Der Konvent der Baukultur 2026 der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der interdisziplinäre Dialog für die Zukunft unserer gebauten Umwelt ist. Vertreter*innen aus Politik, Planung, Wissenschaft und Verbänden diskutierten zwei Tage lang darüber, wie qualitätsvolles Planen und Bauen den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit begegnen kann. Für den bdia waren Präsident Prof. Carsten Wiewiorra, die Vizepräsidentinnen Andrea Rausch und Gabriela Hauser sowie Geschäftsführerin Mandy Heinrichson und Susann Kreplin aus der Bundesgeschäftsstelle vor Ort.
Besonders beeindruckt haben uns die Keynotes von Prof. Dr. Mazda Adli und Hon. Prof. Anna Heringer. Beide machten deutlich, welchen Einfluss Gestaltung auf Gesundheit, Wohlbefinden und das gesellschaftliche Miteinander hat – Themen, die seit vielen Jahren im Mittelpunkt der Arbeit des bdia stehen. Umso mehr freuen wir uns, Prof. Dr. Mazda Adli im November beim Innenarchitektur Summit 2026 in Berlin als Speaker begrüßen zu dürfen.
Ein weiteres Highlight war die Studierenden-Werkschau „30 m³ Baukultur – Macht was draus!“. Sie gab jungen Planer*innen eine Bühne, ihre Ideen für die gebaute Umwelt der Zukunft zu präsentieren. Besonders gefreut hat uns, dass auch ein Projekt von Innenarchitektur-Studierenden der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold vertreten war.
Baukulturbericht 2026/27: Innenarchitektur wichtiger Teil des Berichts
Im Rahmen des Konvents wurde auch der neue Baukulturbericht 2026/27 „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“ der Bundesstiftung Baukultur vorgestellt. Der Bericht setzt ein starkes Zeichen für die Bedeutung qualitätsvoller Gestaltung und macht deutlich: Baukultur ist weit mehr als Architektur. Sie beeinflusst Gesundheit, Sicherheit, Wohlbefinden, Produktivität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit genau jene Themen, für die Innenarchitekt*innen täglich Verantwortung übernehmen.
Besonders bemerkenswert ist, wie deutlich sich die Perspektive der Innenarchitektur im Bericht wiederfindet. Räume werden nicht allein als funktionale Hülle verstanden, sondern als Lebensräume, die mit allen Sinnen wahrgenommen werden und das Verhalten, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen unmittelbar beeinflussen. Der Bericht beschreibt, dass Gestaltung keine dekorative Ergänzung, sondern eine grundlegende gesellschaftliche Aufgabe ist.
Er greift aktuelle Erkenntnisse zur Wirkung von Tageslicht, Materialität, Akustik, Orientierung und Atmosphäre auf und zeigt anhand zahlreicher Beispiele, welchen Beitrag qualitätsvolle Gestaltung leisten kann – von Gesundheitsbauten über Schulen und Arbeitswelten bis hin zu Wohngebäuden und öffentlichen Einrichtungen. Themen wie demografischer Wandel, klimaresiliente Bestandsentwicklung und flexible Nutzungskonzepte werden dabei ebenso behandelt wie die Bedeutung gut gestalteter Arbeitswelten für Motivation, Kreativität und Leistungsfähigkeit.
Besonders hervorzuheben ist außerdem, dass Innenarchitektur im Kapitel zur Gestaltung sicherer Umgebungen ausdrücklich als eine der Disziplinen genannt wird, die Verantwortung für eine sichere, funktionale und zugleich menschenorientierte gebaute Umwelt tragen. Der Bericht macht deutlich, dass Sicherheit nicht allein durch Technik entsteht, sondern durch gute Planung: durch Orientierung, Übersichtlichkeit, Rückzugsräume, ausgewogene Raumproportionen und eine Gestaltung, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird.
Damit bestätigt der Baukulturbericht auf nationaler Ebene, was der bdia seit vielen Jahren vertritt: Innenarchitektur gestaltet Lebensqualität. Sie schafft Räume, die Gesundheit fördern, soziale Teilhabe ermöglichen und das tägliche Leben positiv beeinflussen.
Ein gemeinsamer Erfolg: Der bdia hat seine Expertise eingebracht
Dass die Innenarchitektur im Baukulturbericht diese Sichtbarkeit erhält, ist kein Zufall. Bereits im Frühjahr 2025 besuchte der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Baukultur, Reiner Nagel, gemeinsam mit seinem Team die Bundesgeschäftsstelle des bdia. In einem intensiven fachlichen Austausch konnten wir die Perspektiven unseres Berufsstands einbringen und aufzeigen, welchen Beitrag Innenarchitektur zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen leistet.
Der bdia hat dabei zentrale Themen wie Gesundheit, Wohlbefinden, Sicherheit und die Wirkung gestalteter Innenräume eingebracht. Darüber hinaus haben wir Expert*innen vermittelt und beispielhafte Projekte benannt, die die Leistungsfähigkeit und Relevanz der Innenarchitektur anschaulich machen.
Dass sich viele dieser Inhalte nun im Baukulturbericht wiederfinden, zeigt: Die kontinuierliche fachliche und politische Arbeit des bdia trägt Früchte. Als Berufsverband bringen wir die Expertise der Innenarchitektur aktiv in übergeordnete Debatten ein und sorgen dafür, dass unser Berufsstand dort vertreten ist, wo die Leitlinien für die Zukunft des Planens und Bauens entwickelt werden.
Der Baukulturbericht 2026/27 ist deshalb nicht nur eine wichtige Veröffentlichung für die gesamte Planungsbranche, sondern auch ein starkes Signal für die Innenarchitektur. Er bestätigt ihre gesellschaftliche Relevanz und macht deutlich, dass qualitätsvolle Gestaltung von Innenräumen ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Baukultur ist.






