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18. März 2016

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Dominique Fritsches „Flagshipstore Converse in Berlin“ und BDIAnerkennung! für Jumana al Moyed

Hochschule Darmstadt: Die Bewertung von 17 Bachelor- und 3 Masterarbeiten erfolgte am 28. Januar 2016. Teilnehmer der Jury waren: Prof. Anke Mensing, Landesvorsitzende BDIA Rheinland-Pfalz/Saarland und Innenarchitektin Daniela Sachs Rollmann, Innenarchitekt Pierre Grün, BDIA Vizepräsidentin und Innenarchitektin Pia A. Döll sowie die Preisträgerin des Vorjahres Katharina Jungfleisch.

BDIAusgezeichnet! Bachelor für Dominique Fritsches für „Flagshipstore Converse in Berlin“

Aufgabe war es, einen Flagshipstore für Converse in einem ehemaligen Parkhaus in Berlin zu entwerfen, als sogenannter Customer-Touchpoint, in dem das sinnliche Erlebnis im Vordergrund stehen sollte.

Dominique Fritsches_SchnittansichtDie Erfolgsgeschichte von Converse begann auf dem Basketball-Court. Vor über 100 Jahren gegründet, hat Converse bis heute über 600 Mio. Paar Chucks verkauft und dabei die Straßen erobert. Converse setzt sich für soziale Projekte ein, unterstützt Musiker mit eigenen Aufnahmestudios und bietet lokalen Künstlern eine Plattform für ihre Kunst. Die Marke motiviert zum selber Tun und Kreieren individueller Produkte.

IMG_8527_Dominique FrischtesMein Konzept greift die Erfolgsstory auf und schafft neben der eigentlichen Verkaufsfläche eine Eventfläche, auf der Jugendliche nicht nur Basketball und Streetball spielen, sondern auch Hip-Hop und Streetdance tanzen können. Nachwuchs-Musiker und DJ’s präsentieren sich in coolen Clubnächten und bei Musikevents. Lokale Künstler zeigen ihre Kunstwerke und Graffiti auf den Betonflächen im Innern und an der rückwärtig geschlossenen Außenfassade. Die Basketballhistorie wird auch aufgenommen durch das Element der Tribüne, wo sich Freunde in der Freizeit treffen zum Zuschauen und Chillen, ergänzt durch den sich anschließenden Loungebereich. Der komplette Eventbereich kann durch Schließen von Rolltoren an den Treppen zum Verkaufsbereich, abends und an den Wochenenden völlig autark betrieben werden.

DSCF6446Die Zonierung orientiert sich an den für Parkhäuser typischen Höhenunterschieden der Parkebenen, durch welche die Grundfläche geteilt wird.
Die Verkaufsfläche liegt mit dem Haupteingang auf Straßenniveau. Der 1,05m tiefer liegende Eventbereich wird über kurze Treppen und Rampen, sowie dem im Treppenhauskern liegenden Aufzug erschlossen. Die Parkhausrampe führt auf die sog. Customizing-Zone.

Highlights und Blickfang sind

  • die Präsentationswand für Chucks gegenüber dem Informations- und Kassentresen. In eine 3 m hohe Metallwand aus Schwarzstahl wurden Halbkreise gelasert und die Ausschnitte herunter gebogen. Darauf können Chucks in allen Farben platziert, aus dem Hintergrund beleuchtet und so in Szene gesetzt werden.
  • große gläserne Hubstaffeltore an der Planckstraße, welche die Fassade fast völlig öffnen. Sie ermöglichen leichten Eintritt und transportieren die Stimmung von Innen nach Außen. Passanten werden so auf den Shop aufmerksam und hineingelockt. Auch die restliche großflächige Verglasung macht die Gebäudegrenzen transparent und erlaubt interessante Blickbezüge zwischen Außen und Innen. Dabei sind die einzelnen Fensterelemente zwischen die Stützen gesetzt, um die alte Parkhausstruktur erkennbar zu lassen.
  • die Möglichkeiten zur Selbstgestaltung von Schuhen, Kleidung und Accessoires der Marke Converse auf der Galerie mithilfe von Nieten, Ösen und bunten Schnürsenkeln oder auch Anbringen von Siebdruck und Stickereien aus über 150 Motiven auch lokaler Künstler.
  • interessante Blickbezüge z.B. auf den Spielbetrieb, in den Verkaufsbereich u.a.
  • die Tribüne, welche die verbindende Rolle zw. dem tiefer liegenden Eventbereich und der eigentlichen Verkaufszone übernimmt. Sie bildet am Spielrand Sitzplätze und Treppen, die vom Innen- in den Außenraum führen, umschließt den Loungebereich mit großzügigen Sitzflächen und bildet im Verkaufsraum das Möbel zur Präsentation von Schuhen, Kleidung und Accessoires mit integriertem Stauraum.

CONVERSE BERLIN macht die Marke erlebbar und wird zum neuen IN-PLACE. (Betreuung Prof. Carsten Gerhards)

Jurybegründung: Ein spielerischer, innovativer Umgang mit dem Raum zeichnet diese Arbeit aus. Die gelungene Kombination aus vorhandener Bausubstanz und dem urbanem Lifestyle der Marke Converse schaffen gleichzeitig funktionale und spannende Raumnutzungen. Der Flagshipstore öffnet sich zum öffentlichen Raum, wird sinnvoll erschlossen und bietet dadurch einen Platz für sportliche Aktivitäten. Außen- und Innenraum erzeugen so einen Ort an dem Marke, Produkt und Zielgruppe harmonisch verschmelzen.

BDIAnerkennung! Bachelor für Jumana al Moyed für „Flagshipstore Converse in Berlin“

IMG_3029_klein_Jumana Al Moyed_Darmstadt 2Der zu entwerfende Converse Laden befindet sich im Herzen von Berlin in einem alten Parkhaus. Das neunstöckige Gebäude liegt an der Kreuzung Dorotheenstraße, Plankstraße, parallel zur stark besuchten Einkaufsstraße Berlin Friedrichstraße und unweit von vielen Sehenswürdigkeiten und Menschenmassen. Da der ursprüngliche Haupteingang des Parkhauses in einer Hintereinfahrt liegt, wurde der Ladeneingang zur Kreuzung Dorotheenstraße, Plankstraße verlegt.

Das Gebäude ist in Splitlevel aufgeteilt. Aus diesem Grund liegt das Untergeschoss einen Meter unter der Geländeoberkante auf der Haupterschließungsseite. Um den Eingang wieder auf einer Höhe mit dem hinteren Bereich des Parkhauses zu bringen, würde der Boden an dieser Stelle erhöht werden. So ergibt sich ein Pfad der geradewegs durch den Verkaufs- und Präsenationsbereich leitet.  Im Kontrast zum kalten, massiven Bestand soll der Ausbau eine gewisse Leichtigkeit und Wärme ausstrahlen. Dies wird durch die Anwendung von Holz und geschwungenen Wegen zur Aufbrechung des strengen Stützenrasters erreicht.

01e4e6a089f05c0e04e1d13d1d7a4448b864b205dbEin Steg vom Eingang schnürt sich über verschiedene Niveaus zu einer Schrankinsel mit Anprobemöglichkeiten. Von dort aus gelangt man auf die bestehende Parkhausrampe, die als Sitzfläche für Vorführungen auf einer Leinwand dienen kann, ins Obergeschoss. Zusätzliche Sitzbänke, inspiriert von der klassischen Basketball Sitzbank, bieten eine weitere Möglichkeit Produkte auszustellen. Im Obergeschoss befindet sich eine Getränkebar mit einer Lounge, die wegen der niedrigen Raumhöhen aus tieferem Sitzmobiliar ausgestattet ist.  Vom Obergeschoss aus sieht man die von der Berliner Mauer inspirierten Stahlbetonwände, die über zwei Ebenen reichen und die Stadt in den Store einbinden sollen.

Eine Treppe auf dieser Galerie führt ins Untergeschoss, welches eine große Freifläche für Events und Veranstaltungen bietet. Zudem ist hier eine Kreativbar vorhanden, an der man seine Schuhe selbst entwerfen kann. Eine zweite Podestebene kann als Veranstaltungsbühne für z.B Converse Musikevents oder  Meet and Greet‘s mit Athleten genutzt werden. Da der Innenraum sehr lebendig ist, wurde bei der Gestaltung der Fassade darauf geachtet, dass sie sehr schlicht und minimal bleibt und doch die Marke Converse wiederspiegelt. Alle Regale im Innenraum dienen gleichzeitig als Schaufenster. (Betreuung Prof. Carsten Gerhards)

Jurybegründung: Reminiszenz an die Stadt Berlin. Deren Geschichte aus Mauer, Trennung, Bunker und Graffiti wird neu interpretiert und in Szene gesetzt. Dem relativ kühlem
und rauem Ambiente aus Beton und Stahl, steht als Kontrast die fließende Erschließung des Verkaufsbereichs aus Parkettboden und Holzsystemmöbeln entgegen. Dadurch entsteht eine klare und nachvollziehbare Trennung der Funktionsbereiche, in denen Marke und Produkt erlebbar werden.

 

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