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25. Januar 2017

bdia ausgezeichnet! für Merle Neumann „Urban / Soup“

Bachelorarbeit SS 2016 an der Hochschule Rosenheim
Betreuung: Prof. Frank / Stauss

Urban/Soup ist ein 2015 von Tim Maiwald und Daniel Schmel gegründetes Start-Up mit Sitz in München.

Mit dem Service wollen die beiden frische, gesunde und nachhaltig produzierte Suppen gemeinsam mit einem eindrucksvollen Kundenerlebnis verbinden.
Die langfristigen Ziele des Unternehmens bestehen in der Entwicklung eines Franchisesystems und der Expansion in weitere Großstädte weltweit.
Für diese Stores wurde ein Konzept gebraucht, welches die Unternehmensphilosophie sichtbar an den Kunden weitergibt, dabei flexibel an jeden Standort angepasst werden kann und vor allem das Produkt Suppe attraktiv in den Fokus stellt.
Die Markengeschichte von Urban/Soup beginnt in New York – dem Sinnbild der urbanen Großstadt. Auf diesen Ort bezieht sich das Geschehen um das Produkt, als schnell verfügbare Mahlzeit inmitten der betriebsamen Metropole, dabei gesund und somit den steigenden Ansprüchen der modernen Bewohner gerecht werdend. Das Glas bietet dafür die ideale Fassung, da es die Mobilität des Produktes ermöglicht und repräsentiert. Es vereinfacht den Verzehr auf dem Weg zum nächsten Ort, ist wiederverschließbar und leicht zu handhaben. Die Mobilität wird repräsentiert durch das Fahrrad, das sowohl ein Bildsymbol der Zielgruppe und deren aktiven Lebensstil darstellt, und auch als Transportmittel bei der Lieferung dient. Die drei Elemente stellen die entscheidenden Merkmale der Marke dar und entwickeln zusammen einen Wiedererkennungswert, den das Designkonzept ebenfalls bieten muss.
Der zukünftige Store soll die urbane Atmosphäre New Yorks als tragendes Markenelement erzählen und abbilden. Die Grenze zwischen Innen- und Außenraum verschwimmt, Elemente der Straße werden in den Laden gebracht, und der Kunde so in die Stimmung der Weltstadt eingehüllt. Erreicht wird dies durch die Verwendung von Materialien und Komponenten aus der städtischen Umgebung, die an New Yorker Untergrundszenen und die Subway erinnern. Zum Einsatz kommen dabei vor allem Beton, Stahl und Wellblech sowie Metro-Fliesen. Als Kontrast dazu steht rohes, unverarbeitetes Holz, das die natürlichen Bestandteile der Suppe betont und das Produkt wieder in den Vordergrund stellt.
Fahrradflaschenhalter stellen den Inszenierungsrahmen für das Alleinstellungsmerkmal der Marke Urban/Soup, das Glas. Sie werden direkt an die Wand geschraubt und ergeben so zusammen ein Gesamtbild, das die Mobilität des Produktes repräsentiert.
Gelbe Streifen, die an Fahrbahnmarkierungen erinnern, entwickeln sich von der Rückwand des Küchenbereichs, das Logo betonend, konsequent durch den Raum über den Tresen und weisen so auf den Point-Of-Sale hin.
Die Sitzelemente erinnern an Fahrradständer und sind so konzipiert, dass nur eine kurze Verweildauer des Kunden angestrebt und der Gedanke des schnellen Verzehrs unterstützt wird.
Weitere Bestandteile des Konzept-Manuals bestehen aus verschiedenen Typografien zur Information des Kunden oder dem Aufgreifen aktueller Aktionen. Zudem wird an der Decke das jeweilige Schnellbahnnetz abstrahiert abgebildet, wodurch ein Bezug zum Ort geschaffen werden kann.
Es wurde ein Konzept geschaffen, welches die Marke Urban/Soup und deren Merkmale repräsentiert und dem Kunden aufzeigt. Die Markengeschichte mit Ursprung in New York visualisiert sich aus der Ausstrahlung des Stores, die die Grenzen zwischen städtischem Außenraum und Interieur des Restaurants verschwinden lässt. Die Mobilität des Suppenglases wird anhand der Fahrradflaschenhalter deutlich, wodurch sich auch das Thema Fahrrad einschließt. Somit werden alle drei Hauptaspekte der Markenidentität berücksichtigt.
Dem Kunden wird ein Erlebnis generiert, das sich aus dem individuellen Ambiente, geschaffen durch die städtische Untergrund-Atmosphäre, die musikalische Kulisse und dem Zusehen bei der Abfüllung der Suppe zusammenstellt. Insgesamt ergibt sich für den Franchise-Nehmer ein attraktives Konzept, das Urban/Soup in vielen Städten und Situationen umsetzbar macht. Merle Neumann

Die Bewertung von 16 Bachelorarbeiten erfolgte am 7. Juli 2016. Jury: Innenarchitektin Claudia Schütz, bdia Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitektin Veronika Kammerer; Innenarchitekt Tillmann Fischbach, Vorstandsmitglied bdia Bayern, Matthias Kopielski sowie die Preisträgerinnen des Vorjahres Franziska Huber und Magdalena Bauernfeind.

Jurybegründung: Entwickelt in Anlehnung an die moderne Version des Schnellimbisses in amerikanischen Metropolen zeigt der Entwurf eine lässige und pfiffige Arbeit zu einem zeitgemäßen Thema, die in ihrer Konsequenz von der Materialwahl bis zum Orientierungssystem Spaß macht. Die Qualität des Konzeptes prädestiniert eine hohe Nutzer-Akzeptanz, eine essentielle Voraussetzung, um derartigen Geschäftsmodellen eine wirtschaftliche Zukunft zu garantieren.

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