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20. Februar 2017

bdia ausgezeichnet! Master für Sina Rocktäschel „Alsterlust – Hanseatisch Baden“

Masterarbeit WS 2016/17 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Carsten Wiewiorra, Prof. Dipl.- Ing. Carmen Munoz de Frank

Alsterlust – Hanseatisch Baden

Die Hamburger Alster, einst wichtiger Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt, gilt heute vielmehr als Wahrzeichen der hanseatischen Metropole und als touristischer Anlaufpunkt. Gerade in den Sommermonaten fragt man sich jedoch, warum zumeist nur noch die Besucher Hamburgs die besondere Nähe zum Wasser der Stadt genießen. Für die Hamburger selbst scheint das Kanalsystem in den vergangenen Jahren aus dem Fokus gerückt zu sein. Auch der Gedanke, einer kostenlos nutzbaren und jederzeit zugänglichen Möglichkeit zum Schwimmen und Baden scheint längst vergessen und das trotz aus- schließlich drei vorhandenen Freibädern und nur wenigen anderen „Erfrischungen“ für die rund 1,5 Millionen Einwohner der Stadt.

Das Konzept „Alsterlust“ möchte genau dies ändern und das Gewässer als kostbare, innerstädtische Ressource wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
Entwickelt wurde ein für Jeden zugängliches Angebot, welches den Kanal – für die Menschen neu erfahrbar – in einen ganz eigenen öffentlichen Stadtraum verwandelt.
Es entsteht ein bezirksübergreifendes Netzwerk aus Orten der Begegnung und stadtbildenden Plätzen des Verweilens. Ein stadtüberspannendes System aus drei größeren, zentral gelegenen Badestellen – den Alsterhäfen und dazwischenliegenden Kleinstegen – den Ankern. Dieses soll den Einwohnern der Hansestadt ermöglichen, das Gewässer für sich zurückzugewinnen und das Schwimmen im Kanal wieder zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

An den Stegen der „Alsterlust“ kommen dabei alle Hamburger zusammen und nutzen gemeinsam die neue Infrastruktur. Somit werden diese nicht nur im Sommer zum Treffpunkt von Schwimmern und Badenden, Paddlern, Ruderern und Spaziergängern. Im Winter nutzt das Konzept die Möglichkeiten des Gewässers zudem voll aus und lädt alle zum temporären Wintermarkt an den drei Alsterhäfen ein. Bei diesem kurzzeitigen Event werden die Dockmodule der Anker ganz einfach zum Verkaufsbüdchen umfunktioniert und locken somit auch bei kalten Temperaturen an die Ufer des Gewässers.

Alsterlust: Das bedeutet, sich das Wasser wieder zu eigen zu machen. Seine vielen Möglichkeiten wieder voll auszukosten und somit die Lebensqualität aller zu bereichern. Lust auf Alster bekommen durch die Freude am Miteinander und am gemeinsamen Badespaß. Lust auf Alster durch Freiheit und Flexibilität am Gewässer. Alsterlust eben.
Sina Rocktäschel

Die Bewertung der 38 Bachelor- und 12 Masterbeiten erfolgte am 31. Januar 2017. Jury: Karin Friedrich-Wellmann, Innenarchitektin bdia; Jutta Hillen, Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied bdia Nordrhein-Westfalen; Kerstin Geppert, Innenarchitektin bdia sowie die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Sommersemester 2016 Sophie Homrighausen, Wibke Bruners, Kathrin Manert und Edgar Hildebrand.

Jurybegründung:  Die Arbeit besticht durch eine außergewöhnliche Konzeption, Ausarbeitung, Graphik und Präsentation. Sina Rocktäschel´s Entwurf umfasst das GANZE, d. h. das Logo, das Detail, den Innen- und Außenraum, den Landschaftsbereich und den öffentlichen Stadtraum. Es entsteht ein Netzwerk aus Orten der Begegnung mit Wasser als Freizeitelement. Ein stadtüberspannendes System aus drei größeren, zentral gelegenen Badestellen und dazwischen liegenden Kleinstegen, den Ankern, machen den Hamburger wieder Lust auf ihre Alster. Es wurde ein „Modul“ entwickelt, was auch an anderen Standorten verankert werden kann. Dabei denkt die Entwurfsverfasserin nicht nur an die Sommermonate, sondern berücksichtigt in ihrem Konzept auch die kalte Jahreszeit mit einer interessanten Idee und Nutzung. Eine Arbeit, die im besonderen Maße heraussticht und die gesamte Jury begeistert hat.

Was ist Ihre Meinung dazu?