HOAI – Was nun? Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

Vera Schmitz, Präsidentin bdia

Editorial Heft 7/8  / 2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 4. Juli 2019 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im HOAI-Vertragsverletzungsverfahren sein Urteil verkündet.
Nach Auffassung des Gerichts sind die verbindlichen Mindest- und Höchstsätze der HOAI mit EU-Recht nicht vereinbar, da sie in unzulässiger Weise den freien Preiswettbewerb einschränken würden.
Die Entscheidung, die verbindlichen Mindest- und Höchstsätze zu kippen, bedeutet für uns Innenarchitektinnen und Innenarchitekten, dass wir statt über Qualität nun viel stärker über den Preis verhandeln werden müssen. Wichtig ist aber auch, dass die HOAI als Instrument für gutes Planen und Bauen weiterhin Bestand hat: Die Leistungsbilder sowie die Honorartabellen bleiben erhalten. Der bdia wird sich dafür einsetzen, dass Qualität entscheidet und sich gegen Preisdumping stark machen. Freiwillig kann die HOAI 2013 durchaus weiterhin vereinbart werden, lassen Sie uns solidarisch handeln und an einer existenzsichernden Honorierung festhalten. Derzeit wird das Urteil von den Fachverbänden ausgewertet und wir bleiben für Sie am Ball.
Erste Antworten auf die berechtigte Frage „Was nun?“ gibt es in dieser Ausgabe in der Rubrik 3-Fragen-an von unserem bdia Bundesgeschäftsführer.
In den nächsten AIT-Ausgaben werden wir uns mit der Entscheidung weiter auseinandersetzen, zudem findet im Oktober ein bdia Seminar mit Prof. Fischer und Andreas T. C. Krüger dazu statt.

Herzliche Grüße,
Ihre Vera Schmitz
Präsidentin bdia