Aufruf zur Projekteinreichung bdia Handbuch Innenarchitektur 2019/20

Auf ein Neues - wieder planen wir das nächste bdia Handbuch Innenarchitektur und freuen uns auf neue Projekte. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihr Projekt im bdia Handbuch Innenarchitektur 2019/20 öffentlichkeitswirksam präsentieren zu können und profitieren Sie von dieser traditionsreichen bdia-Publikation.

Ein unabhängiges Gremium wählt Mitte November 2018 die Arbeiten aus, der geplante Erscheinungstermin des nächsten Handbuchs ist Mai 2019. Begleitend zur Publikation wird ab Sommer 2019 wieder die entsprechende Handbuchausstellung „bdia Best of 2019/20“ produziert.

Folgende Kriterien sind für die Projekteinreichung Handbuch einzuhalten:

  • Nur bdia Innenarchitekt/innen und Mitglieder im bdia können Projekte einreichen
  • Pro Entwurfsverfasser/in sind bis zu zwei Projekteinreichungen möglich
  • Die Fertigstellung liegt im Zeitraum nach dem 1. Januar 2017
  • Die Projektpräsentation (Zeichnungen, Fotos, Text) muss ausgedruckt eingereicht werden. Umfang: max. vier Pappen DIN-A-2; ergänzend max. eine DIN-A-4-Seite Texterläuterung. Digitale Einsendungen werden nicht angenommen.
  • Die Postsendung mit den Unterlagen kann außen mit Ihrem Absender versehen sein. Diesen überdecken wir direkt nach Posteingang. Die Einreichung und Beurteilung erfolgt anonym: Bitte versehen Sie jedes Ihrer Präsentationsblätter mit einem selbst gewählten 5-stelligen Zahlencode
  • Unterschriebenes Formular » Erklärung zur Einreichung mit allen wichtigen Daten.

Die Projekteinreicher verpflichten sich im Falle ihrer Auswahl zur Kostenübernahme für die Erstellung ihrer Handbuchfahne (Kosten ca. 250 €) für die Handbuchausstellung „bdia Best of 2019/20."

Einsendeschluss ist Freitag, der 19. Oktober 2018 (Datum des Poststempels). Wir freuen uns auf Ihre Projekte!

Wir bitten um Verständnis, dass wir eingereichte Unterlagen nicht zurücksenden.


Digitalisierung. Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

Vera Schmitz, Präsidentin bdia

Editorial Heft 7 und 8 / 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im aktuellen bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19 schreiben drei bdia Kolleginnen über die Herausforderung der Digitalisierung für unseren Beruf und unseren Alltag.
Wir möchten diese individuellen und hochspannenden Positionen auch hier in unseren bdia Nachrichten in der AIT (in einer gekürzten Version) vorstellen, denn wir können uns nicht intensiv und differenziert genug mit diesem komplexen Thema beschäftigen. Der Austausch über Positionen, Konzepte, Vorgehensweisen, Soft- und Hardware und Kundenerfahrungen wird also immer wichtiger. Als einziger Berufsverband für die Innenarchitektinnen und Innenarchitekten in Deutschland engagieren wir uns besonders für den Wissenstransfer und die kollegialen Netzwerke. Konkurrenzgetriebene Abschottung bringt uns nicht weiter, das Teilen von Know-how und Erfahrungen ist ein wesentlicher Bestandteil für unseren beruflichen Erfolg.
Wir wünschen Ihnen also ein anregendes Lesevergnügen mit der kleinen Reihe zur Digitalisierung in den kommenden drei Ausgaben.

Ihre Vera Schmitz,
Präsidentin bdia


3 Fragen an... Larissa Kadner, Innenarchitektin | bdia Bayern

Larissa Kadner, Innenarchitektin | bdia Bayern

1. Digitalisierung bedeutet auch die Erweiterung von Realitäten. Ist Ihre reality schon digitally augmented?
Nein, überhaupt nicht. Allerdings fände ich manchmal eine Überlagerung der geplanten Wirklichkeit mit der Wirklichkeit 'im Bestand' schon hilfreich. Sowohl für den Kunden, als auch für uns Planer.

2. Künstliche Intelligenz - sollten wir über ein neue Ethik diskutieren?
Ich denke nicht. Zwar ergeben sich aus der Artificial Intelligence neue Herausforderungen und Fragen, aber diese sollten meiner Meinung nach mit den gleichen humanen Prinzipien beantwortet werden können, die unser Handeln jetzt schon leiten.

3. Was wünschen Sie sich angesichts des steigenden Komplexitätsgrads für die Zukunft des Berufstands?
Eine wachsende Komplexität kann man nur mit dem entsprechenden Wissen beherrschen. Außerdem ist dabei eine klare Leistungsverteilung, aber auch eine gute Zusammenarbeit wichtig. Daher glaube ich ist sowohl das entsprechende Bildungs- bzw. Weiterbildungsangebot grundlegend, als auch eine engere und transparentere Verknüpfung mit den anderen Planern.


"Digitalisierung" von Larissa Kadner, Innenarchitektin bdia, LAKA LAB, München

Häufig wird mir die Frage gestellt, ob ich denn mit einem digitalen Stift arbeite. Die Antwort lautet: Nein, ich benutze noch ganz klassisch Bleistift und Papier. Es gibt keine bessere Art, eine noch nicht ausgereifte Idee Form werden zu lassen. Dabei ist die Übersetzung durch die Hand manchmal so intuitiv, dass ich selbst vom Ergebnis meiner Zeichnungen überrascht bin. Die digitalen Zeichenprogramme sind eine enorme Erleichterung. Sie sparen Zeit, erlauben extreme Präzision und ermöglichen einen schnellen Vergleich verschiedener Varianten. Alle Installationen und Geschosse können überlagert und so auf Unstimmigkeiten untersucht werden. Das einzige Manko ist die Inkompatibilität der unterschiedlichen Programme.

Ein weiterer Aspekt aktuell vorhandener, aber noch nicht vollständig ausgereizter technischer Möglichkeiten ist das dreidimensionale Zeichnen. Viele Zeichenprogramme unterstützen die Erstellung von 3D-Modellen und ermöglichen somit auch das Generieren von Schnitten und Ansichten auf Knopfdruck.

Bis ins letzte Detail ausgearbeitete Hochglanzrenderings sind jedoch mit Vorsicht zu verwenden. Denn wenn die virtuellen Blumen in der Vase bei einer Kundenpräsentation nicht gefallen, wirkt sich das als Minuspunkt für die gesamte Planung aus. Ein Grund, warum ich inzwischen wieder bei den echten Handskizzen angekommen bin. Die „künstlerische“ Arbeit wird von Kunden honoriert, und sie verstehen die Darstellung leichter als einen Entwurf, als Phase und Schritt eines Prozesses. Wir sollten die Phantasie unserer Kunden anregen und das Erfahren der Haptik der eingesetzten Materialien mit echten Materialmustern ermöglichen. Der Prozess des Realwerdens einer Zeichnung ist außerdem viel spannender als die Feststellung, dass die Realität nicht immer ganz der virtuellen Welt entsprechen kann.

Die Digitalisierung der Umgebung, die wir entwerfen, bringt wiederum ganz andere Herausforderungen mit sich. Denn die Planung der Steuerung von Raumtemperatur, Belüftung, Beleuchtung, Alarmanlagen und Türverriegelungen bis hin zum smarten Kühl- oder Weinschrank erfordert inzwischen die Einbindung mindestens eines Fachplaners. „Smart“ bedeutet in der Regel einen Aufpreis, der mit dem Bauherrn ausführlich besprochen sein will. Beim Smart Home von morgen geht es nicht mehr nur um den Komfort, den jeder Einzelne per Touchpad steuern kann, sondern um ein lernendes System, das sich an individuelle Bedürfnisse und Abäufe anpasst. Allerdings ist für die kontinuierliche Auswertung der Nutzerdaten eine komplexe Sensorik und natürlich auch digitalaffine Lebensweise vonnöten.

Das System hat Zugriff auf den Terminkalender, die Kontakte und sogar den Gesundheitszustand der Bewohner, um assistiertes Wohnen bei pflegebedürftigen Personen anbieten zu können. Eine Entwicklung, die angesichts des demografischen Wandels unvermeidbar zu sein scheint und außerdem ein unabhängiges Leben in vertrauter Umgebung auch für Hilfsbedürftige ermöglicht, aber einen Grad an Transparenz erfordert, der im Hinblick auf Datenschutz große Fragen aufwirft.

Aber was bedeuten diese Entwicklungen konkret für die Innenarchitektur? Wie werden solche Projekte geplant? Werden zweidimensionale Pläne irgendwann wirklich passé sein? Wie werden die entsprechenden Technologien aussehen und wie lassen sich von Anfang an alle möglichen, zukünftigen Kontroll-, Steuer- und Gerätekomponenten in die Planung einbeziehen? Welche Materialien werden hierfür zum Einsatz kommen?

Vielleicht hat hier die Innenarchitektur eine ausgleichende Aufgabe: Je digitaler unser Lebensumfeld wird, desto mehr müssen unsere eigenen vier Wände authentisch sein. Je mehr unser Alltag virtuell und global stattfindet, desto greifbarer und konzentrierter muss unsere Umgebung sein. Visuelle Ruhe und fühlbare Echtheit sind dann erst recht die notwendigen Zutaten unserer Designkonzepte.

Larissa Kadner, Innenarchitektin bdia, LAKA LAB, München

 

 


Daten, Transparenz und Verantwortung

Innenarchitektinnen und Innenarchitekten erfassen, speichern, verwenden und löschen in Ihren Büros die Daten von Bauherren, Planungspartnern, Firmen und Mitarbeitern.
Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) baut auf bestehenden Rechtsvorschriften auf, verstärkt aber das Individualrecht auf den Schutz der eigenen, personenbezogenen Daten.

Grundlegendes bleibt wie bisher

Einzelpersonen erhalten mehr Kontroll- und Ahndungsmöglichkeiten und der Schutz vor Datenmissbrauch hat oberste Priorität. Die Regelungen betreffen als „Kleinstunternehmen“ auch Innen/Architekturbüros.
Der für das Datenschutzrecht weiterhin maßgeblichen Grundsatz ist Transparenz.
Personen müssen wissen, dass und wofür sie betreffende Daten erhoben, verwendet oder anderweitig verarbeitet werden. Entscheidend ist auch die Zweckbindung: Daten dürfen nur zu einem vorher festgelegten Zweck und nicht etwa „auf Vorrat“ verarbeitet werden. Und die verarbeiteten Daten müssen auf das für die Zwecke ihrer Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein.

Vertrag, Dokumentation und Rechenschaft

Um die Rechtmäßigkeit seiner Datenverarbeitung nachweisen zu können, ist der Abschluss eines Architektenvertrages unerlässlich. Neu ist der niedergelegte Grundsatz der Rechenschaftspflicht.
Danach ist der Verantwortliche, also der Büroinhaber, für die Einhaltung datenschutzrechtlicher Prinzipien verantwortlich und muss deren Einhaltung auch nachweisen können.
Hilfreich für einen Nachweis ist zum Beispiel, wenn sich das Architekturbüro dahingehend zertifizieren lässt oder so genannte „Auftragsverarbeiter“ einsetzt. Typische Beispiele für eine Auftragsverarbeitung sind die Wartung der Computeranlagen, Aktualisierungen der Software oder die Abwicklung der Gehaltsabrechnungen für Mitarbeiter durch Dienstleister. Wenn in Architekturbüros mindestens zehn Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind, ist ein Datenschutzbeauftragter erforderlich.

Rechte betroffener Personen

Eine wesentliche Erweiterung sind die neu geregelten Rechte der „betroffenen Person“.
Darunter fallen insbesondere die Informationspflichten bei der Erhebung von personenbezogenen Daten.
Für den Architekten bedeutet dies, dass er z.B. seinem Bauherrn beim Abschluss eines Architektenvertrages und der dazu erforderlichen Erhebung von Daten „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form“ mitteilen muss, wer die Daten erhält und zu welchem Zweck. Zum Beispiel als entsprechende schriftliche Vertragsanlage.

Löschung von Daten

Eine weitere Neuerung stellt das „Recht auf Vergessenwerden“ dar.
Danach sind Daten unverzüglich zu löschen, wenn sie für ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt werden. Ausnahme ist wiederum, wenn die Verarbeitung der Daten zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen erforderlich ist.
Vor dem Hintergrund der fünfjährigen Gewährleistungsfrist kann eher nicht erwartet werden können, dass sämtliche Daten bereits nach Abschluss eines Bauvorhabens gelöscht werden. Daten müssen immer datenschutzkonform gelöscht werden, beispielsweise durch einen Fachbetrieb für Aktenentsorgung.

Beschäftigtendatenschutz

Der Beschäftigtendatenschutz entspricht in großen Teilen den bisherigen Regelungen.
Danach dürfen die Daten von Beschäftigten für Zwecke des Beschäftigtenverhältnisses verarbeitet werden, wenn dies für die Entscheidung über die Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses, etwa im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens, erforderlich ist.

Schadensersatz und Geldbußen

Mit der Einführung der DS-GVO erfolgt im Bereich der Bußgeldvorschriften eine deutliche Erhöhung. Nicht zuletzt im Hinblick darauf ist es Architekten zu empfehlen, sich mit den neuen Anforderungen zu befassen.


Quelle: Quelle: Dr. Florian Hartmann/Katrin Dietrich, Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.
» www.aknw.de/Praxishinweise

Ausführliche Informationen zum Thema für (Innen)Architekten finden Sie auf den Seiten der Bundesarchitektenkammer mit weiterführenden Links.
» www.architektendatenschutz.de

Bild: Hans Jürgen Landes. Projekt: Messestand des DTI, imm cologne 2014 von raumkontor, Düsseldorf.


Innenarchitekten müssen in die Lehre! Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

Vera Schmitz, Präsidentin bdia

Editorial Heft 6 / 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Fachkräftemangel wird in den Medien und in der Politik häufig diskutiert, wie sieht es eigentlich in unserem Berufstand aus?

Ich muss sagen, das Thema beschäftigt mich schon lange und ich beobachte mit großem Bedauern, dass Innenarchitektinnen und Innenarchitekten Mangelware an unseren Hochschulen sind! Warum? Haben wir zu wenig ambitionierte Kolleginnen und Kollegen, die in die Lehre möchten, oder sind es die Hochschulen, die bei Nachbesetzungen kein Augenmerk auf den Berufszweig legen?

Unabhängig von den Gründen ist es fragwürdig, inwieweit eine Ausbildung überhaupt qualitätsvoll sein kann, wenn es an entsprechenden Besetzungen an Lehrstühlen fehlt. Ich möchte es mal anders formulieren - was denken Sie, wenn zukünftige Mediziner von Zahnärzten, Heilpraktikern, Naturwissenschaftlern und Medizintechnikern ausgebildet würden? Ich gebe zu, das Bild ist etwas provozierend, aber es macht deutlich, welche Erwartungshaltung doch an eine Hochschulausbildung, neben allem interdisziplinären Anspruch, besteht. Die Kernkompetenzen müssen ausreichend vertreten sein, um den Nachwuchs auf seine Berufswahl hin auszubilden.

Ihre Vera Schmitz,
Präsidentin bdia


3 Fragen an... Tabea Höfer, bdia Bremen-Niedersachsen

Tabea Höfer, Innenarchitektin bdia Bremen-Niedersachsen

1. Sie haben vor 4 Jahren Ihren Abschluss gemacht. Wer hat Sie hauptsächlich unterrichtet an der Hochschule – ArchitektInnen oder InnenarchitektInnen?
Wir wurden hauptsächlich von HochbauarchitektInnen unterrichtet.

2. Wer hat Sie am stärksten geprägt, wer ist Ihr Vorbild?
Beeindruckt haben mich schon immer die Werke von Tadao Andō. Mit seiner klaren, geometrischen Formsprache, dem Spiel mit Licht und Schatten und der rohen Materialität schafft er eine spannungsvolle, minimalistische Architektur mit faszinierenden Innenräumen. Vorbildlich finde ich vor allem auch seinem verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Ressourcen.

3. Könnten Sie sich selbst vorstellen, einmal in die Lehre zu gehen?
Noch während meines Studiums habe ich in Hannover ESTHET Innenarchitektur gegründet und mir damit den Traum vom eigenen Büro erfüllt – dort liegt zur Zeit mein Fokus. Eine Lehrtätigkeit würde ich jedoch per se nicht ausschließen.


"Lehre, Hochschulen und Bewerbungsverfahren" von Prof. Sabine Keggenhoff

Innenarchitekten müssen in die Lehre!

Damit die baulichen und gestalterischen Aufgaben für das Bauen im Bestand und für Innenräume auch in Zukunft von Innenarchitektinnen und Innenarchitekten erfolgreich umgesetzt werden können, ist eine solide und nachhaltige Ausbildung durch Fachleute unerlässlich.
Unser Berufsstand muss bei Auswahlprozessen zur Besetzung von Lehrstühlen viel stärker berücksichtigt werden. Voraussetzung dafür aber sind auch ausreichende und gute Bewerbungen von Innenarchitekten sowie funktionierende Netzwerke.
Wir haben die Innenarchitektin Sabine Keggenhoff nach Ihren Erfahrungen und Einschätzungen gefragt. Neben Ihrer Tätigkeit im Büro ist sie Professorin an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf.

BERUF UND LEHRE - eine Verknüpfung mit Mehrwert

In die Lehre gehen zu wollen und tatsächlich ausgewählt zu werden, gleicht dem Annehmen eines Auftrags, einer weiteren verantwortungsvollen Verpflichtung. Mut machen, sich selbst zu zutrauen, auch ein Feld der Lehre besetzen zu können, darum geht es. Das Engagement für den Inhalt, die Studierenden, für die Sache an sich ist Grundvoraussetzung. Man muss vielen Anforderungen gerecht werden, aber es macht Spaß, sehr viel Spaß sogar.

Der Bedarf ist da. Das ist gut.

Die Studierenden wünschen sich ausdrücklich innenarchitektonische Vorbilder und im Detail ausdrücklich konzeptionell Lehrende, mit Haltung, mit Thema, mit Stringenz und gestalterischer Offenheit. Das bekomme ich immer wieder gespiegelt.

Wir sind eine berufliche Minderheit, wir sollten jedoch nicht wie eine solche agieren - mich befremdet das. Wir bedienen den Markt präzise, wir sind hervorragende Spezialisten und wir wissen was wir können. Der Erfolg gibt vielen von uns Recht. Der Bedarf, die qualitätvollen Anfragen, sind über alle Maßen vorhanden. Man braucht genau uns, uns Innenarchitektinnen und Innenarchitekten und unser Wissen um Raum.

Rahmenbedingungen für die Lehre

Wesentliche Faktoren für eine gute, basisorientierte innenarchitektonische Lehre sind, verlässliche Rahmenbedingungen für Studierende zu schaffen, zugunsten einer wirtschaftlich interessanten und perspektivisch ausbaufähigen Selbstständigkeit. Hier ist meines Erachtens trotz großem Engagement vieler Beteiligter die Faktenlage nach wie vor nicht akzeptabel (Verweis auf: Ausgrenzung bei Wettbewerbsteilnahmen, Einschränkungen bzgl. möglicher Berufsfelderweiterungen, eingeschränkte Bauvorlageberechtigungen, etc.).

Beruf und Lehre zu vereinen; so wie ich es persönlich durchführe; ist mit viel Arbeit und viel Toleranz auf der Büropartnerseite verbunden. Beides soll erfolgreich laufen, so ist mein Verständnis, mein Anspruch, mein Ziel. Das scheint leichter als getan, bekanntermaßen erledigt sich nichts von allein, nichts nebenbei, es lohnt sich aber: keineswegs in klassisch-finanzieller Hinsicht, jedoch ideell, denn es beflügelt den eigenen Kopf, sorgt für regelmäßige Unterbrechungen des eigenen Schaffens und setzt Energien frei.

Gegenseitige Akzeptanz und Wertschöpfung

Wenn Stellen neu besetzt werden, dann fehlt es unter den Kollegen im Fachbereich häufig an Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber Innenarchitektinnen und Innenarchitekten, die sich bewerben. Die Notwendigkeit der Ausbildung durch gelernte Berufsträger wird nicht verstanden.

Das ist so, das sollte man wissen, das sollte jedoch keinesfalls entmutigen, im Gegenteil: Hier gilt es, sichtbar zu werden, Ansprüche zu formulieren, da muss man durch, das ist wie „draußen arbeiten“. Einen Schutzraum im klassischen Sinne gibt es für Innenarchitekten an Hochschulen nicht. Ergänzen möchte ich zusätzlich, dass es ebenso Zeit benötigt, sich im jeweiligen individuellen Hochschulprozess zu finden, zu verorten. Ich persönlich brauchte meinen Moment, zum Teil bin ich heute noch nicht „angekommen“.
Dass will gelernt sein, ebenso wie die internen Prozesse und gelebten Allianzen zu reflektieren und zu akzeptieren.

Ich selbst muss meinen zeitlichen Einsatz an der Peter Behrens School of Arts (PBSA) in Düsseldorf in jeder Woche und in jedem Semester ganz bewusst planen. Ich wollte nie meinen klassischen Berufsalltag verlassen um mich ausschließlich und / oder überwiegend der Lehre zu widmen, denn meine Fachkompetenz erfolgreich bewiesen und ausgeübt zu haben, bzw. weiterhin kontinuierlich auszuüben, befähigte mich ehemals für die „Kompetenzfelderweiterung Lehre“.

Mich interessiert beides, mich beglückt beides, mich motiviert beides.
Innenarchitektur ist kein architektonisches Beiwerk, sondern Zukunft.

Prof. Sabine Keggenhoff ist neben ihrer Tätigkeit im Büro Professorin an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf.

Der Artikel ershien in der AIT 06/2018. Titelgrafik: "Kunst_Werk_Stadt von Christian Sedlmeier, Bachelorthesis Innenarchitektur an der Hochschule Rosenheim.


INNENARCHITEKTENLEHREN. Netzwerk- und Informationsveranstaltung zu Bewerbungsverfahren auf zukünftige Professuren der Fachbereiche Innenarchitektur.
29. OKtober 2018, 15:30 bis 19:00 Uhr im Thonet Showroom, Düsseldorf.

Mehr unter www.bdia.de / INNENARCHITKTEN IN DIE LEHRE!


bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19 erschienen!

Lebensräume gestalten! Das "bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19" des bdia bund deutscher innenarchitekten präsentiert die aktuellen Trends und das herausragende Gestaltungsniveau von Innenarchitektinnen und Innenarchitekten in Deutschland. Von privaten Wohnhäusern, Szene-Gastronomie, Hotel-Design, Gewerbekonzepten bis hin zu öffentlichen Bauaufgaben und Bildungsstätten werden alle Branchen abgebildet. Jedes Projekt wird ausführlich und nachvollziehbar vorgestellt.

Das Zukunftsthema Digitalisierung in der Innenarchitektur wird in den Fachbeiträgen von namhaften Experten beleuchtet. Der Adressteil der bdia-Mitglieder und -Förderpartner, sortiert nach Bundesländern, rundet das Handbuch ab und macht es zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk für die Akteure der Innenarchitektur-Branche und alle, die sich über innovative und kreative Innenraumgestaltung informieren möchten.

„Das Handbuch ist grundsätzlich nicht als Award-Sammlung zu verstehen, sondern als repräsentative Auswahl qualitativ hochwertiger Projekte und Themen,“ sagt Sylvia Leydecker, Redakteurin und bdia Vizepräsidentin.

Der bdia bund deutscher innenarchitekten fördert und festigt seit über 60 Jahren den Berufsstand und die Berufsausübung der Innenarchitektinnen und Innenarchitekten in Deutschland. Dabei setzt er sich als Berufsvertretung seiner Mitglieder für deren Belange in der Öffentlichkeit und gegenüber Wirtschaft und Politik ein. Der bdia ist der größte Innenarchitektenverband in Europa.

29.95€ inkl. 7% MwSt.
Ausstattung: Klappenbroschur
Seitenanzahl: 250
ISBN: 978-3-7667-2346-8

Sie können das Handbuch direkt beim Callwey-Verlag bestellen »»

Das Buch ist über den Buchhandel ebenfalls als E-Book erhältlich.

Projekte des bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19:

  • Metamorphosen – Revitalisierung eines Reihenendhauses, München von Anne Prestel Innenarchitektur, München
  • Verwandlung – Umbau eines 80er-Jahre-Hauses, Ahegg von architektur + raum, Kempten
  • Marina im Souterrain – Modernisierung eines Mitarbeiterrestaurants, Rostock von baustudio Kastl, Rostock
  • Haus XI – Umbau einer Stadtvilla, Westfalen von Henrike Becker Innenarchitektin, Lübeck
  • Pfarrkirche St. Petrus und Paulus – Lichtgestaltung, Neuhausen auf den Fildern von Beckert & Soanca-Pollak, München
  • Chamäleon mit Innenarchitektur – Neubau Büroturm 01 FIT AG, Lupburg von Berschneider + Berschneider Architekten BDA + Innenarchitekten
  • Wer überholen will, muss die Spur wechseln – Workspace, Essen von bkp kolde kollegen, Düsseldorf
  • Atmosphärisches Ganzes – Erweiterung Modehaus Juhasz, Bad Reichenhall von blocher partners, Stuttgart
  • Neue Arbeitswelten – Zalando Lounge Zeughofstraße, Berlin von DESIGN IN ARCHITEKTUR, Darmstadt
  • Mit frischem Wind – Openspace Fläche für Dataport AöR, Altenholz bei Kiel von Lübs und Brendel, Flensburg/Rostock
  • Wohnen und Pege im Sonnengarten – Bettentrakt eines Pflegeheims, Buchen von Ecker Architekten, Heidelberg
  • Maßvoll und elegant – AKRIS Boutique, Düsseldorf von Falkenberg Innenarchitektur, Düsseldorf
  • Von Grund auf anders – Neubau einer Zahnarztpraxis, Riedstadt herzog, kassel + partner, Karlsruhe
  • Box Kitchen – Neuartige Sportstätte, München von iam interior architects munich, München
  • Moderne trifft Geschichte – Kundenbereich der Stadtsparkasse, Augsburg von Innenarchitektur Büro Kolb, Stadtbergen
  • Coole Kiste – Headquarter der codedentric AG, Solingen von Innendesigner Kemper & Düchting, Düsseldorf
  • Erzbischöfliches Berufskolleg – Innenarchitektur der Sonder ächen, Köln von KEGGENHOFF | PARTNER, Arnsberg-Neheim
  • Historische Eleganz – Sanierung eines denkmalgeschützen Schlosses, Göhren-Lebbin von Kitzig Interior Design - Architecture Group, Lippstadt
  • New Office Design – Arbeiten im Hochhaus zur Bastei, Zürich von Landau Kindelbacher Architekten Innenarchitekten, München
  • Neues Maxim Kino – Alte Dame in neuem Kleid, München meierei Innenarchitektur | Design, München
  • BWC Showroom – Neugestaltung eines Showrooms für Immobilien, Berlin von meierei Innenarchitektur | Design, München
  • High-Tech und Sinnlichkeit – Messestand Carpet Concept, Orgatec 2016, Köln von raumkontor Innenarchitektur, Düsseldorf
  • Golden Glamour – Generalsanierung Townhouse HH, Hamburg von Reimann Architecture, Hamburg
  • Modern und lichtdurchflutet – Gestaltung eines Penthouses, Frankfurt am Main von Schmidt Holzinger Innenarchitekten, Rodgau
  • Bibliothek der Generationen – Stadtteilbibliothek Oberhausen-Sterkrade, Oberhausen von UKW Innenarchitekten, Krefeld

Eine druckfähige Datei des Covers können Sie hier downloaden: Cover BDIA 18/19_2D

Kontakt:

bdia bund deutscher innenarchitekten
Referentin für Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Cathrin Urbanek
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang G
10179 Berlin
Tel. +49 30 530 519 83
Fax +49 30 91442419
urbanek@bdia.de
www.bdia.de

 


3 Fragen an... Constantin von Mirbach, bdia Bundesgeschäftsführer

Constantin von Mirbach, bdia
RA Constantin von Mirbach, Bundesgeschäftsführer bdia

1. Datenschutz - wie steht der bdia insgesamt da?
Mit den Daten unserer Mitglieder gehen wir sorgfältig und verantwortungsvolle um, sowohl auf Budedsebene als auch im Austausch mit den bdia Landesverbänden. Wir sind ein kleiner Verband mit einer kleinen Geschäftsstelle und nur einzelne wenige Personen kommen mit sensiblen, personenbezogenen Daten in Berührung.

2. Welche Neuerungen sind für Verbände wichtig?
Die neue Verordnung zum Datenschutz stärkt das Recht des Einzelnen auf seine Daten und fordert unter anderem einen Datenschutzbeauftragten, der die Handhabung von Daten überwacht. Allerdings gilt diese Pflicht erst für eine Unternehmensgröße ab zehn Mitarbeitern.

3. Was muss der bdia anpassen?
Mit der Einführung der neuen Verordnung überprüfen wir unsere Datenhandhabung neu und passen auch Unterlagen und Formulare an. Das neue „Recht auf Vergessen“ bedeutet, wir müssen in Zukunft zum Beispiel das Archivieren von Akten aktiv erfragen.