Aktuelles

Das bdia-Blog

30. Januar 2017

bdia ausgezeichnet! für Corinna Lüddecke „Wanderlust – Entwurf einer Wanderhütte“

Bachelorarbeit WS 2015/16 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold.
Betreuung: Prof. Carsten Wiewiorra

WANDERLUST Innenarchitektonischer Entwurf einer Wanderhütte in den Alpen

Die Lust am Wandern steigt in unserer heutigen Zeit mehr und mehr. Die immer größer werdenden Anforderungen an die Menschen können nur durch einen individuellen Ausgleich auf lange Sicht gemeistert werden. Dabei können kurze Tagesausflüge, oder längere Reisen für das nötige zur Ruhe kommen sorgen. Geplante Wanderrouten geben bei der Wahl der richtigen Strecke eine Hilfestellung, wie beispielsweise der „E5“. Eine Etappe führt von Oberstdorf über die Alpen bis nach Meran. Auf diesem Abschnitt befindet sich auf 2759 m Höhe die „Braunschweiger Hütte“, welche als planerische Grundlage für die Bachelorarbeit diente.
Die äußeren Erscheinungen der Wanderhütten sind sehr abwechslungsreich und haben einen besonderen Charme, die die faszinierenden Eindrücke des Tages ergänzen.
Das funktionelle Denken, möglichst viele Wanderer pro Nacht unterzubringen, hat jedoch dazu geführt, dass die innenarchitektonische Gestaltung bislang vernachlässigt wurde.
Der neue Entwurf befasst sich zunächst einmal mit der Zusammenfassung von Bereichen gleicher Nutzung. Er soll sich der Mentalität des Wanderns anpassen und somit eine einfache und schlichte Gestaltung besitzen, die den Wanderer bei seiner Ankunft nicht erschlägt, sondern die Möglichkeit bietet, Eindrücke des Tages zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.

Das Erdgeschoss dient im Entwurf nur noch der Ankunft und dem Aufenthalt. Der Empfangsbereich wurde räumlich geöffnet und gibt dem Gast die Möglichkeit sich zunächst zu orientieren. An den Empfang anschließend liegen eine Stube, die der Verpflegung und dem ersten Kennenlernen dient, und ein Loungebereich, der die Kontaktaufnahme der Übernachtungsgäste vertiefen soll.
Die Schlafbereiche wurden komplett in die oberen Etagen verlegt. Es wurden zwei Übernachtungstypen entwickelt. Zum einen gibt es den Zimmertypus, der etwas mehr Komfort und Intimität bietet, und zum anderen gibt es das Matratzenlager, welches möglichst viele Schlafplätze unterbringen, dabei aber auch möglichst viel Intimität bewahren soll.
Ein großer Dachboden bildet das Matratzenlager. Die schon bestehenden Stützen wurden erweitert und als Raster für die Einbringung eines Bettensystems verwendet. Jeder Übernachtungsgast bekommt hier seinen privaten Schlafbereich zugewiesen, in dem eine Beleuchtung, sowie elastische Netze integriert wurden. So kann Mitgebrachtes in unmittelbarer Nähe verstaut werden. Corinna Lüddecke

Die Bewertung der insgesamt 39 Bachelor und 22 Masterarbeiten erfolgte am 5. Januar 2016. Teilnehmer der Jury waren Vera Schmitz, Innenarchitektin und bdia Präsidentin, Innenarchitektin Karoline Kuhlmann, Innenarchitekt Jürgen Otte sowie Christina Koch, Preisträgerin des Vorjahres.

Jurybegründung: Die Gesamtdarstellung der Arbeit dokumentiert die strukturierte Herangehensweise. Die geplante Einrichtung des historischen Gebäudes nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wanderer und gestaltet die einzelnen Nutzungsbereiche differenziert. Die gute Analyse im wird Skizzenbuch dokumentiert und zeigt die Entstehung der Entwurfsidee nachvollziehbar auf. Die Übertragung in die dritte Dimension gelingt überzeugend und in einem großen Umfang. Eine traditionelle Wanderhütte erhält ein junges Gewand.

Was ist Ihre Meinung dazu?