Aktuelles

1. September 2017

Das reformierte Bauvertragsrecht: Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

bdia Praesidentin Vera Schmitz_2015

Vera Schmitz, bdia Präsidentin

 

Editorial Heft 9 / 2017

Liebe Leser und Leserinnen,

Architektur und Innenarchitektur zu planen und umzusetzen sind komplexe Prozesse, beteiligt sind viele Menschen mit vielen Interessen.
Niemanden ist zu empfehlen, sich ohne einen abgeschlossenen Vertrag in der Tasche in diese Herausforderung zu begeben.
In der Praxis läuft es aus unterschiedlichen Gründen dann doch auch mal anders, aber im Grunde wissen wir alle, dass wir für uns entscheidende Verträge und Regelwerke kennen und beherrschen sollten. Spätestens ab dem kommenden Jahr müssen wir uns mit dem neuen Architekten- und Ingenieursvertragsrecht auseinandersetzen. Damit wurde das Werkvertragsrecht modernisiert und den Anforderungen von Bauvorhaben angepasst.
Wir möchten Ihnen auf diesen Seiten einen ersten Überblick geben.

Ihre Vera Schmitz,
Präsidentin bdia.

1. September 2017

3 Fragen an… Jürgen Otte, bdia NRW

Jürgen Otte, bdia Landesvorstand NRW

 

  1. Was halten Sie vom neuen Vertragswerk?
    Ich finde es gut, dass wir Innenarchitekten mit unseren Verträgen nun auch im BGB mit regelnden Paragraphen vorkommen.
    Die neuen Ansätze zur „gesamtschuldnerischen Haftung“ gehen mir in Bezug auf die Bau-Haftungs-Risikoverteilung nicht weit genug.
    Leider bleibt es auch für unser breit gefächertes Berufsbild ausschließlich beim Werkvertragsrecht mit all den Diskussionen bezüglich der zu erbringenden Leistungen und zur Mängelhaftung.
  2. Was raten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen?
    Dass wir uns rechtzeitig vor dem 01.01.18 rechtliche Hilfestellungen für die Vertragsgestaltung mit unseren Bauherren holen und unsere Verträge anpassen. Gibt es Seminarangebote vom bdia?
  3. Haben Sie einen Wunsch an den Gesetzgeber für die Zukunft?
    Eine für alle am Bau Beteiligten gemeinsam abzuschließende „Objekt-Haftpflicht-Versicherung“ wäre mein Wunsch für die Weiterentwicklung des Bauvertragsrechts.

 

1. September 2017

Das neue Architekten- und Ingenieurvertragsrecht 2018

Das Gesetz zur Reform des Bauvertragsrechts und zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung wurde im März dieses Jahres vom Deutschen Bundestag verabschiedet und tritt nächstes Jahr in Kraft. Im Vordergrund – so die Intention des Gesetzgebers – steht dabei der Verbraucherschutz.
»  Orientierungshilfe bietet ein bdia Seminar im Herbst!

Am 1.1.2018 tritt das Architektenvertragsrecht im BGB in Kraft. Die neuen §§ 650p – 650t gelten für alle Innenarchitektenverträge. Damit gibt es nun eine rechtliche Grundlage zum Architektenvertrag mit Vertragsdefinition, Änderungsrecht des Bauherrn, Regelungen zur Kündigung, Abnahme und gesamtschuldnerischen Haftung mit Bauunternehmern. Die Vergütung richtet sich weiterhin nach der HOAI.

 

Schwerpunkt Planungsgrundlage

Als vertragstypische Pflichten hat der Innenarchitekt die Leistungen zu erbringen, die nach dem jeweiligen Stand der Planung und Ausführung des „Bauwerkes“ erforderlich sind, um die vereinbarten Planungs- und Überwachungsziele zu erreichen. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Innenarchitekt und sein Auftraggeber im Vertrag die zu erbringenden Leistungen definieren.
In § 650p Abs. 1 wird der Architektenvertrag behandelt, in § 650p Abs. 2 ein neuer Vertragstyp. Soweit wesentliche Planungs- und Überwachungsziele noch nicht vereinbart sind, hat der Innenarchitekt zunächst eine Planungsgrundlage zu erstellen. Wesentliche Planungsziele fehlen, wenn nicht klar ist, welchen Zweck die zu planenden Innenräume haben, welche Kosten entstehen und wie die Gestaltung erfolgen soll.
Die Planungsgrundlage setzt sich zusammen aus Teilen der Projekt- entwicklung, Grundlagenermittlung und Bedarfsplanung. Die eigentliche Planung ist nicht erfasst, da diese erst begonnen werden kann, wenn die Planungsgrundlagen feststehen.
Zur Planungsgrundlage hat der Innenarchitekt eine Kosteneinschätzung vorzulegen. Es handelt sich um eine Vorstufe der Kostenschätzung nach DIN 276, ähnlich der Kostenvorgabe bzw. Kostenrahmen.

 

„Kündigen ohne Begründung“ und „Einseitiges Anordnen“ sind Verbraucherschutz

Wenn dem Bauherrn die Planungsgrundlage und die Kosteneinschätzung vorliegen, kann er ohne Begründung den Vertrag kündigen, soweit er über diese Leistungen hinausgeht. Ein Architektenvertrag ab Leistungsphase 2 bis 8 HOAI kann erst rechtswirksam abgeschlossen werden, wenn der Bauherr die Planungsgrundlage und Kosteneinschätzung billigt und ihm nicht mehr das Sonderkündigungsrecht nach § 650r zusteht.
Der Innenarchitekt kann nach Vorlage der Planungsgrundlage/ Kosteneinschätzung den Vertrag kündigen, wenn der Bauherr seine Zustimmung verweigert oder innerhalb einer Frist von 2 Wochen nach Vorlage der Unterlagen keine Erklärung abgibt.
Wenn der Vertrag zustande gekommen ist, ist der Bauherr berechtigt, Änderungen der Planung einseitig anzuordnen. Diesen Wünschen muss der Innenarchitekt folgen, wenn es zur Erreichung des vereinbarten Werkerfolges notwendig und ihm zumutbar ist. Die Notwendigkeit bestimmt sich z.B. nach Baurecht, Brandschutz oder Auflagen des Bauamts.
Wenn der Bauherr eine andere Planung wünscht, muss der Innenarchitekt dieser Anordnung Folge leisten, wenn es für ihn zumutbar ist. Die Vergütung für geänderte Leistungen richtet sich nach der HOAI, soweit es sich um Grundleistungen handelt. Bei Besonderen oder außerhalb der HOAI liegenden Leistungen ist die Vergütung frei vereinbar, z.B. ein Pauschal- oder Stundenhonorar.

 

Teilabnahme, Mängel, Haftung

Geregelt ist auch, dass nach Beendigung der Leistungsphase 8 der Innenarchitekt eine Teilabnahme verlangen kann.
Neu ist die Zustandsfeststellung, die der Innenarchitekt verlangen kann, wenn der Bauherr die Abnahme verweigert, § 650g.
Die gesamtschuldnerische Haftung mit dem bauausführenden Unternehmer ist neu geregelt. Sofern der Mangel durch einen Ausführungsfehler des Unternehmers verursacht ist, ist der Bauherr verpflichtet, zuerst den Unternehmer zur Nachbesserung aufzufordern, bevor er vom Innenarchitekten Schadenersatz verlangt.

 

Die Autoren:
Prof. Dr. Peter Fischer, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Andreas T. C. Krüger, bdia Innenarchitekt und ö.b.u.v. Sachverständiger von der Architektenkammer NW für Honorare für Leistungen der Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und Ingenieure

 

Noch Fragen?

Die Autoren werden am 21./22. September 2017 in Stuttgart und am 30. November/1. Dezember 2017 in Karben das neue Vertragsrecht, Vergütung und Abrechnung ausführlich und praxisnah für Innenarchitekten im Rahmen eines bdia Seminars darlegen. Mehr unter www.bdia.de

16. August 2017

Aufruf zur Projekteinreichung zum neuen bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19

Auf ein Neues! Wieder planen wir das nächste bdia Handbuch Innenarchitektur und freuen uns auf neue Projekte.
Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihr Projekt im bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19 öffentlichkeitswirksam präsentieren zu können und profitieren Sie von dieser traditionsreichen bdia-Publikation.
Ein unabhängiges Gremium wählt Mitte November 2017 wieder Arbeiten aus, der geplante Erscheinungstermin des nächsten Handbuchs ist Mai 2018. Begleitend zur Publikation wird ab Sommer 2018 voraussichtlich wieder die entsprechende Handbuchausstellung „bdia Best of 2018/19“ produziert.

Folgende Kriterien sind für die Projekteinreichung Handbuch einzuhalten:

  • Nur bdia Innenarchitekt/innen und Mitglieder im bdia können Projekte einreichen
  • Pro Entwurfsverfasser/in sind bis zu zwei Projekteinreichungen möglich
  • Die Fertigstellung liegt im Zeitraum nach dem 1. Januar 2016
  • Die Projektpräsentation (Zeichnungen, Fotos, Text) muss ausgedruckt eingereicht werden. Umfang: max. vier Pappen DIN A2 (verbindlich), ergänzend max. eine DIN-A-4-Seite Texterläuterung.
    Digitale Einsendungen werden nicht angenommen.
  • Die Postsendung mit den Unterlagen kann außen mit Ihrem Absender versehen sein. Diesen überdecken wir direkt nach Posteingang. Die Einreichung und Beurteilung erfolgt anonym: Bitte versehen Sie jedes Ihrer Präsentationsblätter mit einem selbst gewählten 5-stelligen Zahlencode
  • Unterschriebenes Formular „Erklärung zur Einreichung“ mit allen wichtigen Daten.

Einsendeschluss ist Freitag, der 27. Oktober 2017
(Datum des Poststempels).

»Aufruf Projekteinreichung zum bdia Handbuch Innenarchitektur 2018/19 als PDF-Datei

Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir eingereichte Unterlagen
nicht zurücksenden.

Bei allen Fragen ist Margareta Bauer Ihre Ansprechpartnerin:
Margareta Bauer
Köpenicker Straße 48/49 Aufgang D
10179 Berlin
T: 030 – 64077978
bauer@bdia.de

7. August 2017

Engagement im Ehrenamt: Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

bdia Praesidentin Vera Schmitz_2015

Vera Schmitz, bdia Präsidentin

 

Editorial Heft 7/8 2017

Liebe Leser und Leserinnen,

Ein Verband ist so gut und aktiv, wie seine Mitglieder sich darin engagieren!
Der ehrenamtliche Einsatz unserer Mitglieder ist unerlässlich für einen guten Austausch und die inhaltliche Arbeit im bdia.
Wir Innenarchitektinnen und Innenarchitekten verfügen über das Privileg der Selbstverwaltung, wir können unsere eigenen Berufsregeln mitgestalten, unabhängig von staatlichen Institutionen.
Einmalig im Vergleich zu anderen europäischen Staaten.

Mich persönlich hat diese „Freiheit“ des Berufes schon immer fasziniert.
Für mich ist es selbstverständlich, Zeit und Energie für die Belange der Innenarchitekten zu investieren. Selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten zu können ist ein Gut, für das sich Engagement lohnt.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die bereits Aufgaben und Ämter übernommen haben, um den bdia mitzugestalten und zu prägen.
Ermutigen möchte ich alle Mitglieder, die mit dem Gedanken spielen, sich ebenfalls einzubringen für ein Engagement im bdia.
Tun Sie’s einfach – wir freuen uns auf Sie!

 

Ihre Vera Schmitz,
Präsidentin bdia.

7. August 2017

Zeit für Ehrenamt. Eine Investition in die Zukunft.

Unter Ehrenamt wird im allgemeinen Sprachgebrauch als altruisitisches Handeln verstanden, bei dem eine Einzelperson oder eine Gruppe freiwillig und unentgeltlich Arbeit leistet. Ehrenamtliches Engagement hilft sowohl den Nutznießern als auch den Helfern. Für unsere liberale, anspruchsvolle und pluralistische Zivilgesellschaft ist das Ehrenamt unverzichtbar für Stabilität und Entwicklung – auch für unseren Beruf und die Innenarchitektur.

 

Warum ist Ehrenamt wichtig?

Monika Slomski, Innenarchitektin und Vorsitzende des bdia Landesverbands Hessen

Untätigkeit gegenüber berufspolitischen Herausforderungen ist keine Lösung. Ehrenamt ist wichtig, wenn man etwas für den Berufstand und den Nachwuchs bewegen möchte. Wer sonst, wenn nicht wir selbst, soll unsere Interessen in unserem Sinne vertreten? Bringt man seine Anliegen in einer Gruppe oder einem Verband ein, wird man stärker in der Öffentlichkeit oder in politischen Gremien wahrgenommen und kann mehr bewegen. Vor allem müssen wir mit fachlichen Input berufspolitisch Einfluss nehmen und so mit einem kontinuierlichen Engagement Positives bewirken.

Warum es sich lohnt
Man muss mit Herz dabei sein. Persönlich ist es sehr inspirierend, sich mit Kollegen auszutauschen und Ideen zu entwickeln, die man zum Wohle der beruflichen Gemeinschaft umsetzen kann. Zum einen können eigene Erfahrungen im Austausch über das Netzwerk für andere eine wertvolle Hilfe sein – was einen selbst auch immer ein Stück weiterbringt. Und zum anderen macht es große Freude, etwas von sich selber weiterzugeben und vor allem den Nachwuchs zu fördern.

Was sind die Herausforderungen?
Die größte Herausforderung ist es, Familie, Beruf und Ehrenamt zeitlich unter einen Hut zu bringen, die richtige Balance zu finden und allem gerecht zu werden.

 Was ich jüngeren Leuten „zurufen“ möchte, damit unsere wichtige Arbeit weiterhin Schwung behält:
„Neugierig sein und sich engagieren“ ist mein Zuruf an die jüngere Generation. Scheut Euch nicht nach den Erfahrungen der Älteren zu fragen und trotzdem Neues auszuprobieren und zu experimentieren. Tretet mit uns in den Dialog, fordert uns und bringt Euch ein! Übernehmt Verantwortung, damit unser schöner Beruf weiterhin so gut angesehen ist und eine Zukunft hat. Euer individueller Beitrag ist unverzichtbar.

 

Das „Ehrenamt“ im bdia bund deutscher innenarchitekten

Rainer Hilf, Innenarchitekt, Vorstandsmitglied der bayrischen Architektenkammer und Vorsitzender des bdia Landesverbands Bayern

Ja, es gibt sie, diese idealistischen Berufskollegen, die sich nachhaltig für die Belange ihres Berufsstandes einsetzen und dafür Freizeit, geistige Leistung investieren, private, familiäre, berufliche und ökonomische Beeinträchtigungen in Kauf nehmen und auf ein Stück Lebensqualität verzichten. Über 60 Jahre erfolgreicher Verbandsgeschichte des bdia sind ein beredter Beweis für ein starkes ehrenamtliches Engagement.

Was veranlasst sie, sich diesen Anforderungen zu stellen und solche Bürden auf sich zu nehmen? Sind es Workaholics, Perfektionisten, Besserwisser, Machtmenschen, ist es persönlicher Ehrgeiz oder Hingabe, Eifer oder Leidenschaft? Das Ehrenamt braucht einen leidenschaftlichen Bezug und ist freiwilliges Vertrauensmanagement. Es ist eine Chance für jeden Einzelnen, sich einzumischen, aber in erster Linie mitzugestalten. Integrative Partnerschaft intern und extern, Planung künftiger Aufgaben, Entwicklung neuer Intentionen und reeller Chancen für das Bauen und den Berufsstand, Eingehen auf die Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft, dies macht „Ehrenamtliche“ zu anerkannten Partnern und verlässlichen Mitstreitern. Nur dadurch kann ein Verband agieren und bestehen.

Ehrenamtliche Tätigkeit in einem Berufsverband kann nicht – obwohl nur allzu menschlich und nur zu oft Realität – in der Befriedigung eines persönlichen Ehrgeizes gipfeln. Sie erfordert nachhaltiges Engagement und die Bündelung aller kompetenten Kräfte, nicht nur zu reagieren, sondern vorausschauend zu handeln und aktiv präsent zu sein. Gefragt ist mehr Innovation als Reglementierung, mehr Flexibilität als Bürokratie und mehr Kompetenz als Anbiederung oder Chauvinismus. Das spart Kosten, Stress, reduziert Konflikte und erhöht die Effizienz.

Freiwilliges Engagement ist aber nicht nur Verpflichtung und Verantwortlichkeit für andere, es bedeutet zugleich auch persönliche Weiterentwicklung und Erweiterung des geistigen Horizontes.

Sie interessieren sich für eine Mitgliedschaft?

Der bdia bund deutscher innenarchitekten steht allen eingetragenen Innenarchitektinnen und Innenarchitekten offen. Und allen, die es werden wollen, also Absolventen vor Kammereintrag und Studierende.
Wir freuen uns über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail!

www.bdia.de

7. August 2017

3 Fragen an… Ines Wrusch, bdia Küste

Ines Wrusch, bdia Küste. Foto: Friedrun Reinhold, Hamburg

 

  1. Ehrenamt: Fluch oder Segen?
    Es ist ein Segen: Ich engagiere mich gerne. Und verbinde damit die Freude, mich für diesen wunderbaren Beruf einzusetzen. Innenarchitekt/innen werden dringend gebraucht, um  Lebensraum zu gestalten. Schließlich verbringen wir 95% unserer Lebenszeit in Innenräumen aller Art.
  2. Was ist die große Chance des Ehrenamts?
    Das Berufsbild mit definieren und gesellschaftlich gestalten zu können.
    Im Ehrenamt kann ich das, was mir wichtig ist, mit Gleichgesinnten in die Gesellschaft tragen, aufklären, informieren, bilden – mich beteiligen.
  3. Wie können wir unseren Nachwuchs für diese wichtige Aufgabe begeistern?
    Beispiele und Gestaltungsmöglichkeiten zeigen. Und mit Wissenstransfer und Mentoring begleiten. Ehrenamt ist ein großes Lernfeld: Strukturen erkennen, Mehrheiten finden, gesellschaftliches Miteinander üben – das möchte ich einfach weitergeben.
1. Juni 2017

Das neue Erscheinungsbild des bdia: Editorial von Vera Schmitz, bdia Präsidentin

bdia Praesidentin Vera Schmitz_2015

Vera Schmitz, bdia Präsidentin

 

Editorial Heft 6/2017

Liebe Leser und Leserinnen,

Fällt Ihnen etwas auf? Ganz neue Seiten sehen Sie hier:
unsere bdia Nachrichten in neuem Look.
Einen hochspannenden Prozess im Land des Corporate Designs haben wir hinter uns. Jeder Erneuerungsprozess sollte mit einer kritischen Selbstschau beginnen und im bestmöglichen Ergebnis münden, als Startschuss für eine neue Zeitrechnung.
In den fünfziger Jahren wurde der bdia gegründet, hat sich in den letzten Jahrzehnten als wichtigster Verband für die Innenarchitektur etabliert und nun gilt es, die Zukunft zu erobern.
Gut aufgestellt fühlen wir uns, aktiv, lebendig und kämpferisch.
Wir sind die professionelle Plattform für Fachwissen, Kommunikation und Erfahrungsaustausch mit einem unverwechselbaren Profil:
für die Innenarchitektur.
Lesen Sie hier unsere Geschichte der gestalterischen Erneuerung.

Ihre Vera Schmitz,
Präsidentin bdia.

Kategorie: Publikationen
Schlagwörter:
1. Juni 2017

Die Ecken besetzen – von innen heraus!

Wenn ein Verband sich entschließt, sein Erscheinungsbild zu überarbeiten, sollten alle Beteiligten erst einmal tief durchatmen. Und Geduld mitbringen. Oder? Die berühmt-berüchtigten Verbandsgremien haben sich in unserem Fall als entscheidungsfreudige und konstruktive Arbeitsgruppe entpuppt, die sich dem Universum von Grafik, Schrift, Farben und Logo gestellt hat.

Unsere Zeit ist geprägt von der Schnittmenge analoger Vergangenheit und digitaler Zukunft. Nicht nur für junge Kolleginnen und Kollegen und unseren Nachwuchs sind mediale Vielfalt und Schnelligkeit täglich Brot.
Aus Papierschichten sind Layer geworden, die Inhalte einer ganzen Bibliothek per Smartphone mit einem Fingertip erreichbar. Auch wir als Verband sind Teil dieser beschleunigten, hochvernetzten Welt, in der Informationen rasend schnell ausgetauscht und bearbeitet werden wollen.
Wir möchten uns selbstbewusst darin präsentieren und mit unserer Arbeit gesehen und erkannt werden. Generationsübergreifend. Lebendig, frisch und voller Tatendrang, denn so fühlen wir uns.

Denn wir können unsere Themen noch erfolgreicher kommunizieren, wenn unser Erscheinungsbild überzeugend und zeitgemäß ist.

Die richtigen Köpfe finden

Eine Erneuerung unseres grafischen Erscheinungsbildes war überfällig und wurde auf der letzten Bundesmitgliederversammlung 2015 in Düsseldorf beschlossen. Mit diesem klaren Auftrag haben wir uns auf die Suche gemacht nach klugen Köpfen, die uns dabei unterstützen sollten.
Die Köpfe hinter neuen, mutigen und überraschenden Ideen bleiben viel zu oft unbekannt, treten zurück hinter dem Kunden, dem Auftraggeber.
Wie bei einem Eisberg liegt der kreative und organisatorische Prozess, die Auseinandersetzung, die komplexe Entwicklungsarbeit im Verborgenen.
Wir Innenarchitektinnen und Innenarchitekten kennen dieses Phänomen. Von der Selbstverständlichkeit eines Autors auf dem Buchcover sind wir weit entfernt.

Wie möchten wir sein?

Aber von vorn:
Im Frühjahr vergangenen Jahres gründeten wir mit dem Präsidium des bdia die Arbeitsgruppe „Neues Corporate Design“. In zwei grundlegenden Workshops wurde kritisch Selbstschau betrieben.
Wie wollen wir sein? Wo möchten wir hin? Wen möchten wir erreichen?
Und vor allem: wie können wir zeitgemäß, selbstbewusst und attraktiv unseren kreativen Berufsstand vertreten? Im Anschluss an die Workshops wurde eine ausführliche Beschreibung aller Anforderungen erarbeitet, Grafikagenturen ausgewählt und davon fünf Büros aus ganz Deutschland final zum Pitch eingeladen. Deren vielseitige Präsentationen haben uns in die Welt der visuellen Kommunikation entführt, die wiederum ganz eigene Gesetzmäßigkeiten offenbart, deren Prinzipien uns Gestaltern aber doch vertraut sind. Durch die Vorschläge der Agenturen und deren Außenwahrnehmung auf uns haben wir sehr viel gelernt: Wie wir als Berufsverband unsere Seriosität und Verlässlichkeit als politischer Partner verdeutlichen und wie wir gleichzeitig die Kreativität derer, die wir vertreten, sichtbar machen können. Wie einfach und wie komplex ein Logo sein muss, wie wir spielerisch und gleichzeitig ernst sein können.

Ein Logo mit Überraschungen

Im Vorschlag der Agentur Sonnenstaub aus Berlin konnten wir unsere Ziele und Wünsche wiederfinden. Und sind glücklich, diesen endlich auch auf diesen Seiten monatlich in der AIT zeigen zu dürfen.
Am Ende eines einjährigen und intensiven Prozesses haben wir einen neuen, aufregenden und frischen Look. Mit kräftigen Farben (jenseits des Architektenregenbogens), mit einem markanten Logo (das noch einiges an Überraschungen parat hält), mit einer klaren Schrift und lebendigen Collagen. Unser neues Signet besetzt alle Ecken – von innen heraus.
Eine herrliche Perspektive für uns Innenarchitektinnen und Innenarchitekten!

 
Sie interessieren sich für eine Mitgliedschaft?

Der bdia bund deutscher innenarchitekten steht allen eingetragenen Innenarchitektinnen und Innenarchitekten offen. Und allen, die es werden wollen, also Absolventen vor Kammereintrag und Studierende.
Wir freuen uns über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail!

www.bdia.de

Kategorie: Publikationen
Schlagwörter:
1. Juni 2017

3 Fragen an… Andreas Nikolaus Börn, bdia Küste

Andreas Nikolaus Börn, bdia Küste

Als Mitglied der Arbeitsgruppe haben Sie den Prozess „Neues Erscheinungsbild bdia“ mitbegleitet.

1. Wie war die Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe war sehr konstruktiv, kritisch und demokratisch, Einwände diskutiert und einvernehmlich akzeptiert. Wir als Innenarchitekten sind es aus unserer täglichen Praxis gewohnt, mit verschiedenen Meinungen und Positionen umzugehen.

2. Was war für Sie am Prozess besonders interessant?

Nach der Erarbeitung des Briefings und der Festlegung der wichtigsten Parameter war es natürlich besonders spannend zu sehen, was die ausgewählten Agenturen präsentierten. Interessant waren die – entwurflich und inhaltlich – sehr unterschiedlichen Präsentationen. Das von uns ausgewählte Ergebnis wurde dem Bundesrat vorgestellt – und begeistert aufgenommen. Ein bewegender Moment

3. Warum werden Präsentation und Erscheinungsbild immer wichtiger? 

Neben komprimierten Inhalten sind es die visuellen Eindrücke, die uns entscheidende Botschaften senden. Ein zeitgemäßes Erscheinungsbild ist für einen Verband unabdingbar! Um neue Zielgruppen zu erreichen und die Präsenz in der Öffentlichkeit zu stärken muss die visuelle Botschaft attraktiv und glaubwürdig sein.

Kategorie: Publikationen
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