Aktuelles

Das bdia-Blog

18. September 2015

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Lennart Efsing „Kant-Garagen-Palast, Berlin“ und BDIAnerkannt! Master für Catharina Keckstein „Pop-Up Exhibition“

Peter Behrens School of Architecture: Insgesamt wurden 33 Abschlussarbeiten vom SS 2015 angesehen, davon waren 11 Bachelor- und 22 Masterarbeiten. Der Juryrundgang dauerte insgesamt von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Die Begrüßung der Jury erfolgte durch Prof. Korschildgen, der der Jury einen ersten Überblick in die verschiedenen Aufgabestellungen der Arbeiten vermittelte.  Nach Durchsicht aller Arbeiten hat die Jury einstimmig entschieden, eine Bachelorarbeit auszuzeichnen. Die prämierte Arbeit erfüllt die Auswahlkriterien „schlüssiges Entwurfskonzept – konsequent umgesetzt“ des diesjährigen Juryrundganges auf ganz besondere Art und Weise und hob sich durch den sensiblen Umgang mit dem unter Denkmalschutz stehenden Altbestand hervor. Jury: Martina Lorbach, Birgit Schwarzkopf, Gritt Bartels sowie die Prämierten des Vorjahres Santana Schütte und Amelie Peters

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Lennart Efsing „Kant-Garagen-Palast, Berlin“

L Efsing thesisMit der Umnutzung des Kant-Garagen-Palastes zu einem multifunktionalem Atelierhaus wird das Gebäude mit neuem Leben gefüllt, ohne dabei die Seele und die Geschichte des Ortes zu vergessen. Potentiale und Defizite des Bestandes bilden das Rückrad des Entwurfes.

Die neue Nutzung kommt mit einer geringen finanziellen Investition aus, indem das gesamte Atelierhaus auf eine hölzerne Raum in Raum Konstruktion aufbaut und der Bestand nur geringfügig geändert wird. Aus verschiedenen, in Holzrahmenbauweise gefertigten, Elementen entsteht ein ca.19m² großer autarker Raum, welcher je nach angestrebter Nutzung von blickdicht bis lichtdurchflutet variieren kann. Die Elemente folgen dem Maßsystem des Bestandes und passen sich dadurch perfekt an den Grundriss und die vorhandenen Parkbuchten an. Um ein Arbeiten in dem ehemaligem Parkhaus zu ermöglichen ist es von höchster Dringlichkeit die Tageslichtsituation entscheidend zu verbessern. Dazu werden die vorhandenen Backstein Ausfachungen der West-Fassade perforiert und ein zusätzliches, als Atrium ausgebildetes, Treppenhaus in der Mitte des Gebäudes eingeschoben.

L Efsing thesisKonzeptionelles Ziel ist es, jungen Kreativen Raum für ihr Schaffen zu geben und gleichzeitig eine Plattform zu bilden, auf der sich eben diese präsentieren können. Im Erdgeschoss befindet sich daher eine multifunktionale Shop-/Eventfläche, welche von den Nutzern des Atelierhauses bespielt wird. Wo einst Luxuskarossen über die gegenläufige Wendelrampe die verschiedenen Etagen ansteuerten flanieren nun Besucher. Die spiralförmige Rampe windet sich um verglaste Austellungsräume, sodass die Besucher je nach ihrer Position auf der Rampe immer einen anderen Blickwinkel auf diese haben. (Betreuung: Prof. Walter Schöller)

Jurybegründung: Der sensible Umgang mit dem Altbestand bei gleichzeitiger Implementierung eigenständiger Gestaltungselemente überzeugte ebenso wie die konsequente Durchplanung über alle Darstellungsebenen. Die Beibehaltung der alten Garagenrampe für die Nutzung als „Kunsterlebnisweg“ zollt dem Baudenkmal Respekt, das Einfügen eines Atriums als Belichtungs- und Erschließungskern ermöglicht die qualitätvolle Nutzung des Innenraumes. Modulare frei eingestellte Boxen im Low-Budget-Stil stellen verschiedene Größen zum Beispiel für Künstler oder Start-Up-Unternehmen zur Verfügung.

BDIAusgezeichnet! Master für Catharina Keckstein „Pop-UP-Exhibition: 3D-Statistik,“

web_Ansicht 1Die Pop-Up-Exhibition „3D Statistik“ behandelt den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland. Es wurde als begehbares, dreidimensionales Statistikmodell konzipiert, das in sieben Jahrzehnteschritten ab 1950 bis heute den Besucher über das Bevölkerungswachstum, das jährliche Einkommen, das Bruttoinlandsprodukt und die Kaufkraft beim Durchschreiten der Ausstellung durch sich verändernde, selbsterklärende räumliche Strukturen informiert. Zudem können in der Ausstellung optional weitere Themen begleitend integriert und optisch veranschaulicht werden. Beispielhaft zeigt die aktuelle Version zusätzlich die Entwicklung und den Wandel der Kommunikationsmittel in Deutschland.

web_Ansicht 3Der Ausstellungskörper besteht je Jahrzehnt aus drei hintereinander gereihten, hölzernen Rahmen. Somit beinhaltet die gesamte Ausstellung von 1950 bis heute 21 Elemente. Die jeweiligen Formgebungen entsprechen den Ableitungen aus einer definierten Transfermethodik , die anhand der ausgewerteten Statistiken die Anzahl der Bevölkerung in West und Ost im linken Teil, das jährliche Einkommen der deutschen Haushalte im rechten Teil und das Bruttoinlandprodukt als wirtschaftliche Basis auf dem Boden darstellt. Zudem wurde als „Highlight“ oben rechts die Entwicklung der Kaufkraft visualisiert (siehe Abhängigkeitsmodell der volkswirtschaftlichen Kenngrößen).

Um den Wandel von einem Jahrzehnt zum nächsten noch deutlicher zu machen, passen sich die Rahmen eines Jahrzehntes schrittweise dem nächsten Jahrzehnt an.

Wandel der Kommunikationsmittel : Die dargestellte Version zeigt, wie sich die Art der Kommunikation in unserer Gesellschaft während der letzten 70 Jahre gewandelt hat. Mittels farbiger Bänder, die den Raum in der Vertikalen durchbrechen, wird aufgezeigt, welche Kommunikationsmittel in welchem Umfang eingesetzt wurden.

Ein Band entspricht einem Anteil von 10%. Zusätzlich ist die Angabe durch eine Lochmatrix im Boden definiert. Der Besucher kann beim Durchschreiten der Ausstellung diesen Wandel der Kommunikationsmittel mit der Entwicklung des Bevölkerungswachstums, des Einkommens, der Kaufkraft und des Bruttoinlandsprodukt in Einklang bringen und sich so im „Vorbeigehen“ einen interessanten Gesamtüberblick verschaffen.

web_Ansicht 2Die begehbare „3D Statistik“ ist flexibel ausgelegt. Somit lassen sich auf die gleiche Art und Weise auch Themen wie zum Beispiel ‚Mobilität’ oder ‚Bildung’ parallel zu den gesellschaftlichen Kenngrößen Bevölkerung, Einkommen und BIP darstellen. (Betreuung: Prof. Harry Vetter)

Jurybegründung: Die intensive Beschäftigung mit einzelnen Faktoren wirtschaftlicher Kenngrößen führte die Entwurfsverfasserin zur Entwicklung eines Raummodells, das als „3-D-Statistik“ erlebbar wird. Überzeugend ist dabei die Modifizierung der einzelnen „Jahresparameter“, die als gesellschaftlicher Wandel für die Besucher als flüchtiger Ort begeh- und begreifbar sind.

 

 

 

Kategorie: BDIAusgezeichnet!
Schlagwörter:

Was ist Ihre Meinung dazu?