Aktuell werden  immer weniger InnenarchitektInnen an den Hochschulen berufen und die Ausbildung der Studierenden wird zunehmend von Vertretern anderer Berufszweige übernommen.

Die Gründe für dieses Phänomen sind vielschichtig. Wie sich aus der vom BDIA initiierten Hochschulumfrage erkennen lässt, haben InnenarchitektInnen nur noch sehr vereinzelt eigene Fachbereiche. Und bei Neubesetzungen von Lehrstühlen der Innenarchitektur sind zu viele mitbestimmende andere Berufsträger nicht vorwiegend an einer fachlich eindeutigen Besetzung des Lehrstuhles interessiert. Eine solche Entwicklung verstärkt sich von selbst, da bei der nächsten Besetzungsentscheidung noch weniger von uns am Tisch sitzen.

Und es ist problematisch, dass sich zu wenige InnenarchitektInnen auf freie Stellen bewerben. Neu zu besetzende Lehrstühle müssen durch den Verband besser kommuniziert werden und unser Berufsstand muss sich stärker mit Karrierechancen an Hochschulen auseinandersetzen. Die Gemeinschaft der lehrenden InnenarchitektInnen ist leider überschaubar, aber umso solidarischer, wenn es um die Unterstützung von Kollegen in Berufungsverfahren geht.

Akademische Karriere kann auch mit einer Promotion beginnen. Diese wissenschaftliche Qualifikation ist in Deutschland bislang lediglich an Universitäten möglich. Das Studienfach Innenarchitektur wird allerdings an keiner deutschen Universität als Studiengang angeboten. In der Praxis wenden sich interessierte Absolventen an Ihre Fachhochschullehrer, die dann Ihre persönlichen Kontakte bemühen um Doktoranden bei Kollegen an Universitäten unterzubringen.
Zurzeit gibt es in der Bundesrepublik Diskussionen darüber, ob Fachhochschulen ein eingeschränktes Promotionsrecht erhalten sollen. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Waltraud Wende will mit ihrer Vorlage für ein neues Hochschulgesetz genau dies den Fachhochschulen ihres Landes ermöglichen. Eine Umsetzung bietet die Chance akademische Karrieren leichter zu ermöglichen. Es lohnt sich, diese Entwicklung zu verfolgen!

Constantin von Mirbach, BDIA Bundesgeschäftsführer

Wir überarbeiten aktuell unsere Website. In Kürze finden Sie hier weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema.

Danke für Ihre Geduld.