Die Architektengesetze der einzelnen Bundesländer definieren die Berufsaufgabe von Innenarchitekten im Grundsatz wie folgt:

Berufsaufgaben der Innenarchitekten sind insbesondere die

  • gestaltende
  • technische
  • wirtschaftliche
  • ökologische und
  • soziale Planung

von Innenräumen und den damit verbundenen baulichen Änderungen von Gebäuden.

Innenarchitektur umfasst den Innenausbau, die Einrichtung und die Ausstattung von Neubauten sowie den Umbau, den Innenausbau, die Einrichtung und die Ausstattung von   Gebäuden im Bestand, sowie die räumliche Erweiterung und Ergänzung vorhandener Objekte, Umnutzungen auch mit Nutzungs- änderungen, Modernisierungen, Sanierungen, Entkernungen und Revitalisierungen.
Ihre fachliche Qualifikation und Sensibilität für das Planen und Gestalten im Neubau und Bestand, ihre Ausbildung und Erfahrung befähigen die Innenarchitekten, mit umfangreichen und diffizilen Ausbaumaßnahmen das direkte Umfeld der Menschen entsprechend deren Bedürfnissen und Ansprüchen zu planen und begleitend umzusetzen. Dies schließt je nach Bedarf auch Fassaden- änderungen, Eingriffe in die tragende Substanz eines Gebäudes oder die Erweiterung bestehender Raumstrukturen mit ein.
Als Voraussetzung dafür besitzen Innenarchitekten die in den Landesbaugesetzen geregelte Bauvorlageberechtigung.

Innenarchitekten sind Fachleute

  • für das Innere von bestehenden oder neu zu planenden Gebäuden
  • für die mit der Planung von Innenräumen in Zusammenhang stehenden baulichen Änderungen von Gebäuden
  • für die innere Funktion, Konstruktion, Ästhetik und Atmosphäre von Objekten,
  • für das physische, psychische und soziale Wohlbefinden des Menschen.

Innenarchitekten sind Diplom-Ingenieure, Diplom- Designer, Bachelor und Master mit einem abgeschlossenen Studium an einer Hochschule, mit mindestens zwei-jähriger Berufspraxiszeit
und haben die von den Länderkammern vorgeschriebenen Fortbildungen zur Eintragung absolviert.
Die „Berufsbezeichnung Innenarchitekt“ ist in Deutschland gesetzlich geschützt, sie darf nur führen wer Mitglied in der Architektenkammer und in die Architektenliste seines Bundeslandes eingetragen ist.
Innenarchitekten arbeiten wie der Gebäude planende Architekt nach den anerkannten Regeln der Baukunst und Technik auf der gesetzlichen Grundlage der HOAI.
Für ihren Aufgabenbereich sind sie Treuhänder des Auftraggebers, Hauptverantwortlicher bei der Baumaßnahme, Koordinator im Prozess einer „integrativen Planung“.
Sie stimmen alle bei der Baumaßnahme beteiligten Fachdisziplinen, wie Statik, Gebäudetechnik, Brandschutz und Bauphysik untereinander sowie mit ihrer Planungs- und Gestaltungskonzeption ab.

Damit verbunden sind

  • die Beratung und Betreuung des Auftraggebers in den mit der Planung und Ausführung des Bauvorhabens zusammenhängenden Fragen,
  • die koordinierende Lenkung und Leitung der Planung und Ausführung sowie
  • die Rationalisierung von Planung und Ausführung.
  • die Erstellung der Bauvorlagen

Der Innenarchitekt ist damit der Sachwalter für

  • kontrollierte Qualität im und am Gebäude,
  • technische und konstruktive Perfektion,
  • Schadensfreiheit,
  • Wirtschaftlichkeit,
  • Kosten- und Terminsicherheit.

Die planerischen Tätigkeitsbereiche der Innenarchitekten sind sehr vielseitig und anspruchsvoll.
Sie befassen sich mit:

  • Ausstellungsbauten
    (z.B. Kommunikation im Raum: Messestände, Ausstellungsgestaltungen für Firmen und Museen)
  • Betreuungs-, Pflegebauten und Bauten für das Gesundheitswesen
    (z.B. barrierefreiem und altersgerechtem Bauen für Senioren, Menschen mit Behinderungen und Kinder, Empfangs- und Aufenthaltsbereiche, Patientenzimmer in Heimen, Tagesstätten und Krankenhäusern, Arzt- und Zahnarztpraxen, Reha-/Therapiezentren)
  • Design
    (z.B. individuellen Möblierungen, Möbel und Einbauten, Produktdesign, Leuchtendesign und Lichtplanungen)
  • Freizeit- und Erholungsbauten
    (z.B. Kureinrichtungen, Freizeitparkbauten, Sportstätten, Schwimmbäder, Saunen und Wellnessbereiche)
  • Handelsbauten
    (z.B. individueller Ladenbau, Shopdesign, Fachgeschäfte und Sonderbereiche in Einkaufsmalls)
  • Hotel- und Gastronomiebauten
    (z. B. Empfangs- und Erschließungsbereiche, Gastronomien, Küchen und Zimmer von Hotels, Spa-Bereiche ,Restaurants und Bars, Casinos)
  • Kulturbauten
    (z.B. Versammlungsstätten, Empfangs- und Erschließungsbereiche, Theater, Kino- und Konzertsäle, Bühnenbilder, Andachts- und Kirchenräume)
  • Sakralbauten
    (z.B. Aussegnungsstätten)
  • Schulungs- und Forschungsbauten
    (z.B. Foyers, Erschließungsbereiche, Klassenzimmer, Bibliotheken, Mensen und Küchen von Schulen, Akademien, Instituten, Hochschulen und Laboren)
  • Verwaltungsbauten | Verkehrsbauten
    (z.B. Eingangs- und Empfangsbereiche, Büros, Arbeitsplatzgestaltungen, Konferenz- und Schulungsräume, Betriebsgastronomien von Büro-, Verwaltungsgebäuden und Banken
  • Verkehr
    (z.B. Innenraumgestaltung von Kreuzfahrtschiffen und Yachten, Flugzeugen, Bahnwagons und Wohnwagen, Bereiche in Verkehrsbauten wie Bahnhöfen, Flughafengebäuden)
  • Wohnungsbau
    (z.B. Umbau und Modernisierungen von Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbauten, individuellen Küchen, Bäder- und Möblierungsplanungen, Wohn- Schlaf- und Wellness-bereiche)

Weitere Dienstleistungen erweitern und ergänzen oft die planerische Tätigkeit der Innenarchitekten:

  • Beratende Tätigkeiten (u. a. Wohn- und Arbeitsplatzberatung, Wettbewerbsberatung, Projektsteuerung, Ökologische und Baubiologische Beratung, Feng Shui Beratung, Geomantie)
  • Denkmalpflege (u. a. Bestandserfassungen, Nutzungskonzeptionen unter denkmalpflegerischen Aspekten)
  • Fachplanungstätigkeiten (u. a. Licht- und Akustikplanung)
  • Barrierefreies Planen
  • FM (Facilities Management) Gebäudemanagement während der Nutzungsphase eines Gebäudes
  • Kommunikationstätigkeiten (u. a. journalistische Tätigkeit, Seminar- und Vortragstätigkeiten)
  • Machbarkeitsstudien vor Beginn der Planungsphase
  • Sachverständigentätigkeit, staatliche anerkannte Sachverständige, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige
  • SiGeKo (Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator)
  • Visualisierungen (u. a. Modellbau, 3 D- Animationen, Fotografie)
  • Forschungs- und Lehrtätigkeiten

 

Die Gesamtzahl der berufstätigen Innenarchitekten in der Bundesrepublik beträgt  5.774
(Stand: 01.01.2015)

Quelle: bdia und Bundesarchitektenkammer

Unsere Website wird im Laufe des November überarbeitet und aktualisiert.

Dieser Seitenbereich wird dann mit neuen Beispielen gefüllt. Danke für Ihre Geduld.

Beispiele Innenarchitektur