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Innenräume in den Fokus!

Mehr Bühne ging nicht in diesem Jahr: Zum neunten Mal zeichnete der bund deutscher innenarchitekten mit dem Deutschen Innenarchitektur Preis innovative Projekte der Innenarchitektur aus. Der Fokus liegt dabei auf der einreichenden Innenarchitektin und dem Innenarchitekten. Gewürdigt werden Innenarchitekt*innen, die für das Projekt maßgeblich verantwortlich und Entwurfsverfassende sind.

Aus 113 Einreichungen hat die Expertenjury 27 Projekte ausgewählt, von denen vier! Preisträger im Rahmen des Deutschen Architektentags am Abend des 27. September 2019 im bbc Berlin vor rund 500 Gästen gekürt wurden.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Petra Stephan, Chefredakteurin der AIT.

Alle 27 Innenarchitekt*innen sind mit ihren Projekten im Buch „deutscher innenarchitektur preis 2019“ dokumentiert, das ab dem 30. September im Callwey Verlag erhältlich ist.

Die vier Preisträger werden ausführlich in der Oktober-Ausgabe der AIT auf den Seiten der bdia Nachrichten gezeigt.

Hier geht es zur » Bildergalerie vom Abend der Preisverleihung

» 30.09.2019 – Pressebericht und Buch zum Preis erschienen

» 27.09.2019 – Pressemeldung Preisverleihung

» die 27 Ausgezeichneten


1. Preis: „K3 – CityPastoral“ von Sabine Keggenhoff

Das Projekt K3 – CityPastoral“ist mit dem 1. Preis des Deutschen Innenarchitektur Preises 2019 ausgezeichnet worden.

Ein autarker kirchlicher Raum, der als eine mögliche Antwort auf das Kommunikationsbedürfnis einer modernen Gesellschaft erfasst werden kann. Ziel ist es, niedrigschwellig einen Raum zu schaffen, den die Menschen als Anlaufpunkt wahrnehmen.

Aus der Laudatio:

„Das K3-City Pastoral steht exemplarisch dafür, was Innenarchitektur leisten kann.  Durch das City Pastoral wird ein leerstehendes Gebäude zu neuem Leben erweckt und ein Erdgeschoss für eine öffentliche Innenraumnutzung in Wert gesetzt. Erdgeschossen als sozialen Orten und teil-öffentlichen Räumen kommt eine zunehmende Bedeutung für belebte Quartiere und Nachbarschaften zu. Schon Nolli hat in seinem berühmten Plan von Rom die Innenräume von Kirchen den öffentlichen Räumen zugeordnet.

Auf vorbildliche Weise wird beim CityPastoral die Schwelle zwischen Straße und Kirchenraum über eine funktionale Zonierung in Ankommens-, Begegnungs- und Rückzugsbereiche überspielt. Mit perfekt detaillierten und einladenden Holzeinbauten wird eine warme, ruhige und in Teilbereichen intime Atmosphäre geschaffen.

Neben dem gesellschaftlichen Anliegen der Erdgeschossnutzung und der Bestandaktivierung überzeugt allerdings am stärksten die konzeptionelle Unterstützung eines kirchlichen Begegnungs-, Kommunikations- und Andachtsorts neuen Typs. Die Innenarchitektur bildet nicht nur den Rahmen für gesellschaftlich gefragte, neue kirchliche Angebote, sondern wirkt direkt gemeinschafts- bzw. gemeindebildend. Der starke und vorbildlich umgesetzte Innenraumentwurf, der weit in die Nachbarschaft ausstrahlt, hat die Jury komplett überzeugt.“

Laudator: Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur

Preisträgerin:
Sabine Keggenhoff, Prof. Dipl.-Ing. Innenarchitektin bdia, Architektin, studierte an der HS Detmold sowie der University of New South Wales. Büro: KEGGENHOFF | PARTNER. Fotografie: Constantin Meyer


2. Preis: „Simplicity Campus Oelde“ von Frank F. Drewes

Bauherrenwunsch war kein Verwaltungsgebäude im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein Thinktank mit offener Atmosphäre. Zentral sind der Campusgedanke und die Mischung aus Arbeit und Erholung. Sichtbeton, verzinkter Stahl und ein anthrazitfarbener Strukturputz bestimmen die äußere Erscheinung der Architektur. Fenster aus geschwärztem Eichenholz bilden einen natürlichen Gegenpol und leiten in die Materialität der Innenräume über, wo Sichtestrichböden, Mobiliar aus Eiche und Akustikdecken (Holzwolleplatten) zum Einsatz kommen. Diverse Sitz- und Lounge-Bereiche schaffen wohnliche und kommunikative Zonen.

Preisträger:
Frank F. Drewes, Innenarchitekt, Diplom an der RWTH Aachen und Master of Architecture an der UC Berkeley, Kalifornien, USA. Büro: drewes + strenge architektenbda. Fotografie_Luc Zimmermann


2. Preis: „Wohnen im Rinderstall“ von Henrike Becker

Inmitten der Holsteinischen Schweiz, umgeben von Seen, wurde der scheunenartige Rinderstall von ca. 1920 schon etliche Jahre nicht mehr für die Viehwirtschaft genutzt. Ziel des Teilumbaus war es, eine moderne Wohnnutzung zu etablieren, die auf verschiedene Weise die und den Geist des alten Gemäuers einbezieht. Als Reminiszenz an den Stall wurden die bestehende Holztreppe und die alten Stalltüren aufgearbeitet und erhalten. Die unverputzte Innenwand aus Backstein wurde nur leicht geschlämmt und spielt eine zentrale Rolle im Raum. Sie integriert zum einen den Tunnelkamin und verbindet dadurch den Wohn- mit dem Klavier- und Essraum. Neben der Küche gelangt man ins Obergeschoss, dem ehemaligen Heuboden, der durch das Gebälk und die niedrigen Decken weiterhin spürbar bleibt. In diesem wohligen, geborgenen Raum mit tollem Ausblick sind die Funktionen Schlafen, Bad, Ankleide und Büro vereint.

Preisträgerin:
Henrike Becker, Dipl.-Ing. Innenarchitektin bdia studierte Innenarchitektur an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur. Büro: Becker Innenarchitektur Architektur. Fotografie: Lisa Winter


3. Preis: „Blutspenderaum Universitätscampus“ von Sabine Krumrey

Wie werden Studierende zwischen Hörsaal und Mensa zum Blutspenden motiviert? Dies war die zentrale Frage bei der Gestaltung eines Blutspenderaums auf dem Campusgelände der Universität Hamburg. Die Antwort ist ein ungewöhnliches Interior Design, das mögliche Schwellenängste mit augenzwinkernder Coolness beseitigt. Die Herausforderung, mit einem kleinen Budget auf 70 Quadratmetern einen Blutspenderaum mit Empfangszone und zwei innenliegenden Untersuchungszimmern zu errichten, wurde mit kreativen Materialien und Gestaltungsformen wie lackierten Stahlpanzerrohren, Fliesenaufklebern und großformatigen Wandtypografien gemeistert. Seit der Eröffnung findet jeden Donnerstag mit großem Erfolg der „Bloody Thursday“ statt.

Preisträger:
Sabine Krumrey, Innenarchitektin bdia, studierte Innenarchitektur an der HS Rosenheim. Büro: brandherm + krumrey interior architecture. Fotografie: Joachim Grothus

Deutscher Innenarchitektur Preis – nur alle 4 Jahre

Mit dem DIAP zeichnet der bdia bund deutscher innenarchitekten innovative Projekte aus, die vorbildlich konzipiert, gestaltet und ausgeführt worden sind. Der Preis wird nur alle vier Jahre vergeben.

Anhand der ausgezeichneten Arbeiten soll gezeigt werden, welch wichtigen Beitrag Innenarchitektinnen und Innenarchitekten durch ihre Arbeit leisten. Sie sind die Experten für qualitätsvolle Planung und Gestaltung von Innenräumen.

Innenräume – ob privat oder öffentlich – sind ein wesentlicher Bestandteil unserer gebauten Umwelt. Ihnen kommt somit eine hohe Bedeutung für unser tägliches Leben zu.


Deutscher Architektentag 2019

Unter dem Motto „Relevanz – Räume prägen“ erwartete die Teilnehmer am 27. September 2019 ein Festival der Architektur und ein Tag voller Fortbildungspunkte, Preisverleihung und Party.
Der gesamte Berufsstand mit all seinen Fachrichtungen war aufgerufen, planerische und berufspolitische Perspektiven aktiv mitzugestalten und am DAT teilzunehmen.

TERMINE:

Preisverleihung: 27. September 2019 im Rahmen des Deutschen Architektentags 2019.
Ort: bcc Berlin
Uhrzeit: 18:30 bis ca. 19:40 Uhr


„Der Umbau im Bestand wird immer wichtiger, denn die Nachfrage nach Wohnraum oder Büroflächen – in der Stadt als auch auf dem Land – ist hoch. Es werden derzeit mehr Wohnungen genehmigt als tatsächlich fertig gestellt und die Baupreise liegen dazu auf Rekordhoch. Wir müssen uns daher auf den Bestand konzentrieren und ihn nach den Bedürfnissen der Menschen umbauen und gestalten – dafür sind Innenarchitekt*innen die Experten, wie unsere Preisträger mit ihren vielseitigen Arbeiten eindrucksvoll zeigen.“

bdia Präsidentin Vera Schmitz


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