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4. November 2015

bdia im Gespräch mit… Gebriele Tepasse, BDIA NRW

Gabriele Tepasse, BDIA NRW. Foto: Nicole SchluseWas brauchen Menschen, die trauern?
Da Trauer genauso individuell ist wie es die Menschen sind, gibt es keine allgemeinen Regeln. In vielen Kulturen ehren die Menschen ihre Toten bis heute mit aufwändigen Zeremonien, an denen vom Kind bis zum Greis die gesamte Dorfgemeinschaft teilnimmt.In Deutschland und der westlichen Welt hingegen ist der Tod im Alltag kaum mehr präsent. Wer aber einen wichtigen Menschen verloren hat, muss Abschied nehmen. Das braucht Zeit. Und einen Ort, der die Möglichkeit dazu bietet.

Was kann und muss der Raum als Ort des Abschieds können/leisten?
Wer trauert, fällt aus dem Rahmen. Für den Alltag und die üblichen menschlichen Kontakte haben Trauernde oft weder Kraft noch Sinn. So werden Abschiedsräume oder Kolumbarien zu Rückzugsorten, in denen individuelle Trauer möglich sein muss und zu denen keine Schwellenangst entstehen darf. Trauernde leben in einer besonderen Gefühlswelt, es werden immer wieder persönliche Dinge mitgebracht, die in gewisser Weise Berücksichtigung finden müssen.

Wer hat Sie als Vorbild inspiriert?
Inspiration findet sich heute vielfältig, immer und überall. Vor allem, wenn es gelungen ist, Räume perfekt auf Benutzer/Bewohner auszurichten und in eine spürbar gute Form zu bringen.

Welche Aufgabe hat Sie zuletzt begeistert?
Begeisterung setzt wunderbarerweise immer noch mit jedem ersten Gespräch ein, das ich mit den Menschen führe, die eine Aufgabe an uns herantragen. Das tolle an unserem Beruf ist, dass nie Langeweile entsteht, wir abwechslungsreiche Aufgaben bekommen, verschiedensten Menschen und somit immer neue Herausforderungen begegnen, an denen man wächst.

Und welches Thema bereitet Ihnen im Moment Kopfzerbrechen?
Die immer kürzere Planungs- und Bauzeiten!

Welchen Ort haben Sie in diesem Jahr für sich entdeckt?
Einfachste Holzhäuser in Schwedens Wäldern und Schären. Vollständige Klarheit, was man zum Glücklich sein alles nicht braucht!

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im BDIA?
Aktivität ist Passivität immer vorzuziehen. Der Austausch im Netzwerk der Kollegen unverzichtbar. Eine starke Berufsvertretung mit guter Öffentlichkeitsarbeit stärkt die Präsenz und das Bild des Berufsstandes, was ich für absolut notwendig halte.

Gabriele Tepasse ist Innenarchitektin und seit 1994 Mitglied im BDIA.
www.innenarchitektur-st.de

Erschienen in der AIT 11/2015
Foto: Nicole Schluse

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