Nach dem Studienabschluss… : Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

bdia Praesidentin Vera Schmitz_2015
Vera Schmitz, bdia Präsidentin

Editorial Heft 5/2017

 

Liebe Leser und Leserinnen,

wissen Sie noch, wie das eigentlich war, das erste Jahr nach dem Studienabschluss?

Die erste Festanstellung in einem Büro warf viele Fragen auf: War die eigene Gehaltsvorstellung marktüblich – oder hat man sich unter Wert angeboten? Ist der Arbeitsvertrag korrekt? Bin ich die einzige Innenarchitektin im Kollegenkreis?

Besonders aufregend war natürlich das erste „eigene“ Projekt. Was auf dem Papier und am Rechner entstanden war, wurde tatsächlich gebaut! Und auf der Baustelle mussten jede Menge Detailausführungen geklärt werden. Ausschreibungstexte mussten verfasst, Angebote eingeholt werden, Kosten kontrolliert werden – alles neue Aufgabenbereiche, ebenso wie Auftragsvergaben Vertragsverhandlungen. Echtes Neuland im Vergleich zum Studienalltag!

Regelwerke tauchten auf, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, die aber durchaus bei den Planungen mit zu berücksichtigen waren. HACCP, daran erinnere ich mich noch gut, war so ein „Werk“. Das Kürzel steht für „Hazard Analysis Critical Control Points“, ein umfangreiches Werk zu Gefahrenvermeidung bei der Lebensmittelherstellung und Verarbeitung.

Manchmal fühlte ich mich wie eine Exotin im Kollegenkreis, galt als bunter Vogel, der unbedarft, aber höchst kreativ alle Fragestellungen anging und bei der Hundertstel-Planung für den Bauantrag bereits über die Ausführung des Handlaufes der Treppe im Detail nachdachte. Nach kurzer Zeit war ich auch für die Präsentationszeichnungen verantwortlich samt dazugehöriger Materialbeispiele und habe manchen Bauherren überzeugen können! Also wurde ich mit der Zeit zu immer mehr Terminen mitgenommen und stolz als „unsere Innenarchitektin“ vorgestellt.

Viel Spaß beim Lesen, wie es drei jungen Menschen im letzten Jahr erging,

Ihre Vera Schmitz