bdia anerkannt! Bachelor für Valerie Hain: "Bonbon – Burlesquerie – Erotisches Hospitality Design"

bdia anerkannt! Bachelor für Valerie Hain: „Bonbon – Burlesquerie – Erotisches Hospitality Design“

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Coburg
Betreuer: Prof. Mark Phillips

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Coburg

Bonbon – Burlesquerie – Erotisches Hospitality Design

Wer Erotik ein Mal im Netz sucht, wird schnell zur Pornografie und Sexualität weitergeleitet. Das durchschnittliche Verständnis von Erotik basiert also auf anspruchsloser Pornografie und der Vorstellung von schnellen Seitensprüngen – zumindest im virtuellen Raum. Um dieser Entwicklung, wenigstens von meiner Seite, Widerstand zu bieten, sollte eine Form der Gestaltung und Raumidee gefunden werden. Diese soll dem ordinären Verständnis entgegenwirken und der Erotik die Würde zu Teil werden lassen, die sie normalerweise verdient. Beachtung findet sie ja ohnehin genug. Daher liegt der Fokus dieser Arbeit auf dem Entwurf eines Raumes, der Schönheit und dem erotischen Verantwortungsbewusstsein eine Bühne bietet. Dabei entstand die Burlesquerie „Bonbon“ – ein Gast- und Veranstaltungsraum für das erotische Bewusstsein.

Die gestalterische Herausforderung lag darin, einen angemessenen Raumtransfer von der mentalen zur physischen Ebene zu bewältigen. Erotik/Intimität, Exklusivität, Weiblichkeit, Provokation und Wohlbefinden sollten als Raumschwerpunkte mithilfe installativer Gestaltungsmittel umgesetzt werden. Dabei bildet „Farbe“ eine ganz besondere Schnittstelle des Raumtransfers. Durch die ikonographische Farbigkeit werden Bedeutungsebenen erschlossen und Wiedererkennungswerte geschaffen. Zudem wird der recht offene Grundriss größtenteils über Farbe, unterschiedliche Bodenbeläge und textile Trennungen gegliedert.

Allerdings spielt nicht nur die räumliche Gestaltung, als berufliche Disziplin eine tragende Rolle, sondern ebenfalls die Haltung des Innenarchitekten. Ein verständnisvolles Miteinander, sowie eine humorvolle Selbstreflexion werden daher vorausgesetzt. Der Raum kann zwar das menschliche Bewusstsein in gewissen Belangen beeinflussen, verändert es aber dennoch nicht grundlegend. Speziell auf das Thema Erotik projiziert, bedeutet das: Die Frechheit oder gar das Provokante der Erotik, sollte In der Raumwirkung keineswegs durch Ernsthaftigkeit verdrängt werden. Gepflegt manierlicher Übermut – egal ob beim Betrachter oder beim Gestalter, Ironie und charmante Frechheiten bestimmen unseren Eros. Valerie Hain


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am  20.09.2017. Jury: Claudia Schütz | Vizepräsidentin, Rainer Hilf | bdia-Vorstand, Dorothee Maier | bdia-Vorstand, Christoph Lay | bdia-Vorstand,  Matthias Franz | bdia-Vorstand, Tillmann Fischbach | bdia-Vorstand, Tina Gratzfeld | bdia-Beirat

Jurybegründung: Toleranz & Akzeptanz! [New] Burlesque und ihre vielfältigen Stilrichtungen aufzugreifen, ihr würdevoll Raum zu geben und bewusst verschiedene gesellschaftliche Gruppen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung anzusprechen, zeichnet die hohe Qualität dieser Bachelorarbeit aus.
So überzeugte die stimmige Farb- und Materialauswahl, die humorvolle Darstellung grafischer Elemente, die diffuse und sensible Lichtinszenierung.
Mit der Prämierung „bdia anerkannt!“ würdigt der bdia Bund deutscher Innenarchitekten in Bayern die herausragende Leistung der Abschlussarbeit.


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Lia Tchipeva „Bewusste Raumerlebnisse Wiederbelebung einen Dachwohnung“

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Lia Tchipeva „Bewusste Raumerlebnisse Wiederbelebung einen Dachwohnung“

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Coburg
Betreuung: Prof. Rolf Döll

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Coburg

Bewusste Raumerlebnisse – Wiederbelebung einen Dachwohnung

Es geht um mehr als ein Dach über dem Kopf zu haben, wenn wir über unser Zuhause nachdenken.
Das ist nicht nur ein Ort, der uns vor Kälte und Hitze schützt.
Unser Zuhause ist ein Raum, den wir mit Gefühlen, Gerüchen, Formen und Erinnerungen füllen.
Es ist ein Spiegel unserer Seele. Da ist alles so, wie es die eigenen Augen sehen und die eigenen Ohren hören wollen, die eigene Nase riechen, die eigene Haut tasten und der eigene Geschmack schmecken will.

Für jeden von uns kommt dieser Moment, in dem wir unser eigenes Zuhause schaffen wollen. Wir suchen eine Heimat für unseren eigenen Körper, aber auch einen Raum, in den unsere Gewohnheiten, Hoffnungen, Erwartungen und Träume gut passen.

Es bringt aber nicht viel, wenn wir den passenden Ort finden und ihn mit unnatürlichen und gefährlichen Materialien verstopfen. Deswegen ist die Idee dieses Projekts, mit natürlichen Materialien und intelligenter Raumgestaltung Wohnungen mit einer hohen Lebensqualität zu entwickeln.

Es bringt uns aber auch nicht viel, in einem nachhaltigen Gebäude zu leben, wenn wir uns nicht selber auf eine natürliche Lebensweise einstellen können.
Da so eine ganz persönliche Beziehung zwischen Mensch und Raum entsteht, können wir nicht ein gesundes Leben in einem ungesunden Raum führen. Durch eine gesunde Raumgestaltung lässt sich aber unser Lebenszustand erheblich verbessern, weil zwischen uns und den Räumen, in denen wir uns bewegen, ein Dialog entsteht, ein ständiger Informationsaustausch. Genau dafür ist es das Ziel dieses Projekts, durch gute Innenarchitektur Menschen zu helfen ihr Leben zu verbessern, gesund zu bleiben und im Einklang mit ihrer Umgebung zu leben, weil Innenarchitektur bedeutet nicht nur Schönheit, sie kann auch heilsam wirken.

Man braucht nicht unbedingt einen neuen Ort suchen, um sein Leben zu verbessern, sondern den gegebenen neu gestalten. Wenn wir die Wohnung als Bühne betrachten, wird uns klar, dass dort viel mehr passieren kann, als wir bisher dachten. Es ist genau wie im Theater – man wechselt nicht das Gebäude, um neue Theaterstücke zu sehen, sondern durch eine andere Gestaltung auf der gleichen Bühne wird einem ein ganz neues Erlebnis geboten. Durch Abwechselung der Gegenstände und ihren Platz, durch Farben und Formen, wird in dieser Wohnung immer eine neue Atmosphäre geschaffen. So ergibt sich die Möglichkeit, dort verschiedene Lebensgeschichten zu spielen.

Der erste Schritt zu dem Ziel meines Projekts ist, eine Dachwohnung, die zu einem 100-jährigen Haus in Sofia (Bulgarien) gehört, nach natürlichen Gesetzen umzubauen. Ein ungenutztes Dach kann unsere Vorstellung für ein hochwertiges Wohnen in der Stadt revolutionieren, wir müssen nur das Potential sehen und es durch eine intelligente Gestaltung maximal nutzen. Wohnen im Dachgeschoss kann eine der neuen Lösungen für nachhaltiges und ökologisches Leben in der Stadt werden – nichts Neues bauen, keine zusätzlichen Flächen verbrauchen, alte Bauteile renovieren und wieder benutzen, alte Gebäude retten und eine gesunde und ruhige Atmosphäre mitten in der Stadt genießen. Lia Tchipeva


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am  20.09.2017. Jury: Claudia Schütz | Vizepräsidentin, Rainer Hilf | bdia-Vorstand, Dorothee Maier | bdia-Vorstand, Christoph Lay | bdia-Vorstand,  Matthias Franz | bdia-Vorstand, Tillmann Fischbach | bdia-Vorstand, Tina Gratzfeld | bdia-Beirat

Jurybegründung: Die schwierige Aufgabe: verschiedene ineinandergreifende Baukörper, kleinteilige und verwinkelte Raumeinheiten. Es ist gelungen für dieses Dachgeschoss ein überzeugend funktionierendes und zugleich ansprechendes Wohnungskonzept zu entwickeln. Ausnutzung der Raumpotentiale, Erweiterung von Fensteröffnungen, gut proportionierte Einbauten, die natur- und umweltbewusste Materialauswahl schaffen eine harmonische Raumsituation und mit einer hellen, erfreulich verhaltenen Farbgebung ein bezauberndes Ambiente.
Mit der Prämierung „bdia ausgezeichnet!“ würdigt der bdia Bund deutscher Innenarchitekten in Bayern die herausragende Leistung der Abschlussarbeit.


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Laura Schütze „Origon – Möbelfamilie aus Metallblech“

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Laura Schütze „Origon – Möbelfamilie aus Metallblech“

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Coburg
Betreuung: Prof. Carl Baetjer

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Coburg

Origon – Möbelfamilie aus Metallblech

Origon – nicht zufällig erinnert der Name dieser Möbelfamilie an die Faltkunst des Origami.
Setzt sich Origami aus den Bestandteilen Ori, übersetzt mit Faltung und kami, zu deutsch Papier, zusammen, lässt auch Origon eine wörtliche Beschreibung zu.
Mit Ori, für Faltung, und der Ergänzung gon, dem japanischen Wort für Metall, steht Origon für die Kunst des Metallfaltens, die in dieser Möbelserie sowohl prägendes Gestaltungsmerkmal, als auch Herstellungsmethode ist. Gleich der japanischen Technik sind dabei alle Möbel aus einem Stück dünnen Aluminiumblech gekantet, wodurch eine eine skulpturale Optik aus schräg zueinander stehenden Flächen und Durchsichten entsteht. Kernstück ist dabei der dreibeinige Hocker Origon Stool, dessen Abwicklung Ausgangspunkt für alle weiteren Möbel ist. Neben dem Origon Stool gehören Tische und flexible Tischbeine sowie Origon Leuchten zur Möbelfamilie.
Je nach Objekt funktioniert die Abwicklung dabei als reines Metallmöbel, oder wird mit einem weiteren Element ergänzt. Laura Schütze

 


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am  20.09.2017. Jury: Claudia Schütz | Vizepräsidentin, Rainer Hilf | bdia-Vorstand, Dorothee Maier | bdia-Vorstand, Christoph Lay | bdia-Vorstand,  Matthias Franz | bdia-Vorstand, Tillmann Fischbach | bdia-Vorstand, Tina Gratzfeld | bdia-Beirat

Jurybegründung: Was auf den ersten Blick als Möbelentwurf erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als ein äußerst sorgfältig ausgearbeitetes Konzept zur Gestaltung von Objekten aus gefaltetem Blech. Der Bezug zum bekannten Origami ist dabei kein Zufall, sondern dessengekonnte Übersetzung ins Metallische. Die Vorgehensweise und die Ergebnisse überzeugen durch ein hohes Maß an Formgefühl, anspruchsvoller Dreidimensionalität, statischem Verständnis und Raumgefühl. Auch das ist Innenarchitektur – gekonnte Baukunst!
Mit der Prämierung „bdia ausgezeichnet!“ würdigt der bdia Bund deutscher Innenarchitekten in Bayern die herausragende Leistung der Abschlussarbeit.


bdia anerkannt! Bachelor für Melissa Hannappel: "Jagdschloss Mönchbruch | Spa- und Aktivkonzept nach Sebastian Kneipp"

bdia anerkannt! Bachelor für Melissa Hannappel: „Jagdschloss Mönchbruch | Spa- und Aktivkonzept nach Sebastian Kneipp“

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Darmstadt
Betreuung: Prof. Sybille Maisch, Prof. Frank Drewes und Prof. Kerstin Schultz

Bachelorarbeit SS 2017 an der HS Darmstadt

Jagdschloss Mönchbruch | Spa- und Aktivkonzept nach Sebastian Kneipp

Konzeptgrundlage ist das von Sebastian Kneipp veröffentlichte Gesundheitsmodell, welches auf den fünf Säulen – Wasser, Heilpflanzen, Balance, Bewegung und Ernährung – beruht.

Da der Innenhof das Herzstück der Anlage bildet, positionierte ich die Erschließungszone Richtung Hof, um stets einen Außenbezug sicherzustellen. Der entstandene Gang dient als Aufenthaltsfläche, indem er mit den Freiflächen ineinander übergeht. Durch die Lage der einläufigen Treppen wird der Gang in seiner Achse betont. Seitlich der Treppen befinden sich geschlossene Bereiche, mittig eher freiere Flächen mit einem zentralen Luftraum. In den Gebäudeflügeln eröffnen sich Gemeinschaftszonen, welche räumlich gerahmt sind.
Im Erdgeschoss liegt der Bereich des Ankommens, die wesentlichen Kneippanwendungen, sowie ein geschützter Saunabereich mit Außenanlage.
Im Obergeschoss hingegen findet man verschiedene Erholungsangebote wie einen Ruheraum, eine Bibliothek, Massageräume, aber auch ein Bistro und einen Bewegungsraum vor.
Melissa Hannappel


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 06. Juli 2017.

Jurybegründung: Konsequent werden in dem Entwurf die Gesundheits-gedanken von Kneipp verfolgt. Die Arbeit überzeugt durch das sensible Wechselspiel von Natur und Gebäude. Die ruhige Darstellung beeindruckt vor allem durch die interdisziplinäre Verwendung unterschiedlicher Techniken. Die stimmige und überraschende Materialcollage rundet den Entwurf ab.


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Kristina Jenkel: "Weiherhäuser – Konzeptentwurf für Kreativräume in der Natur"

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Kristina Jenkel: „Weiherhäuser – Konzeptentwurf für Kreativräume in der Natur“ 

Bachelorarbeit SS 2017 an der Hochschule Rosenheim
Betreuung: Prof. Franz Robold und Prof. Rainer Haegele

Bachelorarbeit SS 2017 an der Hochschule Rosenheim

Weiherhäuser – Konzeptentwurf für Kreativräume in der Natur

Neue Arbeitswelten und die damit verbundenen Veränderung der Bürostrukturen stellen Unternehmen und die Anforderungen an die Räumlichkeiten vor neue Herausforderungen.
Immer mehr interdisziplinäre Teams arbeiten an neuen innovativen und kreativen Ideen. Dafür braucht es angepasste Räume, die eine flexible Arbeitsweise zulassen.

Das entstandene Areal der Weiherhäuser mit seinen drei verschiedene Häusertypen –  Kreativhaus, Arbeits-, und Schlafhäuser –  geht ideal auf die Bedürfnisse eines mehrtägigen „Design Thinking Workshops“ ein. Die Häuser liegen an und auf dem Wasser eines Weihers inmitten von Natur. Sie sind durch eine natürliche Landzunge in einen Arbeits- und einen Wohnbereich geteilt.

Das Kreativhaus ist ein offen gestalteter Raum für freie Gedanken und Innovationen, der sich nach und nach entwickelt. Durch seine flexiblen Module kann er auf jede Phase des kreativen Prozesses und dessen Teilnehmer individuell eingehen. Ergänzend dazu gibt es Arbeitshäuser mit einem großzügigen Außenbereich für Teamarbeit sowie Schlafhäuser. Durch die Anordnung der Häuser auf der großzügigen Wasseroberfläche ist ein natürlicher, freier und vernetzter Ort für Gedanken und Ideen entstanden. Kristina Jenkel


Die Bewertung der Abschlussarbeiten erfolgte am 12. Juli 2017.
Jury: Claudia Schütz | Vizepräsidentin bdia, Dorothee Maier | Vorstand bdia LV Bayern, Tina Gratzfeld | Mitglied bdia Beirat LV Bayern, Matthias Kopielski | Mitglied bdia Beirat LV Bayern, Merle Neumann und Christian Sedlmeier |  Sieger bdia ausgezeichnet! 2016

Jurybegründung: Die Klarheit des Entwurfs der Weiherhäuser zieht sich von der Idee bis hin zur Ausbildung der Baukörper. Die Natur vereint hier Rückzugs- mit Kreativräumen und schafft dadurch neue Synergien. Dies wird unterstützt durch die reduzierten und einladenden Innenräume. Zudem bietet die modulare Bauweise Möglichkeiten zur flexiblen Anwendung. Durch die eingängige Darstellung der Präsentation wird das Konzept direkt begreifbar.


bdia anerkannt! Master für Kristina Herrmann: "Klang der Materie – Ausstellung zum Thema Materialbewusstsein"

bdia anerkannt! Master für Kristina Herrmann: „Klang der Materie – Ausstellung zum Thema Materialbewusstsein“

Masterarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Ulrich Nether, Prof. Jörg Kiefel

Masterarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Ulrich Nether, Prof. Jörg Kiefel

Klang der Materie – Ausstellung zum Thema Materialbewusstsein

Der Mensch ist umgeben von Materie. Der Mensch selbst ist Materie.
Diese Arbeit ist eine theoretische und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Materialbewusstsein im Wohnraum.

Materie wird Material und das Material benötigt der Mensch um seine Umwelt so zu gestalten, dass er sich wohl fühlt. Doch mit was für einer Materialität fühlt er sich wohl? Gerade in Bezug auf seine pri­vate Wohnumgebung. Welche Bedürfnisse hat der Mensch an Materialität im Wohnbe­reich? Es ist wohl gewiss, dass der Mensch sich seine Umwelt formt und seine Identität dadurch ausdrückt. Aber nimmt der Mensch die Materialien auch wirklich noch als das wahr was sie sind?

Basierend auf dieser theoretischen Arbeit entsteht die narrative Ausstellung „Der Klang der Materie“. In dieser Ausstellung sind Gedanken Exponate zu sehen, die das Thema Materialbewusstsein auf unterschiedliche Weise aufgreifen und dadurch den Besucher auf anschauliche Art zum Nachdenken anregen soll. Kristina Herrmann


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 21. Juli 2017. Jury: Jutta Hillen |Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied NRW, Karin Friedrich-Wellmann | Innenarchitektin bdia, Lina Kufahl | Ausgezeichnete Wintersemester 2016/17

Jurybegründung: Die Arbeit von Kristina Herrmann beeindruckt durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Materialbewusstsein’ in der heutigen Gesellschaft. Die Ausstellung ist in Dialogform gehalten, das Außen und das Innen von Alltagsgegenständen werden gekonnt und teilweise humorvoll gegenübergestellt, verglichen und mit gesellschaftlichen Werten in Verbindung gebracht. Mit großem Tiefsinn und einem phantasievollen und sehr ästhetischen Ausstellungsdesign ist diese Arbeit von besonders hoher Entwurfsqualität geprägt.
Eine Arbeit, die begeistert und berührt.


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Rhea Adaimi: "The GLASS HOUSE"

bdia ausgezeichnet! Bachelor für Rhea Adaimi: „The GLASS HOUSE“

Bachelorarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Carsten Wiewiorra, Dipl.-Ing. Christian Schulze

Bachelorarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Carsten Wiewiorra, Dipl.-Ing. Christian Schulze

The GLASS HOUSE

Inspiration

Mit 14 Jahren habe ich mit meinen Eltern eine Glasbläserei besucht.
Es war in Saida, im Süd-Libanon, weit von Beirut entfernt. Hier waren wir in einem Gebiet des Libanons, das wir nicht so gut kannten und wir mussten mehrmals fragen, um das Glasatelier zu finden. Endlich kamen wir an und konnten das Atelier besuchen, um zu erfahren, wie die wunderschönen Gläser, Kannen und Schalen entstehen. Scheinbar mühelos blies der Bläser in sein Rohr und kreierte die wunderbarsten Gebilde.
Für die neuen Formen wurde altes Glass geschmolzen als Voraussetzung für eine neue Farbigkeit. Der Arbeitsraum war dunkel und die Wände schwarz verrußt. In der Mitte stand ein vier Meter langer Brennofen, an dem gearbeitet wurde. Wir konnten zusehen, wie aus einer glühend heißen Masse langsam schöne organische Formen entstanden. Die mundgeblasenen Elemente setzten durch ihre Schönheit und Transparenz einen großen Kontrast zu dem dunklen Raum.
Schon aus dem 13. Jahrhundert kennen wir Gläser, die im östlichen Mittelmeerraum entstanden. Dieses handwerkliche Wissen der Glasbläserei wurde über hunderte von Generationen weitergegeben. Leider hat die Glasblaserei im Vorderen Orient und im Libanon nicht mehr die Bedeutung, die sie einmal hatte. Durch die wiederholten Kriege mussten die Glasbläsereien schließen.
Da ich diese Tradition so faszinierend finde, wollte ich in meiner These einen Weg finden, dieses  Brauchtum wieder zum Leben zu erwecken, in dem ich das traditionelle mit dem Modernen verbinde. Mein Ziel war es ein raumliches Konzept zu entwickeln was  Menschen die Lust gibt diese Kunst entdecken zu wollen.

Konzept

Der erste Schritt bestand darin, das Atelier zugänglicher zu machen.
Deshalb habe ich nach einer neuen Lage gesucht, die noch im Umkreis der Hauptstadt liegt und sich zusätzlich in einem ruhigen Umfeld befindet.
Das neue Gebäude ist ein circa 100 Jahre alter Tierstall mit Kreuzgewölbe, an dem später ein moderneres Obergeschoss zugefügt wurde um als Wohnung zu dienen. Schon das Gebäude symbolisierte für mich das Wiederaufleben von etwas Altem.
Das Atelier soll für den Besucher ein Ort zum Entspannen sein, an dem man mit Familie und Freunde die alte Tradition wieder neu entdecken kann.
Für die Handwerker sollte das Atelier mit mehr Licht zum Arbeiten, mit mehr Platz und Freiraum zum bewegen und mehr Stauraum zum unterbringen von Werkzeugen, Materialien und weiteres ausgestattet sein.
Zusammengefasst sollte es ein Ort sein, wo Handwerker und Besucher aufeinander treffen und wo die Möglichkeit besteht, dass der Arbeiter über die Arbeitsweise Auskunft gibt. Aus dieser Überlegung heraus habe ich das Gebäude in drei Zonen eingeteilt: das Arbeiten, das Kaufen und das Ausruhen (Atelier, Shop, Cafe). Diese drei Zonen soll der Besucher nacheinander durchlaufen.
Als Erstes durch das Atelier im Obergeschoss. Hier tritt er direkt mit der Glasbläserei in Kontakt, wo er den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen und mit ihnen sprechen kann. Durch eine Stufe sind Besucher und Arbeiter voneinander getrennt, können jedoch zusehen
Danach geht der Besucher die Treppen hinunter durch den Shop, wo er die Glaselemente, die er zuvor noch im Atelier gesehen hatte, wiederfinden und kaufen kann.
Zuletzt geht er durch den gewölbten Teil des Gebäudes, wo er sich im kühlen Raum auf den verschiedenen Sitzelementen ausruhen, Kaffee von der Theke holen oder einfach die sonnige Terrasse genießen kann.
Im Außenbereich befinden sichTreppen und eine lange Rampe, die den Besucher wieder zum  Ausganspunkt zurück bringen. Der Besucher ist somit einen Rundgang durchgelaufen.

Materialen

Als Materialien habe ich helle Farben gewählt, die die Transparenz der Glaselemente hervorheben. Da Glas ein Rohmaterial ist, habe ich mich für hellen Estrich und hellen Beton entschieden, da diese ebenso rohe Materialien sind.
Glas wird schon seit hunderten von Jahren verwendet, ebenso wie Terrazzo-Böden, die es schon seit der römischen und griechischen Antike gibt. Daher habe ich im Untergeschoss einen hellen Terrazzo-Boden und einen etwas dunkleren Terrazzo für einige Sitzelementen verlegt. Die zufällige Verteilung der Terrazzosteinchen ist genauso einzigartig wie die mundgeblasenen Glaselemente. Diese Böden fallen nie gleich aus und sind immer individuell verschieden, genauso wie die Glaselemente.
Da Beton und Terrazzo kalte Materialien sind, habe ich zusätzlich Sitzelemente aus Holz entworfen, die die Atmosphäre gemütlicher machen.

Formen

Geblasenes Glas hat eine sehr organische Form mit vielen Rundungen. Im Atelier habe ich diese Form aufgenommen, indem der Boden genauso wie das Glas „aufgeblasen“ ist. Die unterschiedlichen Bodenhöhen wechseln in weichen Wellen und erschaffen eine Trennung zwischen Besucher und Handweker.
Halbkreise, die an hochgestellte Bögen erinnern, geben den Arbeitsbereichen eine gewisse Räumlichkeit. Diese hochgekippten Bögen kann man im Erdgeschoss nochmal wiederfinden, nämlich da, wo sie eine der zwei Sitzbänke und die Fensterfassade umgibt, sowie in der gewölbten Mauerdecke.
Um diesen Rundungen einen Konstrast zu geben, gibt es ein paar gerade Elemente, wie beispielsweise die Theke, die den ganzen Raum durchschneidet.
Die Sitzelemente sind tief und breit, fast auf Bodenhöhe mit Kissen, welche an die orientalische Art zu sitzen erinnern.

Zusammenfassung

In meinem Projekt habe ich versucht, die Tradition mit der Moderne zu kombinieren: das Arbeiten mit dem Entspannen, das Orientalische mit dem Europäischen. Durch Materialien und Formen wollte ich eine ruhige Atmosphäre erzeugen, die die Schönheit des Glases zur Wirkung   bringt. Für mich war es wichtig einen Weg zu finden, die Neugierde der neuen Generationen für das traditionelle Glasblasen zu erwecken, indem ich es in einen moderneren Kontext gesetzt habe.
Ich würde mich freuen, wenn diese Tradition in den orientalischen Ländern wieder ins Leben gerufen würde und habe in meiner These versucht zu zeigen wie man durch Innenarchitektur dieses Ziel erreichen könnte. Rhea Adaimi


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 21. Juli 2017. Jury: Jutta Hillen |Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied NRW, Karin Friedrich-Wellmann | Innenarchitektin bdia, Lina Kufahl | Ausgezeichnete Wintersemester 2016/17

Jurybegründung: Rhea Adaimi schafft in ihrer Arbeit einen Ort, der eine beeindruckende Kombination aus traditioneller orientalischer und moderner westlicher Architektur bietet. Während Gäste Einblicke in die geschichtsträchtige Technik des Glasblasens erhalten, laden Café und Shop zu Entspannung und Erwerb ein. Die Arbeit überzeugt durch ihre konzeptionelle Tiefe, die ästhetische Darstellung, die klare Formsprache und nicht zuletzt durch die besondere Eigenständigkeit der Entwurfsidee.


bdia anerkannt! Master für Jane Frenzel: "Symposiarch"

bdia anerkannt! Master für Jane Frenzel: „Symposiarch“

Masterarbeit SS 2017 an der AdbK München
Betreuung: Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmannund Prof. Gregor Eichinger

Masterarbeit SS 2017 an der AdbK München
Betreuung: Prof. Carmen Greutmann-Bolzern, Prof. Urs Greutmannund Prof. Gregor Eichinger

Symposiarch

Ein Symposiarch, war jene Person, welche während eines Symposions, einer frühen Form des Zusammentreffens der alten Griechen, darauf Acht gab, dass die Geselligkeit, die Leichtigkeit des Miteinanders und die Freude an der Kommunikation mit den Tischgenossen nicht schwindet.
Eben jene Funktion übernimmt der vorzustellende Tisch selbst.
Dem Konzept dieses Esstisches liegt die Idee zugrunde, in inszenatorischer und experimenteller Weise eine zunehmende Intimität innerhalb der Tischgesellschaft zu erzeugen.
Die Basis dafür schafft die runde Tischform. Hier werden sichtbare Hierarchien aufgehoben – alle sind sich gleich und gleich nah.
Der Tisch ist größenvariabel und wird nach Ende eines jeden Menüganges ringweise verkleinert. Die Tischgesellschaft wird so schrittweise näher zueinander geführt. Jenes Prinzip wird durch ein begleitendes Geschirrset unterstützt; beim einzelnen Teller für jeden beginnend, über einen Teller für zwei, hin zu einer gemeinsamen Dessertplatte für alle.
Ein intensives und kommunikatives Miteinander entsteht. Jane Frenzel


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 07. Juli 2017. Jury: Rainer Hilf | Vorsitzender bdia LV Bayern und Ehrenpräsident,
Claudia Schütz | Vizepräsidentin bdia, Dorothee Maier | Vorstand bdia LV Bayern, Bernhard Rückert | Mitglied bdia Beirat LV Bayern, Lisa Jackermayer | Siegerin bdia ausgezeichnet! 2016

Begründung: Ein Esstisch, bei dem man sich mit fortschreitender Dauer des Abends immer näher kommt. Ein variabler Tisch, der sich ringweise verkleinern lässt. Diesen Ringen ist je nach Menüfolge speziell gestaltetes Geschirr zugeordnet, das in den Ringfugen geführt wird. Der Tisch wird zum Kommunikationsmittel. Die Idee lässt viel Raum für ein intensives, geselliges Miteinander. Die innovative Ausführung macht dieses Erlebnis auch möglich.


bdia ausgezeichnet! Master für Aline Lefarth: "Koepchenwerk – Umgestaltung des denkmalgeschützten Pumpenspeicherkraftwerks am Hangsteysee"

bdia ausgezeichnet! Master für Aline Lefarth: „Koepchenwerk – Umgestaltung des denkmalgeschützten Pumpenspeicherkraftwerks am Hangsteysee“

Masterarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.- Ing. Iris Baum, Prof. Michel Melenhorst

Masterarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.- Ing. Iris Baum, Prof. Michel Melenhorst

Das Koepchenwerk – Eine neue Nutzung für das Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke am Hengsteysee

Das Koepchenwerk ist eines der ersten verwirklichten Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland.
Das neue Nutzungskonzept für das denkmalgeschützte Gebäude beinhaltet einen Erlebnispfad, der dem Besucher die Geschichte und die Funktionsweise des Pumpspeicherkraftwerks auf spezielle Weise näherbringt.
Außerdem integriert es Übernachtungsmöglichkeiten für Fahrradfahrer, Wanderer und Industrietouristen. Sowohl der Besucher als auch der Hotelgast erlebt das Gebäude am besten, indem er sich auf den Weg begibt.
Der Weg führt über insgesamt 5 Ebenen durch das gesamte Gebäude entlang der imposanten Maschinen. So eröffnet er dem Besucher verschiedene Blickwinkel in die alte Maschinenhalle. Entlang dieses Weges entstehen unterschiedliche Einbuchtungen, die zum Verweilen und Innehalten einladen. Auf diesen Einbuchtungen befinden sich große Wassertropfen, die scheinbar von der Decke herunter tropfen.
Man kann in sie hineinkriechen, sich hineinlegen und setzen und sich auf verschiedenen Höhen über den Maschinen hängen lassen. Aline Lefarth


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 21. Juli 2017. Jury: Jutta Hillen |Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied NRW, Karin Friedrich-Wellmann | Innenarchitektin bdia, Lina Kufahl | Ausgezeichnete Wintersemester 2016/17

Jurybegründung: Die Idee von Aline Lefarth, im denkmalgeschützten Pumpenspeicherkraftwerk am Hengsteysee, einen Erlebnispfad und einen Hotelbetrieb zu installieren, überzeugt mit einem mutigen und innovativen Konzept und einer originellen Raumwirkung.
Wasser und Elektrizität werden zum Leitmotiv für den Entwurf. So findet der Besucher in der ehemaligen Maschinenhalle große Wassertropfen als hängende Sitzgelegenheiten aus Drahtgeflecht in unterschiedlichen Höhen vor, um aus unterschiedlichen Blickwinkeln den Raum zu erleben, Leuchten erinnern an Tropfen, deren kreuzende Kabel an Strommasten. Für Fahrradtouristen werden doppelstöckige Nester zum zu Hause auf Zeit.
Die überzeugende Entwurfsidee, der zielgerichtete und bedachte Umgang mit Materialien und Formen sowie die Funktionalität zeichnen diese Arbeit aus. Die ansprechende Art der Präsentation weckt zusätzlich die Lust auf diesen Ort.


bdia ausgezeichnet! Master für Franziska Heller: "Bar Code"

bdia ausgezeichnet! Master für Franziska Heller: „Bar Code“

Masterarbeit SS 2017 an der HS RheinMain Wiesbaden
Betreuung: Prof. Uwe Münzing

Masterarbeit SS 2017 an der HS RheinMain Wiesbaden

Bar Code – Codierung der verschiedenen Bartypen und Entwicklung typologischer Konzepte unter dem Aspekt Corporate

Die Idee dieser Arbeit entstand aus folgendem Gedanken heraus:
Bar ist nicht gleich Bar.
Jede Bareinrichtung sendet einen eigenen Code aus. In analytischer Vorarbeit, entstand eine Codierung verschiedener Bars in Form von grafischen und sehr prägnanten Darstellungen. Diese Analyse wurde schließlich auf einen Entwurf der Bartypen American Bar und Tagesbar übertragen.
Hier spielt das Glas, welches man in der Hand hält und über welches man den Geschmack aufnimmt, eine große Rolle. Es wurde eine neue Markenwelt für die Glas- und Porzellanmanufaktur Rosenthal entwickelt.
Beide Bars befinden sich auf der selben Ladenfläche, werden jedoch im Raum durch eine raumübergreifende, skulpturale Gitterstruktur klar gegliedert.
In der Tagesbar nimmt man Platz an der langen Tafel und in der American Bar genießt man seinen Cocktail in einer intimen und verborgenen Atmosphäre. Franziska Heller


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 19. Juli 2017. Jury: Simone Ferrari | Innenarchitektin BDIA,
Dieter Schmidt | Innenarchitekt BDIA, Schmidt Holzinger & Stephan Herold | Dipl.-Ing. (FH) Innenarchitektur, orthentisch /Hästens, Wiesbaden

Jurybegründung: Überzeugt hat die Jury der räumlich klar gegliederte Entwurf, dem eine raumgreifende Gitterstruktur skulpturale Form gibt und dem ein kontrastreiches, spannendes Materialkonzept atmosphärische Dichte verleiht”. Besonders herausheben möchte die Jury die grafisch bildliche und sehr prägnante Darstellung der Analyse.