Die Natur ins Haus Holen – Neue Räume im Denkmal: Seminarraum und Teeküche am IGB Berlin

Jahr: 2024

Ort: Berlin (Berlin)

Öffentlich zugänglich: Nein

Objektart: Bibliotheken, Rathäuser + Ämter, Schulung + Fortbildung

Fotos: Emmanuel Decouard

Entwurfsverfasser:in

Planungsbüro

raumdeuter

Berlin

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Auf einem bewaldeten Grundstück nahe des Müggelsees befindet sich das denkmalgeschützte Gebäude des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Obwohl der Ursprung des Hauses im 19. Jahrhundert heute kaum noch sichtbar ist, prägen unterschiedliche Umbauphasen – insbesondere Elemente der 1950er Jahre – den Charakter des Bestands. Zwei Räume – ein Seminarraum und eine Pausenküche – wurden nun durch das Berliner Innenarchitekturbüro raumdeuter neugestaltet.

Ziel war es, die vorhandenen Qualitäten des Gebäudes sensibel weiterzuentwickeln und zugleich zeitgemäße funktionale Anforderungen zu integrieren. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden historische Elemente aus verschiedenen Zeitepochen aufgegriffen und neu interpretiert.
Ein zentrales Gestaltungsthema ist das biophile Raumkonzept: Die ökologische Mission des IGB sollte sich auch in den Innenräumen widerspiegeln und die Landschaft am Müggelsee gestalterisch ins Haus holen. Gleichzeitig wurden die Farben des Corporate Designs subtil integriert – unter anderem in dunkelblauen Schalenstühlen und ausgewählten Akzentflächen.

Neue Wandpaneele und eine Einbausitzbank schlagen eine Brücke zu bestehenden Einbauten, während die Fliesen der Teeküche bewusst an den Brunnen im Foyer erinnern. Gedeckte Grüntöne, Eichenholz und natürliche Materialien schaffen eine ruhige, erholsame Atmosphäre und fördern nachweislich Wohlbefinden und Konzentration. Die Teeküche wurde zudem als sozialer Treffpunkt neu gedacht und mit zeitgemäßer Ausstattung ergänzt.

Neben der gestalterischen Qualität standen auch funktionale Aspekte im Fokus. Besonders im Seminarraum wurden moderne Anforderungen an Raumakustik, Klimatisierung und Lüftung gezielt berücksichtigt. Durch den Einsatz schallabsorbierender Materialien und eine optimierte Raumgeometrie ist der Seminarraum heute ideal für konzentriertes Arbeiten und Wissensaustausch geeignet.

Zum Projekt gehörten zudem zahlreiche Abstimmungen mit der Projektgruppe des Auftraggebers, den beteiligten Handwerksfirmen sowie die enge Begleitung der öffentlichen Vergabeprozesse. Darüber hinaus entwickelte raumdeuter ein übergreifendes Gestaltungskonzept für weitere Bereiche des Standorts – als Grundlage für zukünftige Renovierungen im Bestand.

Das Ergebnis ist eine zeitgemäße Neuinterpretation historischer Innenräume, die Denkmalschutz, Funktionalität und biophile Gestaltung miteinander verbindet – und die Natur nicht nur vor dem Fenster, sondern auch im Raum erlebbar macht.