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13. Mai 2014

BDIA im Gespräch mit… Prof. Jens Wendland von raumkontor, Düsseldorf

Jens Wendland_klein web

Freiheit der Lehre – was bedeutet dies für Sie?
Ein paar Gedankensplitter: ins Offene gehen können, Vielfalt, Reibung, den innenarchitektonischen Kanon dehnen, schütteln, häckseln. Die Lust an der gemeinsamen Weiterentwicklung.

Ist eine neue Generation InnenarchitektInnen in Sicht?
Wie immer, wenn von einer Generation die Rede ist, droht auch bei den Millennials die Klischeefalle. Daher eher persönlicher: ich freue mich auf die angehenden KollegInnen, die mit Leidenschaft etwas wirklich Neues auf die Beine stellen wollen und werden. Mich irritieren diejenigen, die ihr Studium als Ausbildung für einen Job verstehen.

Welches Buch müssen Ihre StudentInnen lesen?
Den ‚Rosinenkönig’ von Fredrik Sjöberg mit dem Untertitel: Von der bedingungslosen Hingabe an seltsame Passionen. Darin findet man ziemlich alles darüber, wie man Innenarchitektur betreiben sollte (wobei zum Glück kein einziges Mal von Innenarchitektur die Rede ist).

Welchen Ort müssen Ihre StudentInnen besichtigen?
Bin momentan sehr begeistert von der Bandbreite der skandinavischen Möbelszene. Das Handwerkliche mit dem Subversiven verbinden, das Sinnliche mit dem spielerisch Leichten. Auf nach Stockholm!

Wer hat Sie als Vorbild inspiriert?
Der leider wenig bekannte Architekt Josef Frank. Seine Idee, die Dinge im Leben zu verankern, indem sie die Selbstverständlichkeit des Zufälligen ausstrahlen (er nannte das Akzidentismus), hat mich schon früh gepackt. Wer keine Angst vor Farbe hat, sollte auf seine Stoffentwürfe achten.

Welche Aufgabe hat Sie zuletzt als Innenarchitekt und Lehrender begeistert?
Die Auseinandersetzung mit der Romantik im Rahmen der Entwicklung von Möbeln und Objekten. Von düsterer Melancholie bis sinnlichem Überschwang ist alles dabei – sehr inspirierend!

Mit welchen Menschen würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten?
Ich würde uns (und insbesondere mich) gerne besser verstehen lernen – vielleicht würde ein Projekt mit einem Neurowissenschaftler weiterhelfen?

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im BDIA?
Innenarchitektur muss deutlich präsenter werden!

Prof. Jens Wendland ist Innenarchitekt, lehrt an der FH Kaiserslautern und ist seit 2013 Mitglied im BDIA.
»www.raumkontor.com
»Lehrstuhl FH Kaiserslautern

Erschienen: AIT 5/2014
Foto: Sönke Peters

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