Aktuelles

5. September 2017

bdia anerkannt! Master für Jane Frenzel: „Symposiarch“

Masterarbeit SS 2017 an der AdbK München

Symposiarch

Ein Symposiarch, war jene Person, welche während eines Symposions, einer frühen Form des Zusammentreffens der alten Griechen, darauf Acht gab, dass die Geselligkeit, die Leichtigkeit des Miteinanders und die Freude an der Kommunikation mit den Tischgenossen nicht schwindet.
Eben jene Funktion übernimmt der vorzustellende Tisch selbst.
Dem Konzept dieses Esstisches liegt die Idee zugrunde, in inszenatorischer und experimenteller Weise eine zunehmende Intimität innerhalb der Tischgesellschaft zu erzeugen.
Die Basis dafür schafft die runde Tischform. Hier werden sichtbare Hierarchien aufgehoben – alle sind sich gleich und gleich nah.
Der Tisch ist größenvariabel und wird nach Ende eines jeden Menüganges ringweise verkleinert. Die Tischgesellschaft wird so schrittweise näher zueinander geführt. Jenes Prinzip wird durch ein begleitendes Geschirrset unterstützt; beim einzelnen Teller für jeden beginnend, über einen Teller für zwei, hin zu einer gemeinsamen Dessertplatte für alle.
Ein intensives und kommunikatives Miteinander entsteht. Jane Frenzel

Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 07. Juli 2017.

Begründung: Ein Esstisch, bei dem man sich mit fortschreitender Dauer des Abends immer näher kommt. Ein variabler Tisch, der sich ringweise verkleinern lässt. Diesen Ringen ist je nach Menüfolge speziell gestaltetes Geschirr zugeordnet, das in den Ringfugen geführt wird. Der Tisch wird zum Kommunikationsmittel. Die Idee lässt viel Raum für ein intensives, geselliges Miteinander. Die innovative Ausführung macht dieses Erlebnis auch möglich.

 

23. August 2017

bdia ausgezeichnet! Master für Aaron Jungblut-Klemm: „Tiere in Architektur“

Masterarbeit SS 2017 an der AdBK München
Betreuung: Prof. Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

Tiere in Architektur

Zooarchitektur ist ein Themenkomplex, zu dem es nahezu keine fachliche Debatte gibt, worunter die räumliche und inhaltliche Qualität neuer Zoogebäude leidet. Dies führt zu kommerzieller Freizeitparkarchitektur, welche die Tiere als Produkt präsentiert und es versäumt, zu vielen moralischen Fragen Stellung zu beziehen. Das Ziel meiner Masterthesis war es, anhand einer Anlage für afrikanische Primaten, eine Abfolge neuer Raumtypologien für eine sinnlichere zoologische Architektur zu entwerfen, die dem Menschen mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber Tieren vermittelt.

Benötigt wird ein gehaltvolles Raumprogramm, das neue Perspektiven ermöglicht, aber dem Menschen auch seine Grenzen aufzeigt. Die Schwelle zwischen Mensch und Tier wird dabei räumlich ausgedehnt, und es findet eine schrittweise Annäherung an den Lebensraum der Affen statt. Gleichzeitig werden im Wechsel verschiedene Sinne angesprochen, beispielsweise durch das Verändern von Materialien, Oberflächenbeschaffenheiten, Lichtsituationen und Raumvolumen. Im Verlauf des Besucherpfades lösen sich die unterschiedlichen räumlichen Trennungen zwischen Tier und Mensch schließlich völlig auf.

Besonderen Wert habe ich darauf gelegt, dass alle räumlichen Abläufe – auch hinter den Kulissen – auf den realen Bedingungen basieren, die ich in meiner ausführlichen Recherche ermittelt habe. Aaron Jungblut-Klemm

Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 20. Juli 2017.

Jurybegründung:  Die Arbeit geht weit über die reine Aneinanderreihung von Räumen hinaus.
Nicht nur die Abfolge, Anordnung und Konzeption der Räume ist höchst interessant gestaltet. Die Typologie der Innenräume besticht durch die Einbeziehung des sinnlichen Raumerlebnisses und des Wechselspiels der menschlichen und tierischen Wahrnehmung. Damit ist eine Erfahrungsebene geschaffen, die für die Konzeption von Tiergehegen einmalig sein dürfte.

16. August 2017

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Lisa Schmidhuber: „Pavillon der Stille“

Bachelorarbeit SS 2017 an der AdBK München
Betreuung: Prof. Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

Pavillon der Stille

Ein Ort der den Menschen Kraft spendet und bei sich sein lässt.

Die Gestaltung religiöser Räume in Kliniken ist veraltet.
Es fehlt an Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten für die Patienten, Angehörigen und für das Personal. Der Pavillon der Stille bildet einen Gegenpol zur Atmosphäre des Krankenhauses, indem er räumlich abgetrennt im Klinikgarten steht und damit zugleich die Raumnot umgeht.

Die Räume werden durch ihre Platzierung und die Materialität der Fassade nicht inszeniert – sie verbergen sich unter den Schatten der Bäume und bieten die ideale Rückzugsmöglichkeit aus dem Krankenhausalltag.

Der Innenraum ist durch seine textile Materialität bestimmt.
Der Besucher wird von transluzentem Stoff umhüllt, der verschiedenartige Raumskulpturen bildet . Durch unterschiedlich platzierte Öffnungen in der Raumhülle wird die abstrakt abgebildete Natur zum Zentrum der Kontemplation.

Die Wegführung soll das Spaziergehen im Garten möglich und die Natur erlebbar machen.

Einzelne platzierte Stelen erzeugen spannende Blickbeziehungen in der Natur und führen die Besucher zu den verborgenen Räumen. Der Garten wird durch die leicht farbige, kristalline Struktur der Stelen, die frei in der Natur stehen, zu einem besonderen Ort. Lisa Schmidhuber

Die Bewertung der Abschlussarbeiten erfolgte am 20. Juli 2017.

Jurybegründung: Eine aus sehr unterschiedlichen Perspektiven sensibel entwickelte Arbeit: spirituelle Räume der Stille, offen für Menschen unabhängig von Religion, Weltanschauung, körperlicher und seelischer Verfassung. Die Jury würdigt das außerordentliche Ergebnis, das ohne Schwellenangst einen Schutzmantel für Rückzug in eine intime und gleichzeitig transparente Atmosphäre bietet.

23. März 2017

Innenarchitektur studieren an der Akademie Der Bildenden Künste, München

Studiengang Innenarchitektur

 

Hier finden Sie Informationen zu den folgenden Punkten:

Studienabschluss Bachelor of Arts Innenarchitektur   /  Studienabschluss Master of Arts Innenarchitektur  /  Studium und Architektenkammern  /  Besonderes Profil der Hochschule  /  Besonderes Profil der Fakultät  /  Profil der Hochschulstadt  /  Wohnsituation der Studierenden

 

Studienabschluss Bachelor of Arts Innenarchitektur

  • Anzahl Studierende: ca.100
  • Anzahl Lehrende: 20
  • Regelstudienzeit: 6 Semester
  • Praktikum: nicht erforderlich
  • Studienbeginn: Wintersemester
  • Studiengebühren: keine
  • Semesterbeitrag: und Studentenwerk 117,- €
  • Bewerbungsfrist: Stichtag ist der 15.5. eines jeden Jahres  »
  • Bewerbung und Zulassung:
    • Bewerbungsmappe
    • Eignungsprüfung durch Hochschule
    • Abs. 2 und 3 der Bayer. Qualifikationsverordnung,
    • acht Wochen berufspraktische Ausbildung im fachbezogenen Handwerk vor Studienbeginn

Studienabschluss Master of Arts Innenarchitektur

  • Anzahl Studierende: ca.50
  • Anzahl Lehrende: 18
  • Regelstudienzeit: 4
  • Praktikum: nicht erforderlich
  • Studienbeginn: Wintersemester
  • Studiengebühren: keine
  • Semesterbeitrag: und Studentenwerk 117,- €
  • Bewerbungsfrist: Stichtag ist der 15.5. eines jeden Jahres  »
  • Bewerbung und Zulassung:
    • Bewerbungsmappe
    • Eignungsprüfung durch Hochschule
    • Abs. 2 und 3 der Bayer. Qualifikationsverordnung,
    • acht Wochen berufspraktische Ausbildung vor Studienbeginn

Studium und Architektenkammern:

Tipp vom bdia:
Bevor Sie sich für einen Studiengang an einer Hochschule entscheiden, sollten Sie sich unbedingt vergewissern, ob der Studiengang von Ihrer Architektenkammer anerkannt wird. Architektenkammern sind von Hochschulen unabhängig.
Nur wer in die Architektenkammer aufgenommen wird, kann sich „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“ nennen. Diese Berufsbezeichungen sind nämlich gesetzlich geschützt.
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Besonderes Profil der Hochschule:

Die Akademie liegt mitten in Schwabing beim Siegestor. Ihr angegliedert ist der wunderschöne Akademiegarten. Derzeit sind rund 700 Studierende an der Münchner Kunstakademie immatrikuliert. Jeder Studierende ist einer von ihm im Rahmen des Aufnahmeverfahrens gewählten Klasse zugeordnet. Insgesamt bestehen an der Akademie 29 Klassen. Schwerpunkt der Ausbildung ist der Studiengang Freie Kunst. Hinzu kommen die Studiengänge Innenarchitektur und Kunstpädagogik sowie Aufbaustudiengänge.

Besonderes Profil der Fakultät:

Ziel des Studiums ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, auf dem komplexen Gebiet der Innenarchitektur Probleme zu erkennen und zu analysieren, für solche Probleme Konzepte und Lösungen zu entwickeln, dabei künstlerisch und wissenschaftlich vorzugehen und die Arbeitsergebnnisse überzeugend zu kommunizieren.
Die Absolventen sollen dadurch insbesondere die Fähigkeit zur gestaltenden, technischen, wirtschaftlichen, umweltgerechten und sozialen Planung von Innenräumen und der damit verbundenen baulichen Änderung von Gebäuden erhalten.

Profil der Hochschulstadt:

München ist international bekannt für sein einzigartiges Kunstareal, es lockt Kultur- interessierte durch sein reiches Angebot an Theater- und Opernaufführungen und überzeugt durch regelmäßig stattfindende Kulturveranstaltungen. München ist optimal an öffentliche Verkehrsmittel angeschlossen. Ob Fahrrad, Auto oder Fernreise – in München kein Problem: Selbst die Anbindung an die bayrischen Seen ist optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewerkstelligen

Wohnsituation der Studierenden:

Wohnen gehört sicher zu den schwierigsten Themen in München. Allerdings bietet das Studentenwerk Unterstützung bei der Vermittlung von Studentenwohnheimplätzen, Privatzimmern und Wohngemeinschaften.

26. Januar 2017

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Lisa Jackermayer „POP-UP Barbecue“

Bachelorarbeit SS 2016 an Akademie der Bildenden Künste, München
Betreuung: Prof. Maria Auböck, Prof Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

POP-UP Barbecue

Das Grillen an der Isar oder anderen öffentlichen Plätzen gehört zur Münchner Lebens- qualität einfach dazu. Um die Natur zu schützen gibt es ausgewiesene Grillzonen, doch innerhalb dieser Zonen kommt es zunehmend zu großen Müllproblemen.
Viele Grillende entsorgen ihre Abfälle nicht, sondern lassen sie an Ort und Stelle zurück.
Dadurch wird nicht nur die Umwelt belastet, es entsteht auch eine erhöhte Verletzungs- gefahr für Menschen und Tiere und die Säuberung der  Isarufer verursacht hohe Kosten.

Das Konzept POP-UP Barbecue beschäftigt sich mit diesem Problem. Dabei sollen, neben der Reduzierung des Mülls, auch die Bedürfnisse der Grillenden im Vordergrund stehen.
Es besteht aus einem mobilen Shop und einer dazugehörigen Müllstation. Der Shop bietet einen Grillverleih und den Verkauf von Getränken und Grillgut. Beim Leihen des Grills gibt es eine kostenlose Mülltüte dazu, welche später beim Zurückgeben des Grills bequem an der Müllstation entsorgt werden kann. Die Nutzung des geliehenen Grills erspart also das Schleppen des eigenen Grills und den Gang zum Supermarkt, gleichzeitig steht die Rückgabe des Grills in Verbindung mit der Müllentsorgung.

Die Gestaltung unterstützt das POP-UP Barbecue Konzept. Der Effekt entsteht beim Öffnen des Shops. Der Shop des Grillverleihkonzepts ist in geschlossenem Zustand ein recht- eckiges Volumen. Zum einen soll die einfache Form den Unterschied von geschlossenem und geöffnetem Betrieb verstärken, zum anderen ist ein rechteckiges Volumen am trans- portfähigsten. Nach StvO ist für die Straßenzulassung eine Maximalbreite von 2,55 m nötig.
Um diese Maß einzuhalten und den Arbeitsabläufen im Shop genügend Platz zu geben, kann auf beiden Seiten die Hälfte der Hülle geöffnet werden. Es entsteht eine diagonale Blickachse durch den Shop und ermöglicht eine Trennung der Arbeitszonen nach Außen, obwohl sie im Inneren verknüpft sind. Die Ausrichtung des Shops am Standort ist somit nicht an eine bestimmte Richtung gebunden und die Aufmerksamkeit der Passanten wird von allen Seiten angezogen.
Das Dach wird ebenfalls erweitert, in dem zwischen den geöffneten Wänden und dem Dach Sonnensegel gespannt werden. Es ergeben sich dabei schattige Bereiche vor den Verkaufstresen. Schon von Weitem können die Besucher erkennen ob der Shop in Betrieb ist. Die Signalfarbe im Inneren wird beim Öffnen sichtbar, sie steht im Kontrast zur natürlichen Umgebung und wird zum Blickpunkt. Die Fassade besteht aus anthrazit farbigen, perforierten Blechelementen, welche durch ihre Form und Anordnung eine leicht dreidimensionale Wirkung erzeugen.

In der Dämmerung scheint die Farbigkeit aus dem Inneren durch die Fassade und beginnt zu glühen, wie eine glühende Grillkohle. Lisa Jackermayer

Die Bewertung von 14 Bachelor- und 12 Masterarbeiten erfolgte am 14. Juli 2016. Jury: Innenarchitektin Claudia Schütz, bdia Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitektin Dorothee Maier, stellvertr. Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitekt Johann Haidn, bdia Schatzmeister; Innenarchitektin Annette Brunner; Innenarchitekt Bernhard Rückert sowie der Preisträger des Vorjahres Janis Necker.

Jurybegründung: Die intensive Nutzung der renaturierten Isarlaufs belastet unsere Umwelt. Pop-Up-Barbecue ist ein überzeugendes Konzept und ein Lösungsansatz zur Müllvermeidung mit einer optimierten Flächennutzung und durchdachten Details. Die temporären mobilen Grillstationen schaffen eine gelungene Atmosphäre an einem lauen Sommerabend mit einer Hülle, glühend wie ein Stück Kohle

 

24. Januar 2017

bdia ausgezeichnet! Master für Philine Pleuger „skiafos – Freiraum für Achtsamkeit“

Masterarbeit SS 2016 an Akademie der Bildenden Künste, München
Betreuung: Prof. Maria Auböck, Prof. Gregor Eichinger, Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmann

skiafos – Freiraum für Achtsamkeit

Mit skiafos – Freiraum für Achtsamkeit – soll ein neuer Raum für Ortsansässige, Pendler aus Athen und temporär dort lebende Touristen geschaffen werden. Darüber hinaus soll der Entwurf als Anstoß für eine neue Nutzung der viele Jahrzehnte lang leerstehenden Rohbauten in Griechenland verstanden werden.

Skiafos entsteht durch den rahmenbildenden Rohbau mit seinem umgebenden verwunschenen „Wildgarten“ und das angrenzende Meer. Aus der Ferne wird der Rohbau in seiner Ursprungsform wahrgenommen, teils verdeckt durch die wuchernden Bäume, Büsche und anderen botanischen Besonderheiten. Nähert man sich ihm von der Landseite, so entdeckt man dort die (in ihrer Erscheinung) dezent eingefügten Lamellen, die die beiden Gebäudeteile im oberen Abschnitt verbinden und in der additiven Erschließungszone mit ihren Wandscheiben eine starke Achse bilden.
Wiederum von der Meeresseite ist das Gebäude deutlich geöffneter in seiner Erschein- ungsform und verdeutlicht diese einladende Geste durch einen Steg, der Meer und Objekt verbindet.  Wurde die Neugierde des spontanen Besuchers oder die des angemeldeten Gastes geweckt, so erschließt er skiafos über die Nordostseite über einen quer- verlaufenden Steg, der auf die eigentliche Hauptachse stößt.
Diese Hauptachse führt mit einer leichten Steigung zentral auf die Gebäudehälften und inszeniert und verlängert den Weg durch den sich schon andeutenden wilden Wald. Der Besucher wird durch einen Mauerabschnitt, der dann auf Erdniveau eintaucht und wieder verschwindet, geleitet.Wenige Meter später wird der Gast vom Mittelbau aufgenommen und erlebt durch die Lichtfilterung in Form der überkopfverlaufenden Lamellenkonstruktion eine langsame visuelle Gewöhnung an die Schattierung.

Linker Hand trifft er auf den Empfang, an dem sich ihm ein Angebot an erfrischenden, einfachen Getränken offenbart. Der Verleih von Handtüchern und Matten sowie das Buchen der Kurse sind hier ebenso vorgesehen. Es entstehen Blickachsen zum einen durch die Bibliothek, den dahinterliegenden Hof und den Durchgang zum Garten und zum anderen in entgegengesetzter Richtung den Hof mit dem Wasserbassin.

Die Blicke des Gastes werden durch das Zusammenspiel von den Bestandsstützen und den bewusst gesetzten neuen Wandscheiben geleitet oder teilweise unterbrochen, um so die Neugierde für dahinterliegende Räume zu steigern. Durch diese Gliederung des ursprünglichen „wandlosen“ Raums entstehen Raumbereiche, wie die Küchenzone, die nach einem Spaziergang durch die umgebende Botanik oder die nahegelegenen Anhöhen Raum für eine Weiterverarbeitung der Kräuter bietet. Auch Tees für den Aufenthalt können dort zubereitet und am Küchentresen oder auf einer der Sitzinseln konsumiert werden. Als raumbildendes, zentrales Element steht ein Regal, das für die mit Kräutern versetzten Öle und zum Trocknen aufgehängten Kräuterbündel Platz bietet.

Von der Kräuterverarbeitung blickt man in Richtung der neu eingesetzten Olivenbäume, der Ruhebank, des Wasserbassins und der Treppensegmente. Die beiden letzteren Objekte sind Zeichen meines „Rückbaus“. Das Bassin fungiert als Überbleibsel des ehemals geplanten Pools und die Treppe als ursprüngliche Verbindung zur Terrasse des ersten Obergeschosses. An der Nordostseite des Hofs gliedert sich der Vortragsraum für etwa 20 Besucher an. Optisch geteilt werden diese beiden Zonen von einem verandaartigen Bereich, der die neue Erschließung des Obergeschosses mit der Sportfläche, einer Sonnenterrasse sowie einem geschützten Umkleidebereich umfasst.

Auf der Südwestseite befindet sich die deutlich ruhigere Zone (ebenfalls durch den Steg zu erreichen). Untergebracht sind hier eine über nahezu zwei Geschosse reichende Bibliothek mit einem offenen Lesebereich, das ruhige besonders für die kühleren Jahreszeiten genutzte Kaminzimmer und der freistehende Klangschalenraum im ehemaligen Poolunterbau. Der neu geschaffene Innenhof bildet das Bindeglied zwischen den baulichen Elementen und dem an der Rückseite der alten Betonwand befindlichen verwunschenen Garten.

Der Einsatz der Materialien ist bewusst reduziert gewählt. So ergibt sich aus dem Bestand eine Basis von rauem, eher dunklem Sichtbeton. Ergänzt wird dieser durch glatte, deutlich heller nuancierte Beton-Wandfüllungen, die jeweils Schattenfugen aufweisen, um sich neben der farblichen Abstufung zusätzlich vom Bestand zu unterscheiden. Der Lichtfilter besteht aus hintereinander gespannten Betonlamellen, die im Falle der Mittelachse verdichtet auftreten.

Das Mobiliar, wie auch die wiederkehrenden Regalsysteme, die Arbeitsplatte und Regalfächer der Küche und der Steg, der sich an seinem Ende als Sitz- oder Liegemöglichkeit über dem Wasser herausbildet, ist aus örtlich vorkommendem Zypressenholz vorgesehen. Neben der – je nach Nutzungsbereich – unterschiedlichen Oberflächenbehandlung des Holzes – natur, geölt oder später natur-verwittert – verströmt es einen besonderen Duft. Die Haptik des fein strukturierten und warmtönigen Zypressenholzes harmoniert mit der Kühle des Sichtbetons und steht gleichzeitig im strukturellen Zusammenhang mit der Schalungsbetonoptik des Bestandes. Im Außenbereich gleicht es sich im Laufe der Zeit witterungsbedingt langsam an das Grau des Sichtbetons an. Transparenz und Windschutz bieten die Schiebe- und Festverglasungs- elemente sowie die gläserne Absturzsicherung im Obergeschoss. Durch die variablen Öffnungsmöglichkeiten sind die Bereiche winddurchströmt und lassen einen möglichen akustischen Schall nach außen.

In den Lese- und Ruhebereichen fügen sich Textilien wie Leinen und Baumwolle in Naturtönen ein, die eine warme Gemütlichkeit erzeugen und sich positiv auf die Akustik auswirken. Teppiche aus natürlichem Geflecht – bspw. aus Agavenfasern – zonieren die Sitzgruppen. Im Winter ist ein Wechsel zu wollenen Materialien vorgesehen.

Skiafos ist ein Ensemble von Licht und Schatten, jeweils im richtigen Maß, abhängig von der Aktivität bzw. des Aufenthaltsbereichs. So sind die schattenspendenden Lamellen in ihrer Höhe und ihrem Abstand zueinander dem Sonnenstand angepasst und verhindern den direkten Sonneneinfall. Philine Pleuger

Die Bewertung von 14 Bachelor- und 12 Masterarbeiten erfolgte am 14. Juli 2016. Jury: Innenarchitektin Claudia Schütz, bdia Vizepräsidentin und Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitektin Dorothee Maier, stellvertr. Landesvorsitzende Bayern; Innenarchitekt Johann Haidn, bdia Schatzmeister; Innenarchitektin Annette Brunner; Innenarchitekt Bernhard Rückert sowie der Preisträger des Vorjahres Janis Necker.

Jurybegründung: Die in sich stimmige Arbeit zeigt einen durchdachten Lösungsansatz zur Umnutzung der bestehenden Bauruinen in Griechenland. Die sinnvollen Eingriffe in den Bestand und die sehr gute Darstellung zeugen von einer klaren Haltung in der Gestaltung. Der Umgang mit Materialien unterstreicht das Konzept der Achtsamkeit.