Bauherrengespräche 1

Lebendige Räume für Kinder
Gespräch mit der Bauherrin Dr. Katharina Dorandt, Kinderzahnarztpraxis, Hamburg. Innenarchitektin: bksn architektur innenarchitektur, Hamburg

Wie haben Sie Ihre Innenarchitektin gefunden?
Unsere Töchter gingen in denselben Kindergarten. So haben wir uns kennengelernt. Bei einem Besuch bei ihr zuhause war klar, dass wir geschmacklich voll auf einer Wellenlänge liegen – und so gab es keinen Zweifel, wer meinen anstehenden Praxisausbau betreuen muss.

Was waren die wichtigsten Ziele, die Sie zu Beginn Ihrer Zusammenarbeit definiert haben?
Ich hatte bereits sehr genaue Vorstellung zu Materialien, Farben und Ausstattung. Meine Ideen wurden wunderbar aufgenommen und von der Innenarchitektin perfekt in stimmige und funktionale Räume umgesetzt. Ich wollte Praxisräume, über die ich mich jeden Tag freuen kann. Die Kinder, meine Patienten, sollen sich wohlfühlen, aber auch deren Eltern.

Was lief besonders gut, was weniger?
Alle am Bau Beteiligten waren Teil eines Teams – die Kommunikation klappte hervorragend, wir hatten Spitzenhandwerker auf der Baustelle, ein großes Glück! Da ich schwanger war und nicht mehr arbeitete, hatte ich entsprechend Zeit, den Umbau als Bauherrin zu begleiten. Probleme konnten so schnell gelöst, Entscheidungen getroffen werden.
Eine Praxis ist eine sehr spezielle Bauaufgabe, man muss sich in so viele Vorschriften und Regeln hineindenken – darauf hätten wir uns noch besser vorbereiten können. Das Projekt war insgesamt eine sehr positive Erfahrung.

Eine Anekdote aus der Bauzeit?
Unser geplantes Riesenaquarium sprengte die erlaubte Nutzlast, also mussten wir es etwas verkleinern und unseren Wunsch, echte Felssteine zu verwenden, aufgeben.

Was macht Kinder als Patienten so besonders?
Kinder sind grundehrlich, ein echtes Geschenk, dies täglich erleben zu dürfen. Man muss sich ihr Vertrauen verdienen und darf es nicht enttäuschen. Unsere Räume und unsere Ausstattung sind vielfältig und lebendig und bestens geeignet, ängstliche Kinder zwischendurch auch mal abzulenken.

Wie reagieren denn die Kinder auf die Praxisräume?
Sie lieben das Wartezimmer, das Aquarium, fühlen sich sehr wohl. Die meisten kommen sehr gerne wieder. Die Beschaffenheit der Räume spielt eine wesentliche Rolle für das Wohlbefinden – gerade bei Kindern


Bauherrengespräche 2

Corporate Office - Identität eines Raumes.
Gespräch mit Bauherr Jörg Schubert, Bantleon, Hannover. Innenarchitektur: Anne Stallkamp, Hannover

Wie haben Sie Ihre Innenarchitektin gefunden?
Im Internet. Die Referenzprojekte und vor allem die Website der Innenarchitektin überzeugten mich sofort. Für mich war klar: wer seine Website nicht modern und ansprechend gestaltet, ist auch kaum in der Lage, Projekte ästhetisch anspruchsvoll umzusetzen.

Was waren die wichtigsten Ziele, die Sie zu Beginn Ihrer Zusammenarbeit definiert haben?
Eine klare räumliche Lösung für unsere neue Büroetage. Das Zusammenspiel von Einzel- und Gruppenbüros über Flurzonen und Meeting-Points ist sehr gut gelöst. Transparente Materialen spielen eine wichtige Rolle, damit alle – selbst wenn hinter verschlossenen Türen telefoniert wird – einen Bezug zu den Kollegen habe. Auch die hervorragende akustische Qualität war eine Maßgabe, denn diese ist ganz entscheiden für das Wohlbefinden.

Was lief besonders gut, was weniger?
Schwierig war die Konstellation individueller Mieterausbau mit sehr hohem Anspruch versus Standardausbau seitens des Vermieters. Hier musste sehr viel koordiniert werden – und Einiges auch doppelt angefasst werden. Beim nächsten Mal würde ich klarere Absprachen mit dem Vermieter treffen, Pauschalen verhandeln und Wesentliches selbst mit der eigenen Innenarchitektin umsetzen.

Eine Anekdote aus der Bauzeit?
Als das allererste Muster für die „Akustografien“, die akustisch wirksamen Grafiken geliefert wurden, kämpften meine Innenarchitektin und ich über eine Stunde mit der Verpackung. Wir hatten einfach nicht das richtige Werkzeug, um die speziellen Verschraubungen zu lösen. Das war fast Slapstick Comedy!

Wir kam es zur Verwendung der künstlerischen Grafiken in den Räumen?
Der Künstler Olaf Hajek hat individuelle Illustrationen für unser Unternehmen und unsere Produkte erstellt. Die kleinen bunten Originale hängen in meinem Büro. Die Idee der Innenarchitektin war, für die Akustografien die Motive zu vergrößern und in einem akustisch wirksamen Lochmuster in Echtholzpaneelen umzusetzen. So ist eine einzigartiges akustisches und optisches Elemant entstanden.

Wir reagieren die Kunden auf Ihre neuen Räume?
Kunden und Mitarbeiter fühlen sich sehr wohl. Die Gestaltung der Räume ist hochwertig, modern, seriös -  und ohne Protz, ein für mich sehr wichtiger Aspekt in meiner Finanzbranche. Die Kollegen lieben das kleine, aber sensationelle Casino und verbringen auch ihre Pausen sehr gerne im Büro.


bdia im Gespräch mit... Sabine Keggenhoff, Arnsberg

Was raten Sie Ihren Absolventen an der PBSA Düsseldorf, wenn sie ihren Abschluss in der Tasche haben?

Ich rate meinen Masterabsolventen, dass sie so schnell wie möglich in den beruflichen Alltag einsteigen, um ‚schlussendlich’ Praxiserfahrung zu erlangen. Den Bachelorstudierenden, kann ich zwischen den Studiengängen gleiches ans Herzen legen – liegt doch in der Kürze und Struktur des Studiums, der Formation von Basiswissen und Werkzeug, doch wenig Möglichkeit ergänzend noch ein praxisorientiertes Arbeiten zu vermitteln.

Was beschäftigt die Studenten am meisten?

Ich habe das Gefühl, dass die Studierenden viel Zeit und Energie damit verbringen, dass sie neben dem eigentlichen Studium sich selbst finden wollen und müssen, das richtige Maß an persönlichem Ansatz und gestalterische Aussagen entwickeln. Dabei gilt es eine gewisse Pragmatik zu erlernen, die nicht direkt erschütterbar ist, sich auf dem Prüfstand beweisen kann und den Nutzen des eigenen Vorgehens erkennen lässt.

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Bauherrengespräche 3

Kleines Budget – große Wirkung
Gespräch mit Bauherrein Ulrike Franciscki, Salon Franciscki, Altötting

Wie haben Sie Ihre Innenarchitektin gefunden?
Wir stammen beide aus Altötting, wir besuchten schon denselben Kindergarten. Nachdem Veronika nach dem Studium wieder zurückkam, war sie meine Kundin in meinem damaligen Friseursalon. Ich kannte und mochte ihre Arbeiten sehr. Und als ich einen neuen eigenen Salon eröffnen wollte, wurde meine Kindergartengefährtin und Kundin meine Innenarchitektin.

Was waren die wichtigsten Ziele, die Sie zu Beginn Ihrer Zusammenarbeit definiert haben?
Ich wollte auf gar keinen Fall einen geschleckten Schicki-Micki-Salon, sondern einen gemütlichen Ort, aber mit urbanem Charakter, eine Werkstatt eben. Mit einem Tisch in der Mitte. Mit diesem Wünschen sind wir gestartet und ich war ganz offen für Vorschläge zur Gestaltung und Umsetzung. Der Salon befindet sich in einem ehemaligen Altöttinger Plattenladen, der absoluten Kultstatus für meine Generation hatte. Ich wollte unbedingt diese positive Energie und den Charme des alten Ladens bewahren. Deshalb war auch von Anfang klar, dass die originale Ladentür mit dem Schriftzug zum Einsatz kommt.

Was lief besonders gut, was weniger?
Die Zusammenarbeit während des Planungs- und Bauzeit lief wirklich sehr gut, auch das Budget wurde eingehalten. Nur die Namensgebung verlief etwas holprig– siehe Anekdote nächste Frage!

Eine Anekdote zum Projekt?
Altötting ist ein weltberühmter Wallfahrtsort und meine ursprüngliche Idee war, den Salon „hairgott“ zu nennen. Ich hatte auch den Segen von Pfarrer! Leider gab es aber einen Kollegen, der den Namen bereits verwendete – und so entschied ich mich dann klassisch für „Salon Franciscki“.

Wir kam es zum Graffiti-Motiv an der Wand?
In ersten Überlegungen dachten wir an ein Deckenmotiv, aber dann stießen wir bei unseren Recherchen auf das berühmte Banksy-Motiv. Für mich ist es die Altöttinger Version von „What happens in Vegas stays in Vegas“: Was hier im Salon gesprochen wird, bleibt auch hier. Wir sind diskret, eine wichtige Eigenschaft in meinem Beruf. Am Ende wird fein säuberlich gekehrt. Das Motiv ist überraschend, clever und ein bisschen rough – ich liebe es.

Wir reagieren die Kunden auf die Haarwerkstatt?
Meine Kunden fühlen sich sehr wohl, sie sagen, es ist gemütlich wie in einem Wohnzimmer. Der Tisch in der Mitte unterstreicht den unkomplizierten Werkstattcharakter. Und er regt sehr zur Kommunikation an. Die Atmosphäre im Salon ist wunderbar.


bdia im Gespräch mit... Sabine Keggenhoff, Arnsberg

 

 

Was raten Sie Ihren Absolventen an der PBSA Düsseldorf, wenn sie ihren Abschluss in der Tasche haben?

Ich rate meinen Masterabsolventen, dass sie so schnell wie möglich in den beruflichen Alltag einsteigen, um ‚schlussendlich’ Praxiserfahrung zu erlangen. Den Bachelorstudierenden, kann ich zwischen den Studiengängen gleiches ans Herzen legen – liegt doch in der Kürze und Struktur des Studiums, der Formation von Basiswissen und Werkzeug, doch wenig Möglichkeit ergänzend noch ein praxisorientiertes Arbeiten zu vermitteln.

Was beschäftigt die Studenten am meisten?

Ich habe das Gefühl, dass die Studierenden viel Zeit und Energie damit verbringen, dass sie neben dem eigentlichen Studium sich selbst finden wollen und müssen, das richtige Maß an persönlichem Ansatz und gestalterische Aussagen entwickeln. Dabei gilt es eine gewisse Pragmatik zu erlernen, die nicht direkt erschütterbar ist, sich auf dem Prüfstand beweisen kann und den Nutzen des eigenen Vorgehens erkennen lässt.

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bdia im Gespräch mit... Tanja Remke, Barsinghausen

Tanja Remsig, Barsinghausen

Für sich selbst bauen - eine Herausforderung?
Ja – und Nein. Zum einen liegt im „Für-sich-selbst-bauen“ ein großer Reiz. Man startet mit dem Gedanken, die eigenen gestalterischen Ideen und Ansprüche konsequent verwirklichen zu können, man ist ja Innenarchitekt und Bauherr in einem. Aber natürlich ist das nicht so. Wie jeden Bauherren trafen auch uns die Themen der Kosten und baulichen Grenzen, insbesondere da es sich bei unserem Gebäude um ein denkmal- geschütztes Stallgebäude aus dem 15. Jahrhundert handelt.
Auf der anderen Seite ist „bauen-für-sich-selbst“ konkret und begreifbar. Man ist mit allen Themen und natürlich auch allen Problemen selbst befasst, es entsteht daher kaum Unsicherheit oder Unklarheit.

Eine Anekdote aus der Bauzeit?
...war der Abend, bevor wir am nächsten Tag die Bestellung für den geplanten Massivholz-Dielenboden hätten auslösen müssen.
Aus einem Bauchgefühl heraus entstand der Gedanke „Das passt nicht. Das wird zuviel.“ Wir haben im gesamten Haus Seekiefer-Sperrholzplatten verlegt.

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bdia im Gespräch mit... Simone Jüschke, Frankfurt

Jüschke Zirnbauer, BDIA Hessen

Wo haben Sie das Zeichnen gelernt?

Hauptsächlich während des Studiums in Düsseldorf im Freihandzeichenkurs und Aktzeichnen von Herrn Prof. H. Hofmann – tolle Zeit!

Handskizzen - unschlagbar oder ein alter Hut?
Alles hat seine Berechtigung. Eine Handskizze lässt jedoch den Spielraum zwischen Entwurf und fertigem Objekt, den es oft noch braucht. Das ist für bestimmte Projektphasen zielführender als ein fertiges Bild in die Köpfe zu pflanzen, was am Ende so nicht mehr stimmt. Also: kein alter Hut, sondern altbewährt!

Erwarten Ihre Bauherren eine perfekte Visualisierung?
Nein, nicht unbedingt, vor allem nicht, wenn sie den Aufwand in Zahlen umgerechnet sehen. Perfekte Visualisierungen sind mittlerweile ja geradezu allgegenwärtig und haben sich in ihrer spektakulären Wirkung abgenutzt. Gute Handskizzen mit Charakter und Aussagekraft begeistern viele Bauherrn, oft für sie unerwartet.

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bdia im Gespräch mit... Rebekka Zirnbauer, Ampfing

Rebekka Zirnbauer, BDIA Bayern

Frage an die jüngste bdia Innenarchitektn: Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?

Weil es die Kombination aus Kreativität, Handwerk und Mensch ist - mit all ihren Herausforderungen.

Die größte Herausforderung für unseren Berufsstand aus Ihrer Sicht?

Die Notwendigkeit und das Aufgabenfeld eines/er Innenarchitekten/in begreifbar zu machen. Den meisten Bauherren ist nicht bewusst, dass zum Berufsfeld des Innenarchitekten viel mehr als Farben und Möblierung gehört. Der Architekt ist oft gezwungen in der Gesamtplanung möglichst vielen Anforderungen gerecht zu werden. Der Innenarchitekt hingegen geht viel detaillierter in die Gestaltung der einzelnen Räume sowie auf Anforderungen und Wünsche des Kunden/Bauherrn ein, beispielsweise Raumstrukturen anpassen, Sichtbezüge schaffen oder auch mit Lichtplanung die Qualität der Wohnräume maßgeblich positiv beeinflussen.

Wenn anschließend diese Innenarchitektur/Gestaltung als selbstverständlich wahrgenommen wird, jedes Detail aber für sich steht, hat man als Planer einen guten Job gemacht.

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bdia im Gespräch mit... Johanna Dumitru, München

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BDIA Innenarchitektin, Johanna Dumitru, Bayern

Sie sind BDIA Innenarchitektin und gleichzeitig Förderkreismitglied designfunktion. Was sind Ihre Aufgaben im Unternehmen?

Ich bin Geschäftsführerin des Münchener Standortes von designfunktion und verantworte als Innenarchitektin die gestalterischen Geschäftsbereiche wie unsere Planungsabteilung, die Lichtplanung, Akustik- und Textilfachberatung. Uns ist sehr wichtig, in Projekten außer mit guten Produkten und Einrichtungskonzepten auch ganzheitlich beraten zu können. Das meint ästhetisch, funktional und für viele Gewerke – von der Planung bis zur Umsetzung.

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bdia im Gespräch mit... Andreas Hegenbart, Baden-Württemberg

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BDIA Innenarchitekt Andreas Hegenbart, Baden Württemberg

Sie bieten das BDIA Seminar zu „Kommunikation mit privaten Bauherren“ an. Warum ist dieses Thema so wichtig?

Professionalisierte Kommunikation ist aus vielen Gründen notwendig. Private Bauherrschaft steht oft erstmalig und einmalig im Lebensverlauf einem Bauvorhaben gegenüber mit nachhaltigem und langfristigem Einfluss auf den zukünftig Alltag. Zentrale Fragen dabei sind. Weiß die Bauherrschaft, welche Art Wohnraum sie brauchen wird? Wie sind ihre Vorstellungen? Versteht der Innenarchitekt ihr Anliegen umfassend? Wie können vage Vorstellungen präzisiert oder kann Vergessenes erinnert werden? Unsicherheiten können zu unausgesprochenen Erwartungen an die Innenarchitekten führen. Für die private Bauherrschaft ist die Planungs-, Organisations- und Prozesskultur des Bauwesens Neuland, sie muss also „an Bord geholt“ werden.

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