNG: In meiner Bachelor-Thesis beschäftigte ich mich mit der Gestaltung von Büroräumen in der noch leerstehenden Gerhard-Uhlhorn Kirche in Hannover Linden-Nord. Zu einem solch besonderen Gebäude gehört auch eine besondere Idee für die Nutzung. Der Stadtteil Linden-Nord ist ein sehr aufstrebendes und auch alternatives Viertel und gerade bei jungen Menschen sehr beliebt. Somit kam schnell die Idee auf, nach einem ebenso jungen und aufstrebenden Unternehmen zu suchen. Letztendlich entstand ein Entwurf für Räumlichkeiten des Öko-Modelabels ‚NIA‘ (Nature In Appearance). Um für ein Modeunternehmen ein passendes Raumkonzept entwickeln zu können, war es natürlich wichtig, ein passendes Profil für dieses anzulegen. So waren typische Räumlichkeiten wie Büroflächen, Kreativbereiche, eine Schneiderei, ein Show- und Fittingroom, und einige Privatbereiche unabdingbar.

RAUMKONZEPT: Wichtig war es von vornherein, die Aus- und Einbauten im Inneren nicht zu massiv und ausladend wirken zu lassen, damit das Kirchenschiff zu einem gewissen Teil gewahrt und auch weiterhin erkennbar bleibt. Prägend für das Raumgefüge des Fashion Offices sind zwei gläserne Türme und zwei weitere Ebenen, welche durch große Lufträume in der Mitte weiterhin den Blick bis unter den Giebel und durch die gesamte Halle zulassen. Die Türme erstrecken sich rechts und links der Bestandsempore vom Erdgeschoss bis unmittelbar unter das Tragwerk und dienen zur kompletten Erschließung der einzelnen Ebenen. Die Büroflächen auf dieser Ebene sind lediglich von einzelnen Wandelementen abgetrennt, welche zusammen mit den Türmen die zwei weiteren Galerieebenen tragen. Die Besonderheit hier sind die verglasten Metallstrukturwände, die sich bis zum zweiten Obergschoss erstrecken. Alles erscheint somit sehr offen, einladend und bei aller Offenheit dennoch abgetrennt und miteinander verbunden. In der alten Winterkapelle verbirgt sich nun ein großzügiger Show- und Fittingroom, der zur Präsentation der aktuellen Kollektion für Kunden oder auch als Umkleidebereich für die Models bei Showevents dient. Auch die ehemaligen Seitengänge der Kirche haben eine neue Nutzung erhalten. Hier sind ein Pressebereich, ein Ruhebereich für zwischenzeitliche Entspannung sowie ein Aktivbereich für sportliche Abwechslung verortet. Diese Bereiche sind durch eine transparente, teils transluzente Verglasung und teilweise durch eine Kombination aus hölzernen Lamellen mit Glas von den Kreativbereichen im Mittelschiff abgetrennt. Den Mittelpunkt im Erdgeschoss bildet das Büro der Unternehmensführung, welches sich auf der ursprünglichen Altar- empore befindet. Dieses Büro ist vollkommen verglast und lediglich nach rechts und links durch hölzerne Lamellen abgeschirmt, sodass von hier der Blick durch das gesamte Gebäude gegeben ist.

MATERIAL- UND FARBKONZEPT: Da ‚NIA‘ sich über Schlagworte wie ‚Fairtrade und Organic‘ definiert, war es natürlich unabdingbar sämtliche Materialien und Farben perfekt auf das Profil des Bio-Labels zuzuschneiden. Nahezu alle Materialien sind Rohstoff schonend und ökologisch gewählt worden und auch das Thema ‚Cradle to Cradle‘ spielte hierbei eine große Rolle.

Letztendlich entstand ein spannender Konzeptvorschlag in einem genauso spannenden Gebäude. Katharina Körner

Die Bewertung der Abschlussarbeiten erfolgte am 3. Februar 2016. Teilnehmer der Jury waren: Landesvorsitzender bdia Bremen/Niedersachsen und Innenarchitekt Michael Jülke, bdia Innenarchitektin Imke Oltmanns sowie bdia Innenarchitekt Arnold Derks.

Jurybegründung: Dieser Entwurf beschäftigt sich mit der Umnutzung der Gerhard-Ulhorn-Kirche zu einem Bürogebäude- Das Umfeld wurde klar analysiert und eine umfangreiche und ganzheitliche Planung erstellt. Dieses Konzept überzeugt in der Gesamtheit bis zum Möbeldetail.

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