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28. März 2017

bdia im Gespräch mit… Tanja Remke, Barsinghausen

Tanja Remsig, Barsinghausen

Für sich selbst bauen – eine Herausforderung?
Ja – und Nein. Zum einen liegt im „Für-sich-selbst-bauen“ ein großer Reiz. Man startet mit dem Gedanken, die eigenen gestalterischen Ideen und Ansprüche konsequent verwirklichen zu können, man ist ja Innenarchitekt und Bauherr in einem. Aber natürlich ist das nicht so. Wie jeden Bauherren trafen auch uns die Themen der Kosten und baulichen Grenzen, insbesondere da es sich bei unserem Gebäude um ein denkmal- geschütztes Stallgebäude aus dem 15. Jahrhundert handelt.
Auf der anderen Seite ist „bauen-für-sich-selbst“ konkret und begreifbar. Man ist mit allen Themen und natürlich auch allen Problemen selbst befasst, es entsteht daher kaum Unsicherheit oder Unklarheit.

Eine Anekdote aus der Bauzeit?
…war der Abend, bevor wir am nächsten Tag die Bestellung für den geplanten Massivholz-Dielenboden hätten auslösen müssen.
Aus einem Bauchgefühl heraus entstand der Gedanke „Das passt nicht. Das wird zuviel.“ Wir haben im gesamten Haus Seekiefer-Sperrholzplatten verlegt.

Haben Sie durch diesen Prozess besondere Erkenntnisse für Ihre eigenen Bauherren als Innenarchitektin gewonnen?
Aus meiner Sicht ist es neben den fachlichen Dingen ebenso wichtig, den Bauherren im gesamten Bauprozess mit all seinen Höhen und Tiefen begleiten zu können. Da hilft die eigene Erfahrung natürlich.

Wer hat Sie als Vorbild inspiriert?
Die skandinavische Architektur und Innenarchitektur. Der Einsatz von authentischen Materialien, der Umgang mit Farbigkeit und Licht, die Ruhe und Zurückhaltung in der Gestaltung waren wichtige Gestaltungsthemen für uns.

Welche Aufgabe hat Sie zuletzt begeistert?
Der Entwurf für die Neustrukturierung der Büroflächen eines gemeinnützigen Vereins.

Und welches Thema bereitet Ihnen im Moment Kopfzerbrechen?
Ein Wettbewerbsentwurf. Wir sind ein junges Büro und sind zum ersten Mal zu einem Wettbewerb eingeladen worden.

Welchen Ort (Stadt/Gebäude) haben Sie in letzter Zeit für sich entdeckt?
Das Connecticut General Life Insurance Building von SOM in Bloomfield, USA von 1957.
Es war das erste Gebäude mit einem von Beginn an interdisziplinären Planungsprozess, an dem auch Innenarchitekten beteiligt waren.

Warum engagieren Sie sich als Mitglied im bdia?
Mir ist der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit Berufskollegen und -kolleginnen wichtig.

Was ist Ihre Meinung dazu?