Innenarchitektur studieren = Innenarchitekt*in werden?

Es klingt so einfach – und kann doch kompliziert sein angesichts der Themenvielfalt an Studiengängen und der Eintragungskriterien der Architektenkammern.
Worst case Szenario: Ein Bachelor in Innenarchitektur mit anschließendem Master in Architektur. Oder in Lichtdesign. In beiden Fällen könnten die Architektenkammern die Eintragung in die Innenarchitekt*innen-Liste wahrscheinlich nicht vornehmen.
Umfassende Recherchen im Vorfeld lohnen sich also.


Sie möchten Innenarchitektur studieren, um später als Innenarchitekt*in zu arbeiten?
Bevor Sie sich für einen Studiengang an einer Hochschule entscheiden, sollten Sie sich unbedingt vergewissern, ob der Studiengang von Ihrer Architektenkammer anerkannt wird. Architektenkammern sind von Hochschulen unabhängig.
Nur wer in die Architektenkammer aufgenommen wird, kann sich „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“ nennen. Diese Berufsbezeichnungen sind nämlich – wie „Architekt*in“, „Landschaftsarchitekt*in“ oder „Stadtplaner*in“ – gesetzlich geschützt.

Warum Architektenkammer?
Der geschützte Titel macht die fachliche Kompetenz und die umfassende Qualifikation deutlich. Gerade im Bereich „Interior“ gibt es viele Akteure, die keinen qualifizierten Hochschulabschluss haben. Wenn Sie kein Mitglied in der Architektenkammer werden möchten oder werden können, dann kann das erhebliche Auswirkungen auf Ihr Berufsleben haben – Stichwort Bauvorlageberechtigung und Einreichung von Baugenehmigungen. Ein weiterer Aspekt ist die Altersvorsorge. Wenn Sie in einer Architektenkammer gelistet sind, bauen Sie Ihre Alterssicherung über ein Versorgungswerk auf und nicht über die allgemeine Rentenversicherung.

Warum bdia?
Der bund deutscher innenarchitekten ist eine Interessensvertretung, deren Mitgliedschaft freiwillig ist. Wir bieten umfangreichen Service und pflegen ein breites Kollegennetzwerk. In Zahlen sind wir zwar klein: in Deutschland gibt es etwa 6000 eingetragene Innenarchitekt*innen – gegenüber 130.000 Hochbaukollegen. Aber unsere Kompetenzen für Innenräume und das Bauen um Bestand machen uns zu wichtigen – und wie wir finden unverzichtbaren – Partnern für alle Bauaufgaben. Dafür engagieren wir uns seit über 60 Jahren.  Zu unseren Mitgliedern zählen selbstständige und angestellte Innenarchitekt*innen. Außerdem ist die Mitgliedschaft auch für Studierende und für Absolvent*innen der Fachrichtung Innenarchitektur möglich, die (noch) nicht in einer Architektenkammer eingetragen sind.

Wie lange soll man studieren?
Für eine ausreichende Vorbereitung auf den Beruf empfiehlt es sich, nach dem Bachelor einen Master zu machen. Erfahrene Büroinhaber berichten immer wieder, dass viele Berufsanfänger bewerben nicht ausreichend ausgebildet sind.
Eine wesentliche Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben ist eine gute Ausbildung lassen. Drei Jahre reichen unserer Ansicht nach nicht aus. Als Berufsverband empfehlen wir, mindestens vier Jahre zu studieren, besser noch fünf Jahre in Kombination Bachelor und Master.
In den meisten Bundesländern müssen Sie mindestens vier Jahre studiert haben, um in die Innenarchitektenliste der zuständigen Architektenkammer aufgenommen zu werden. In einigen reichen auch schon drei Jahre aus. Der Umfang der „erlaubten“ Planungs- und Bautätigkeit ist dort oftmals auch geringer. Eintragungsvoraussetzung in allen Architektenkammern ist bundesweit die Berufspraxiszeit von zwei Jahren.

Achtung vor „falschen“ Fächer-Kombinationen
Alles, was möglich ist, führt nicht unbedingt zum Ziel. Achten Sie darauf, dass Ihre Bachelor- und Masterthemen gut aufeinander abgestimmt („konsekutiv“) sind. Sobald Sie Studiengänge kombinieren, sollten Sie sich vergewissern, ob Sie mit der Kombination in Ihrer Architektenkammer tatsächlich aufgenommen werden können.
Problematisch ist zum Beispiel die Kombination „Bachelor Innenarchitektur“ und „Master Architektur“, da die Kammern Sie dann möglicherweise weder in die Innenarchitektenliste noch in die Architektenliste aufnehmen können.

Führen Sie sich vor Augen, was Sie mit dem Studium erreichen wollen.
Um den Beruf einer Innenarchitektin/ eines Innenarchitekten ausüben zu können, ist also ein einschlägiges Studium erforderlich, das an verschiedenen Fachhochschulen bzw. Kunsthochschulen in entsprechenden Studiengängen mit den Abschlüssen Bachelor bzw. Master angeboten wird. Der bdia Hochschulführer bietet Orientierung unter www.bdia.de/hochschulfuehrer.


»  Hochschulen und Kunsthochschulen bieten den Studiengang Innenarchitektur an.

Baden-Württemberg

Hochschule für Technik Stuttgart:
www.hft-stuttgart.de

Bayern

Hochschule Coburg: www.hs-coburg.de
Akademie der Bildenden Künste München: www.adbk.de
Hochschule Rosenheim: www.fh-rosenheim.de

Hessen

Hochschule Darmstadt: www.h-da.de
Hochschule RheinMain Wiesbaden: www.hs-rm.de

Mecklenburg-Vorpommern

Hochschule Wismar: www.fg.hs-wismar.de

Niedersachsen

HAWK Hildesheim, Holzminden, Göttingen: www.hawk-hhg.de
Hochschule Hannover: www.f3.hs-hannover.de

Nordrhein-Westfalen

Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold: www.hs-owl.de
Hochschule Düsseldorf/Peter Behrens School of Arts: www.pbsa.de

Rheinland-Pfalz

Hochschule Kaiserslautern: www.hs-kl.de
Hochschule Mainz: www.hs-mainz.de
Hochschule Trier: www.hs-trier.de

Sachsen-Anhalt

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: www.burg-halle.de

Schleswig-Holstein

Muthesius Kunsthochschule Kiel: www.muthesius.de