bdia anerkannt! Master für Kristina Herrmann: "Klang der Materie – Ausstellung zum Thema Materialbewusstsein"

Masterarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Ulrich Nether, Prof. Jörg Kiefel

Klang der Materie – Ausstellung zum Thema Materialbewusstsein

Der Mensch ist umgeben von Materie. Der Mensch selbst ist Materie.
Diese Arbeit ist eine theoretische und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Materialbewusstsein im Wohnraum.

Materie wird Material und das Material benötigt der Mensch um seine Umwelt so zu gestalten, dass er sich wohl fühlt. Doch mit was für einer Materialität fühlt er sich wohl? Gerade in Bezug auf seine pri­vate Wohnumgebung. Welche Bedürfnisse hat der Mensch an Materialität im Wohnbe­reich? Es ist wohl gewiss, dass der Mensch sich seine Umwelt formt und seine Identität dadurch ausdrückt. Aber nimmt der Mensch die Materialien auch wirklich noch als das wahr was sie sind?

Basierend auf dieser theoretischen Arbeit entsteht die narrative Ausstellung „Der Klang der Materie“. In dieser Ausstellung sind Gedanken Exponate zu sehen, die das Thema Materialbewusstsein auf unterschiedliche Weise aufgreifen und dadurch den Besucher auf anschauliche Art zum Nachdenken anregen soll. Kristina Herrmann


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 21. Juli 2017. Jury: Jutta Hillen |Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied NRW, Karin Friedrich-Wellmann | Innenarchitektin bdia, Lina Kufahl | Ausgezeichnete Wintersemester 2016/17

Jurybegründung: Die Arbeit von Kristina Herrmann beeindruckt durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Materialbewusstsein’ in der heutigen Gesellschaft. Die Ausstellung ist in Dialogform gehalten, das Außen und das Innen von Alltagsgegenständen werden gekonnt und teilweise humorvoll gegenübergestellt, verglichen und mit gesellschaftlichen Werten in Verbindung gebracht. Mit großem Tiefsinn und einem phantasievollen und sehr ästhetischen Ausstellungsdesign ist diese Arbeit von besonders hoher Entwurfsqualität geprägt.
Eine Arbeit, die begeistert und berührt.


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Rhea Adaimi: "The GLASS HOUSE"

Bachelorarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Carsten Wiewiorra, Dipl.-Ing. Christian Schulze

The GLASS HOUSE

Inspiration

Mit 14 Jahren habe ich mit meinen Eltern eine Glasbläserei besucht.
Es war in Saida, im Süd- Libanon, weit von Beirut entfernt. Hier waren wir in einem Gebiet des Libanons, das wir nicht so gut kannten und wir mussten mehrmals fragen, um das Glasatelier zu finden. Endlich kamen wir an und konnten das Atelier besuchen, um zu erfahren, wie die wunderschönen Gläser, Kannen und Schalen entstehen. Scheinbar mühelos blies der Bläser in sein Rohr und kreierte die wunderbarsten Gebilde.
Für die neuen Formen wurde altes Glass geschmolzen als Voraussetzung für eine neue Farbigkeit. Der Arbeitsraum war dunkel und die Wände schwarz verrußt. In der Mitte stand ein vier Meter langer Brennofen, an dem gearbeitet wurde. Wir konnten zusehen, wie aus einer glühend heißen Masse langsam schöne organische Formen entstanden. Die mundgeblasenen Elemente setzten durch ihre Schönheit und Transparenz einen großen Kontrast zu dem dunklen Raum.
Schon aus dem 13. Jahrhundert kennen wir Gläser, die im östlichen Mittelmeerraum entstanden. Dieses handwerkliche Wissen der Glasbläserei wurde über hunderte von Generationen weitergegeben. Leider hat die Glasblaserei im Vorderen Orient und im Libanon nicht mehr die Bedeutung, die sie einmal hatte. Durch die wiederholten Kriege mussten die Glasbläsereien schließen.
Da ich diese Tradition so faszinierend finde, wollte ich in meiner These einen Weg finden, dieses  Brauchtum wieder zum Leben zu erwecken, in dem ich das traditionelle mit dem Modernen verbinde. Mein Ziel war es ein raumliches Konzept zu entwickeln was  Menschen die Lust gibt diese Kunst entdecken zu wollen.

Konzept

Der erste Schritt bestand darin, das Atelier zugänglicher zu machen.
Deshalb habe ich nach einer neuen Lage gesucht, die noch im Umkreis der Hauptstadt liegt und sich zusätzlich in einem ruhigen Umfeld befindet.
Das neue Gebäude ist ein circa 100 Jahre alter Tierstall mit Kreuzgewölbe, an dem später ein moderneres Obergeschoss zugefügt wurde um als Wohnung zu dienen. Schon das Gebäude symbolisierte für mich das Wiederaufleben von etwas Altem.
Das Atelier soll für den Besucher ein Ort zum Entspannen sein, an dem man mit Familie und Freunde die alte Tradition wieder neu entdecken kann.
Für die Handwerker sollte das Atelier mit mehr Licht zum Arbeiten, mit mehr Platz und Freiraum zum bewegen und mehr Stauraum zum unterbringen von Werkzeugen, Materialien und weiteres ausgestattet sein.
Zusammengefasst sollte es ein Ort sein, wo Handwerker und Besucher aufeinander treffen und wo die Möglichkeit besteht, dass der Arbeiter über die Arbeitsweise Auskunft gibt. Aus dieser Überlegung heraus habe ich das Gebäude in drei Zonen eingeteilt: das Arbeiten, das Kaufen und das Ausruhen (Atelier, Shop, Cafe). Diese drei Zonen soll der Besucher nacheinander durchlaufen.
Als Erstes durch das Atelier im Obergeschoss. Hier tritt er direkt mit der Glasbläserei in Kontakt, wo er den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen und mit ihnen sprechen kann. Durch eine Stufe sind Besucher und Arbeiter voneinander getrennt, können jedoch zusehen
Danach geht der Besucher die Treppen hinunter durch den Shop, wo er die Glaselemente, die er zuvor noch im Atelier gesehen hatte, wiederfinden und kaufen kann.
Zuletzt geht er durch den gewölbten Teil des Gebäudes, wo er sich im kühlen Raum auf den verschiedenen Sitzelementen ausruhen, Kaffee von der Theke holen oder einfach die sonnige Terrasse genießen kann.
Im Außenbereich befinden sichTreppen und eine lange Rampe, die den Besucher wieder zum  Ausganspunkt zurück bringen. Der Besucher ist somit einen Rundgang durchgelaufen.

Materialen

Als Materialien habe ich helle Farben gewählt, die die Transparenz der Glaselemente hervorheben. Da Glas ein Rohmaterial ist, habe ich mich für hellen Estrich und hellen Beton entschieden, da diese ebenso rohe Materialien sind.
Glas wird schon seit hunderten von Jahren verwendet, ebenso wie Terrazzo-Böden, die es schon seit der römischen und griechischen Antike gibt. Daher habe ich im Untergeschoss einen hellen Terrazzo-Boden und einen etwas dunkleren Terrazzo für einige Sitzelementen verlegt. Die zufällige Verteilung der Terrazzosteinchen ist genauso einzigartig wie die mundgeblasenen Glaselemente. Diese Böden fallen nie gleich aus und sind immer individuell verschieden, genauso wie die Glaselemente.
Da Beton und Terrazzo kalte Materialien sind, habe ich zusätzlich Sitzelemente aus Holz entworfen, die die Atmosphäre gemütlicher machen.

Formen

Geblasenes Glas hat eine sehr organische Form mit vielen Rundungen. Im Atelier habe ich diese Form aufgenommen, indem der Boden genauso wie das Glas „aufgeblasen“ ist. Die unterschiedlichen Bodenhöhen wechseln in weichen Wellen und erschaffen eine Trennung zwischen Besucher und Handweker.
Halbkreise, die an hochgestellte Bögen erinnern, geben den Arbeitsbereichen eine gewisse Räumlichkeit. Diese hochgekippten Bögen kann man im Erdgeschoss nochmal wiederfinden, nämlich da, wo sie eine der zwei Sitzbänke und die Fensterfassade umgibt, sowie in der gewölbten Mauerdecke.
Um diesen Rundungen einen Konstrast zu geben, gibt es ein paar gerade Elemente, wie beispielsweise die Theke, die den ganzen Raum durchschneidet.
Die Sitzelemente sind tief und breit, fast auf Bodenhöhe mit Kissen, welche an die orientalische Art zu sitzen erinnern.

Zusammenfassung

In meinem Projekt habe ich versucht, die Tradition mit der Moderne zu kombinieren: das Arbeiten mit dem Entspannen, das Orientalische mit dem Europäischen. Durch Materialien und Formen wollte ich eine ruhige Atmosphäre erzeugen, die die Schönheit des Glases zur Wirkung   bringt. Für mich war es wichtig einen Weg zu finden, die Neugierde der neuen Generationen für das traditionelle Glasblasen zu erwecken, indem ich es in einen moderneren Kontext gesetzt habe.
Ich würde mich freuen, wenn diese Tradition in den orientalischen Ländern wieder ins Leben gerufen würde und habe in meiner These versucht zu zeigen wie man durch Innenarchitektur dieses Ziel erreichen könnte. Rhea Adaimi


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 21. Juli 2017. Jury: Jutta Hillen |Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied NRW, Karin Friedrich-Wellmann | Innenarchitektin bdia, Lina Kufahl | Ausgezeichnete Wintersemester 2016/17

Jurybegründung: Rhea Adaimi schafft in ihrer Arbeit einen Ort, der eine beeindruckende Kombination aus traditioneller orientalischer und moderner westlicher Architektur bietet. Während Gäste Einblicke in die geschichtsträchtige Technik des Glasblasens erhalten, laden Café und Shop zu Entspannung und Erwerb ein. Die Arbeit überzeugt durch ihre konzeptionelle Tiefe, die ästhetische Darstellung, die klare Formsprache und nicht zuletzt durch die besondere Eigenständigkeit der Entwurfsidee.


bdia ausgezeichnet! Master für Aline Lefarth: "Koepchenwerk – Umgestaltung des denkmalgeschützten Pumpenspeicherkraftwerks am Hangsteysee"

Masterarbeit SS 2017 an der Hochschule Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.- Ing. Iris Baum, Prof. Michel Melenhorst

Das Koepchenwerk – Eine neue Nutzung für das Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke am Hengsteysee

Das Koepchenwerk ist eines der ersten verwirklichten Pumpspeicher- kraftwerke in Deutschland.
Das neue Nutzungskonzept für das denkmalgeschützte Gebäude beinhaltet einen Erlebnispfad, der dem Besucher die Geschichte und die Funktionsweise des Pumpspeicherkraftwerks auf spezielle Weise näherbringt.
Außerdem integriert es Übernachtungsmöglichkeiten für Fahrradfahrer, Wanderer und Industrietouristen. Sowohl der Besucher als auch der Hotel- gast erlebt das Gebäude am besten, indem er sich auf den Weg begibt.
Der Weg führt über insgesamt 5 Ebenen durch das gesamte Gebäude entlang der imposanten Maschinen. So eröffnet er dem Besucher verschiedene Blickwinkel in die alte Maschinenhalle.
Entlang dieses Weges entstehen unterschiedliche Einbuchtungen, die zum Verweilen und Innehalten einladen. Auf diesen Einbuchtungen befinden sich große Wassertropfen, die scheinbar von der Decke herunter tropfen.
Man kann in sie hineinkriechen, sich hineinlegen und setzen und sich auf verschiedenen Höhen über den Maschinen hängen lassen. Aline Lefarth


Die Bewertung  der Abschlussarbeiten erfolgte am 21. Juli 2017. Jury: Jutta Hillen |Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied NRW, Karin Friedrich-Wellmann | Innenarchitektin bdia, Lina Kufahl | Ausgezeichnete Wintersemester 2016/17

Jurybegründung: Die Idee von Aline Lefarth, im denkmalgeschützten Pumpenspeicherkraftwerk am Hengsteysee, einen Erlebnispfad und einen Hotelbetrieb zu installieren, überzeugt mit einem mutigen und innovativen Konzept und einer originellen Raumwirkung.
Wasser und Elektrizität werden zum Leitmotiv für den Entwurf. So findet der Besucher in der ehemaligen Maschinenhalle große Wassertropfen als hängende Sitzgelegenheiten aus Drahtgeflecht in unterschiedlichen Höhen vor, um aus unterschiedlichen Blickwinkeln den Raum zu erleben, Leuchten erinnern an Tropfen, deren kreuzende Kabel an Strommasten. Für Fahrradtouristen werden doppelstöckige Nester zum zu Hause auf Zeit.
Die überzeugende Entwurfsidee, der zielgerichtete und bedachte Umgang mit Materialien und Formen sowie die Funktionalität zeichnen diese Arbeit aus. Die ansprechende Art der Präsentation weckt zusätzlich die Lust auf diesen Ort.


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Lina Kufahl "London Underground - Saiko"

Bachelorarbeit WS 2016/17 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Carsten Wiewiorra, Prof. Dipl.- Ing. Mary-Anne Kyriakou

London Underground - Saiko

Um dem hektischen Alltag einer Metropole wie London temporär zu entfiehen entsteht aus einer ehemaligen öffentlichen Untergrundtoilette am Londoner Guilford Place eine „Oase“ der Entspannung. Ähnlich der Atmosphäre in japanischen Teehäusern ist die Gestaltung simpel und unaufgeregt und soll somit eine beruhigende Wirkung auf den Gast haben.

Im kleinen Wartebereich wird der Besucher begrüßt und betritt dann zur eigentlichen Massage einen der vier Behandlungsbereiche. Diese sind durch Trennwände vom Wartebereich separiert und bieten somit genug Diskretion. Durch das Aufschieben und Betreten dieses leicht erhöhten Bereiches eröffnet sich dem Besucher der Blick in die Behandlungsoase. Die grün bepflanzte Wand wirkt beruhigend und stellt einen Bezug zur Natur her, welcher sich auch in der Farb- und Materialwahl wiederfindet. Durch das Zusammenspiel von Wasser in der oberen Glasdecke mit dem Wasser im Bodenbecken wird eine Assoziation des Abtauchens erzeugt und durch plätschernde Wassergeräusche intensiviert. Lina Kufahl


Die Bewertung der 38 Bachelor- und 12 Masterbeiten erfolgte am 31. Januar 2017. Jury: Karin Friedrich-Wellmann, Innenarchitektin bdia; Jutta Hillen, Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied bdia Nordrhein-Westfalen; Kerstin Geppert, Innenarchitektin bdia sowie die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Sommersemester 2016 Sophie Homrighausen, Wibke Bruners, Kathrin Manert und Edgar Hildebrand.

Jurybegründung: Der Entwurfsverfasserin gelingt es auf ganz besondere Art und Weise einen ehemaligen städtischen „Unort“ in eine echte Wohlfühloase zu verwandeln. In seiner gesamten Gestaltung ist SAIKO symmetrisch aufgebaut, wodurch der Raum große Ruhe ausstrahlt. Ähnlich der Atmosphäre in japanischen Teehäusern sind die Gestaltung und die verwendeten Materialien klar und auf das Wesentliche reduziert.
Ein besonderes Erlebnis ist das Zusammenspiel des oberen und unteren Wasserbeckens, die in einen interessanten Dialog treten und den neugierigen Besucher symbolisch in eine andere Welt fernab von der Hektik, Lärm und Stress eintauchen lassen. Idee, Entwurf, Darstellung und Präsentation sind bis ins Detail durchgängig und in hoher Qualität umgesetzt worden.


Innenarchitektur studieren an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold

Studiengang Innenarchitektur / Fakultät: Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur

Hier finden Sie Informationen zu den folgenden Punkten:

Studienabschluss Bachelor of Arts Innenarchitektur   /  Studienabschluss Master of Arts /  Studium und Architektenkammern  /  Besonderes Profil der Hochschule  /  Besonderes Profil der Fakultät  /  Profil der Hochschulstadt  /  Wohnsituation der Studierenden

 

Studienabschluss Bachelor of Arts

      • Anzahl Studierende: 150 Studierende pro Semester (Stand: WS 17/18)
      • Anzahl Lehrende: 33 Professor(inn)en für Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung
      • Regelstudienzeit:  8 Semester Vollzeit oder 10 Semester im praxisbegleiteten Teilzeitstudium
      • Praktikum: Auslandssemester oder Praxissemester im 8-sem. Bachelor Innenarchitektur
      • Studienbeginn: Wintersemester
      • Studiengebühren: keine
      • Semesterbeitrag: Studentenwerk und Semesterticket 278,- €
      • »  Bewerbungsfrist
      • Bewerbung und Zulassung:
        • Anmeldung bis 15.07. des jeweiligen Jahres
        • die Studienplatzvergabe erfolgt i.d.R. über NC
        • Vorpraktikum: acht Wochen im baunahen Gewerbe

Studienabschluss Master of Arts - Master Innenarchitektur-Raumkunst (MIAR)

      • Anzahl Studierende: 30 Studierende pro Semester (Stand WS 2016/17)
      • Anzahl Lehrende: 33 Professor(inn)en für Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung
      • Regelstudienzeit:
      • Praktikum: 2
      • Studienbeginn: Wintersemester
      • Studiengebühren: keine
      • Semesterbeitrag: Studentenwerk und Semesterticket 278,- €
      • »  Bewerbungsfrist
      • Zulassungsvoraussetzungen:
        • Bachelor- oder Diplomabschluss
        • Portfolio
        • Motivationsschreiben, eigene fachliche Fragestellung
        • Eignungsgespräch
        • Bewerbung: Antrag auf Zulassung bis 30.04. für Studierende aus Nicht-EU-Ländern, für Studierende aus Deutschland und EU-Ländern bis 30.06. des jeweiligen Jahres

Studium und Architektenkammern:

Im Rahmen von Lehrveranstaltungen (Vorlesung und Wahlpflichtfach) informieren wir alle Studierenden in Bezug auf die Voraussetzung zur Eintragung als Innenarchitekt/in in eine Architektenkammer.

Tipp vom bdia:
Bevor Sie sich für einen Studiengang an einer Hochschule entscheiden, sollten Sie sich unbedingt vergewissern, ob der Studiengang von Ihrer Architektenkammer anerkannt wird. Architektenkammern sind von Hochschulen unabhängig.
Nur wer in die Architektenkammer aufgenommen wird, kann sich „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“ nennen. Diese Berufsbezeichungen sind nämlich gesetzlich geschützt.
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Besonderes Profil der Hochschule:

Besonderes Profil der Hochschule
Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe (OWL) hat neun Fachbereiche.
•    Studierende: ca. 6.600
•    Professorinnen und Professoren: 171
•    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lehre und Verwaltung: über 460
•    Etat 2015: 36 Mio. Euro Landesmittel | 10 Mio. Euro Drittmittel
•    Standorte: Lemgo, Detmold, Höxter, Warburg
Lehre und Forschung sind in der Hochschule OWL als gleichwertige Säulen anerkannt. Die Hochschule ist traditionell sehr stark in der Region verankert. So bestehen hervorragende Kontakte zur heimischen Industrie und Wirtschaft, mit der unter anderem auch gemeinsame Studienangebote – beispielsweise im Rahmen des praxisbegleiteten Teilzeitstudiums – entwickelt werden.
Die Hochschule hat in den vergangenen Jahren durch einzigartige Lehrangebote und herausragende Forschungsaktivitäten eine weit überregionale Strahlkraft entwickelt.

Besonderes Profil der Fakultät Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur:

Die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur ist die größte Fakultät für Innenarchitektur in Deutschland. Sie profitiert von einer 120‐jährigen Lehrtradition auf dem Feld der Gestaltung. Heute ist sie ein Fachbereich der Hochschule OWL.
Mit ihren drei Studienrichtungen Innenarchitektur, Architektur und Stadtplanung bietet die Detmolder Schule die gesamte Bandbreite der architektonischen Ausbildung an ‐ vom Stuhl bis zur Stadt.
An der Detmolder Schule sind im Wintersemester 2016/17 etwa 1380 Studierende eingeschrieben, darunter 770 Innenarchitektur-Studierende (BA und MA). Die Schule ist dem Leitsatz des Human Centered Design verpflichtet. Nachdem im Grundstudium das praktische und theoretische Rüstzeug erworben wurde, bilden praxisbezogene Projekte den Schwerpunkt des Studiums. Die außergewöhnliche Größe der Detmolder Schule mit 33 Professoren und Professorinnen (für die Studienrichtungen Innenarchitektur, Architektur, Stadtplanung) eröffnet den Studierenden ein vielfältiges Angebot und eine großzügige Auswahl an Wahlfächern und Seminaren. So kann das Studium im Verlauf immer individueller gestaltet werden. Die Vielzahl studentischer Arbeitsplätze, die sehr gut ausgestatteten Werkstätten und Labore (darunter ein Lichtlabor auf dem neuesten Stand) sowie die Attraktivität des von Studierenden entworfenen Campus bieten eine optimale Grundlage für ein Studium in Detmold.
Neben engen internationalen Beziehungen sind die Forschungstätigkeiten in den  hochschuleigenen Forschungsschwerpunkten PerceptionLab, UrbanLab, ConstructionLab, Next Place eine Stärke der Detmolder Schule. Zum Campus Detmold gehört ferner eine eigene Kindertagesstätte.

Profil der Hochschulstadt:

Detmold liegt in Nordrhein-Westfalen und hat ca. 73 000 Einwohner.
Die idyllische Stadt ist durch das Hermannsdenkmal und die Hochschule für Musik Detmold (HfM) überregional bekannt. Besonders sehenswert ist die Detmolder Altstadt mit ihren gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Das Detmolder Schloss als bedeutendstes Bauwerk der Renaissance liegt im Nordwesten der Altstadt.
Detmold liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung direkt am Teutoburger Wald. Dank Bus und Bahn kommen Studierende hier auch ohne eigenes Auto zurecht. Nach Bielefeld mit seinen 330 000 Einwohnern sind es nur 32 Kilometer, nach Paderborn 35 Kilometer. Die Hochschule OWL liegt sowohl in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof als auch zur Innenstadt.

Wohnsituation der Studierenden:

In Detmold lebt es sich günstig. Ein WG-Zimmer findet man über das Schwarze Brett, des Weiteren gibt es die Wohnheime des Studentenwerks sowie private Wohnheime.
Info: www.hs-owl.de/studium/wohnen-in-owl.htm


bdia ausgezeichnet! Master für Sina Rocktäschel "Alsterlust - Hanseatisch Baden"

Masterarbeit WS 2016/17 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe Detmold
Betreuung: Prof. Dipl.-Ing. Carsten Wiewiorra, Prof. Dipl.- Ing. Carmen Munoz de Frank

Alsterlust - Hanseatisch Baden

Die Hamburger Alster, einst wichtiger Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt, gilt heute vielmehr als Wahrzeichen der hanseatischen Metropole und als touristischer Anlaufpunkt. Gerade in den Sommermonaten fragt man sich jedoch, warum zumeist nur noch die Besucher Hamburgs die besondere Nähe zum Wasser der Stadt genießen. Für die Hamburger selbst scheint das Kanalsystem in den vergangenen Jahren aus dem Fokus gerückt zu sein. Auch der Gedanke, einer kostenlos nutzbaren und jederzeit zugänglichen Möglichkeit zum Schwimmen und Baden scheint längst vergessen und das trotz aus- schließlich drei vorhandenen Freibädern und nur wenigen anderen „Erfrischungen“ für die rund 1,5 Millionen Einwohner der Stadt.

Das Konzept „Alsterlust“ möchte genau dies ändern und das Gewässer als kostbare, innerstädtische Ressource wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
Entwickelt wurde ein für Jeden zugängliches Angebot, welches den Kanal - für die Menschen neu erfahrbar - in einen ganz eigenen öffentlichen Stadtraum verwandelt.
Es entsteht ein bezirksübergreifendes Netzwerk aus Orten der Begegnung und stadtbildenden Plätzen des Verweilens. Ein stadtüberspannendes System aus drei größeren, zentral gelegenen Badestellen - den Alsterhäfen und dazwischenliegenden Kleinstegen - den Ankern. Dieses soll den Einwohnern der Hansestadt ermöglichen, das Gewässer für sich zurückzugewinnen und das Schwimmen im Kanal wieder zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

An den Stegen der „Alsterlust“ kommen dabei alle Hamburger zusammen und nutzen gemeinsam die neue Infrastruktur. Somit werden diese nicht nur im Sommer zum Treffpunkt von Schwimmern und Badenden, Paddlern, Ruderern und Spaziergängern. Im Winter nutzt das Konzept die Möglichkeiten des Gewässers zudem voll aus und lädt alle zum temporären Wintermarkt an den drei Alsterhäfen ein. Bei diesem kurzzeitigen Event werden die Dockmodule der Anker ganz einfach zum Verkaufsbüdchen umfunktioniert und locken somit auch bei kalten Temperaturen an die Ufer des Gewässers.

Alsterlust: Das bedeutet, sich das Wasser wieder zu eigen zu machen. Seine vielen Möglichkeiten wieder voll auszukosten und somit die Lebensqualität aller zu bereichern. Lust auf Alster bekommen durch die Freude am Miteinander und am gemeinsamen Badespaß. Lust auf Alster durch Freiheit und Flexibilität am Gewässer. Alsterlust eben.
Sina Rocktäschel


Die Bewertung der 38 Bachelor- und 12 Masterbeiten erfolgte am 31. Januar 2017. Jury: Karin Friedrich-Wellmann, Innenarchitektin bdia; Jutta Hillen, Innenarchitektin bdia, Vorstandsmitglied bdia Nordrhein-Westfalen; Kerstin Geppert, Innenarchitektin bdia sowie die Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Sommersemester 2016 Sophie Homrighausen, Wibke Bruners, Kathrin Manert und Edgar Hildebrand.

Jurybegründung:  Die Arbeit besticht durch eine außergewöhnliche Konzeption, Ausarbeitung, Graphik und Präsentation. Sina Rocktäschel´s Entwurf umfasst das GANZE, d. h. das Logo, das Detail, den Innen- und Außenraum, den Landschaftsbereich und den öffentlichen Stadtraum. Es entsteht ein Netzwerk aus Orten der Begegnung mit Wasser als Freizeitelement. Ein stadtüberspannendes System aus drei größeren, zentral gelegenen Badestellen und dazwischen liegenden Kleinstegen, den Ankern, machen den Hamburger wieder Lust auf ihre Alster. Es wurde ein „Modul“ entwickelt, was auch an anderen Standorten verankert werden kann. Dabei denkt die Entwurfsverfasserin nicht nur an die Sommermonate, sondern berücksichtigt in ihrem Konzept auch die kalte Jahreszeit mit einer interessanten Idee und Nutzung. Eine Arbeit, die im besonderen Maße heraussticht und die gesamte Jury begeistert hat.


bdia ausgezeichnet! für Corinna Lüddecke "Wanderlust - Entwurf einer Wanderhütte"

Bachelorarbeit WS 2015/16 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold.
Betreuung: Prof. Carsten Wiewiorra

WANDERLUST Innenarchitektonischer Entwurf einer Wanderhütte in den Alpen

Die Lust am Wandern steigt in unserer heutigen Zeit mehr und mehr. Die immer größer werdenden Anforderungen an die Menschen können nur durch einen individuellen Ausgleich auf lange Sicht gemeistert werden. Dabei können kurze Tagesausflüge, oder längere Reisen für das nötige zur Ruhe kommen sorgen. Geplante Wanderrouten geben bei der Wahl der richtigen Strecke eine Hilfestellung, wie beispielsweise der „E5“. Eine Etappe führt von Oberstdorf über die Alpen bis nach Meran. Auf diesem Abschnitt befindet sich auf 2759 m Höhe die „Braunschweiger Hütte“, welche als planerische Grundlage für die Bachelorarbeit diente.
Die äußeren Erscheinungen der Wanderhütten sind sehr abwechslungsreich und haben einen besonderen Charme, die die faszinierenden Eindrücke des Tages ergänzen.
Das funktionelle Denken, möglichst viele Wanderer pro Nacht unterzubringen, hat jedoch dazu geführt, dass die innenarchitektonische Gestaltung bislang vernachlässigt wurde.
Der neue Entwurf befasst sich zunächst einmal mit der Zusammenfassung von Bereichen gleicher Nutzung. Er soll sich der Mentalität des Wanderns anpassen und somit eine einfache und schlichte Gestaltung besitzen, die den Wanderer bei seiner Ankunft nicht erschlägt, sondern die Möglichkeit bietet, Eindrücke des Tages zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.

Das Erdgeschoss dient im Entwurf nur noch der Ankunft und dem Aufenthalt. Der Empfangsbereich wurde räumlich geöffnet und gibt dem Gast die Möglichkeit sich zunächst zu orientieren. An den Empfang anschließend liegen eine Stube, die der Verpflegung und dem ersten Kennenlernen dient, und ein Loungebereich, der die Kontaktaufnahme der Übernachtungsgäste vertiefen soll.
Die Schlafbereiche wurden komplett in die oberen Etagen verlegt. Es wurden zwei Übernachtungstypen entwickelt. Zum einen gibt es den Zimmertypus, der etwas mehr Komfort und Intimität bietet, und zum anderen gibt es das Matratzenlager, welches möglichst viele Schlafplätze unterbringen, dabei aber auch möglichst viel Intimität bewahren soll.
Ein großer Dachboden bildet das Matratzenlager. Die schon bestehenden Stützen wurden erweitert und als Raster für die Einbringung eines Bettensystems verwendet. Jeder Übernachtungsgast bekommt hier seinen privaten Schlafbereich zugewiesen, in dem eine Beleuchtung, sowie elastische Netze integriert wurden. So kann Mitgebrachtes in unmittelbarer Nähe verstaut werden. Corinna Lüddecke


Die Bewertung der insgesamt 39 Bachelor und 22 Masterarbeiten erfolgte am 5. Januar 2016. Teilnehmer der Jury waren Vera Schmitz, Innenarchitektin und bdia Präsidentin, Innenarchitektin Karoline Kuhlmann, Innenarchitekt Jürgen Otte sowie Christina Koch, Preisträgerin des Vorjahres.

Jurybegründung: Die Gesamtdarstellung der Arbeit dokumentiert die strukturierte Herangehensweise. Die geplante Einrichtung des historischen Gebäudes nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wanderer und gestaltet die einzelnen Nutzungsbereiche differenziert. Die gute Analyse im wird Skizzenbuch dokumentiert und zeigt die Entstehung der Entwurfsidee nachvollziehbar auf. Die Übertragung in die dritte Dimension gelingt überzeugend und in einem großen Umfang. Eine traditionelle Wanderhütte erhält ein junges Gewand.


bdia ausgezeichnet! für Sahar Khalajhedayati “Teebar Kette Chaitopia”

Masterarbeit WS 2015/16 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold.
Betreuung: Prof. Carmen Munoz de Frank

Teebar Kette Chaitopia

KONZEPT: Der Genuss von Tee versetzt mich in meine Kindheit zurück. Er bedeutet für mich eine Oase im stressigen Alltag zu finden und verschafft mir zugleich gute Laune. Ich wuchs in einer Umgebung auf, in der Gastfreundlichkeit kulturell verbreitet ist. Diese Gastfreundlichkeit und das Miteinander werden durch die gereichte Nahrung, aber besonders auch durch Tee zum Ausdruck gebracht.
Seit seiner Entdeckung vor fast 5000 Jahren, wird Tee auf der ganzen Welt als Symbol für Gastfreundschaft, aber auch für seine energetisierend und gesundheitsfördernden Eigenschaften hochgeschätzt.

Die Teebar soll einen Namen bekommen, der exotisch, einzigartig und besonders ist und darüber hinaus passend zum Teegenuss klingt. Die Worte „Tea“ oder „Tee“ waren für mich, bei der Namensfindung, nicht die richtige Wahl. Das Wort „Chai“ klang hingegen zutreffender. Wenn von Chai gesprochen wird, macht sich unter passionierten Teetrinkern oftmals Verwunderung breit. Das Wort selbst stammt aus China, dem Ursprungsland des Tees. Das Wort Chai war alleine jedoch nicht vollständig für eine Teebar.
Es geht darum einen idealen Ort zu schaffen, eine Oase, welche ständig versucht, Vollkommenheit zu erreichen. Somit war das Wort „Utopia“ eine passende Ergänzung. Utopia beschreibt ein Idealbild, den Zukunftsraum. Setzt man „Chai“ und „Utopia“ zusammen, wird daraus der Name „Chaitopia“ geboren.

Der Charakter von „Chaitopia“ spiegelt sich im Corporate Design, sowie in seiner Einzigartigkeit und Natürlichkeit wieder. Das Logo, der Steinbock mit einem Teeblatt im Mund, passt zum Tee als Naturprodukt. Die Urmenschen lebten in ständiger Angst und Sorge, hervorgebracht durch Umweltphänomene und wilde Tiere. Um sich in Sicherheit zu wiegen, fingen sie an Götter, Göttinnen und Tiere anzubeten. Dies wird durch Tier- zeichnungen, besonders die des Steinbocks, belegt. Diese wurden auf historischen Tonwaren gefunden, welche auf das Jahr 4000 v. Chr.  zurückgehen. In Mesopotamien symbolisierte der Steinbock den großen Gott der Natur.

„Chaitopia“ ist ein Treffpunkt für Liebhaber von Teeprodukten. Die Kunden genießen hier erlesenen Tee und finden zugleich einen Zufluchtsort vor dem stressigen Alltag. Für Menschen, die einen stilvollen Platz zur Erholung suchen und keine Lust mehr haben, sich im lauten Alltag zu tummeln, ist „Chaitopia“ der richtige Ort, um sich bei einer Tasse Tee wieder zu finden. Harmonie ist für mich etwas sehr Wichtiges und bezieht sich sowohl auf die räumliche Ästhetik, als auch auf den zwischenmenschlichen Umgang.

Raumkonzept: Gemütlichkeit - Stimmung - Atmosphäre

Das Speisenangebot und die Einrichtung verbinden die Liebe zum Detail und die Wertschätzung handwerklicher Herstellung. Die Produkte werden sorgfältig und qualitativ hochwertig hergestellt. Dieser Aspekt wurde auch bei der Wahl der Materialien berücksichtigt. Dies zeigt sich zum Beispiel im Einsatz von massivem Eichenholz und Rahmen im Jugendstil sowie in der Verwendung nachhaltiger Textilien. Sie repräsentieren den Kern der Marke „Chaitopia“ und schaffen ein individuelles Design.

Bei der Umsetzung wurde viel Wert auf Gemütlichkeit und eine harmonisch, warme Stimmung gelegt. Um die Basis einer gemütlichen Atmosphäre zu schaffen, wurden der Verkaufsbereich und der Sitzbereich räumlich durch verschiedene Farben und Materialen unterschieden. Das Farbkonzept nimmt Bezug auf das entwickelte Logo und rangiert in den Tönen weiß, grau, anthrazit und orange. Die Textilien sind nachhaltige Stoffe. Die Ziegel- wände, schaffen durch ihre rötliche Tönung eine wohnlich, warme Atmosphäre und markieren die historischen Bestandswände dieser Filiale. Alle weiteren Wände bekommen eine Putzoberfläche, die durch ihre unterschiedlichen, farblichen Akzente zur Raumg- liederung beitragen.

Der Boden ist mit einem geschliffenen Estrich überzogen und bildet so eine homogene Fläche, die sich selbst zurücknimmt und die Einrichtung hervorhebt. Die Ornamente geben den Wänden eine zusätzliche Struktur, sie bringen Tiefe in die Wandgestaltung. Die 3D Objekte der Wände finden sich als 2D Prints auf dem Fußboden wieder, dort sind Sie zwar stark in Ihrer Intensität zurückgenommen, jedoch führt dies zu einem Zusammenhang von Boden und Wänden, die so eine raumgreifende Einheit bilden und den Kunden durch den Raum leiten. Im hinteren Bereich des Raumes bieten eine lange, durchgehende Fenster Bank und zwei Tische eine große Vielfalt der Aneignung durch den Kunden.

Ein entspannendes und gemütliches Umfeld mit privaten und behaglichen Ecken fördert Zusammenkünfte, um die Produkte genießen zu können. Hohe Decken und gemütliche „Normann Copenhagen“ Sessel schaffen einen Lounge-Charakter. Die Wände sehen durch die Stuckleisten harmonisch aus und durch orientalische Motive an Wänden und Fußböden wird den Räumlichkeiten ein Gefühl der Behaglichkeit verliehen. „Chaitopia“ gelingt es mit dem Verkauf hochwertiger, regionaler und internationaler Produkte, in Verbindung mit einem unverwechselbarem Interior-Design einen Ort zum Wohlfühlen und Verweilen zu schaffen.

Marketing-Slogan: Tee. Hoffnung. Freude. (Tea. Hope. Joy.)

Dem Marketingslogan    Tee. Hoffnung. Freude.    liegt unsere Ideologie zu Grunde.
Der Tee von „Chaitopia“ bringt seinen Kunden nicht nur Freude, sondern auch Hoffnung. Durch jede Tasse, die wir servieren und mit jedem Teeprodukt, das wir verkaufen, spendet „Chaitopia“ 5% des Bruttobetrags. Die Spenden gehen an Personen, die unserer Meinung nach Hoffnung benötigen. Durch diese Spenden sollen die Menschen Hoffnung und Freude erhalten. Sie gehen z.B. an alleinerziehende Frauen, die sich in einer unglücklichen, oder schwierigen Lage befinden. Für uns bedeutet diese Geste vielmehr eine Tat der Menschlichkeit, als der Wohltätigkeit.

"Chaitopia" - der einzige Platz auf der Erde, in dem Hoffnung mit Tee anfängt und mit Freude endet. Sahar Khalajhedayati


Die Bewertung der insgesamt 39 Bachelor und 22 Masterarbeiten erfolgte am 5. Januar 2016. Teilnehmer der Jury waren Vera Schmitz, Innenarchitektin und bdia Präsidentin, Innenarchitektin Karoline Kuhlmann, Innenarchitekt Jürgen Otte sowie Christina Koch, Preisträgerin des Vorjahres.

Jurybegründung: Das umfassende und detailliert ausgearbeitete Ladenbaukonzept „ChaiTopia“ besticht durch eine sensible Vorgehensweise im Bestand. Die Ausarbeitung umfasst alle wesentlichen Teile eines Ladenbaukonzeptes bis zur Erstellung eines Ornaments, das sich in der Architektur, der Innenarchitektur und dem Produkt wiederfindet. Das umfangreiche, lebendige Skizzenbuch bildet die Grundlage für die überzeugende Darstellung der Entwurfsidee. Farbharmonien und Materialauswahl unterstreichen die hohe Qualität des Entwurfes.

 


bdia ausgezeichnet! Bachelor für Sophie Homrighausen "cube."

Bachelorarbeit SS 2016 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold
Betreuung: Prof. Carsten Wiewiorra, Dipl.-Ing. Christian Schulze

cube.

KONZEPT:
Im „cube.“ werden kalte und warme Sandwiches angeboten. Es wird besonders darauf geachtet, dass alle Lebensmittel aus regionalem Bio-Anbau und Bio-Haltung kommen.
Die Lage in der Verbindungsgasse von der Einkaufsstraße mitten in der Bielefelder Altstadt zum Klosterplatz bietet eine optimale Laufkundschaft.
Die Speisekarte wird individuell genutzt. Als Gadget hat der Kunde die Möglichkeit, seine aufgegebene Bestellung verfolgen zu können.

WARUM „cube.“ ?
Die Formsprache von einem Sandwich sind zwei Dreieicke. Setzt man diese zusammen erhält man einen Cube. Durch den Farbkontrast von schwarzen Cubes und lichtgrauen Wänden entsteht eine Hierarchie, dadurch wird der Cube zum Ausdrucksträger.
Dies wird durch die unterschiedliche Haptik zusätzlich verstärkt. In der eigens entwickelten Verpackung für Kunden, die ihr Sandwich außer Haus genießen möchten, wird dieses Prinzip aufgegriffen.
Das „cube.“ bietet einen Innen- sowie einen Außenraum mit Innenhof-Charakter.
Im Innenraum steht die Theke mit hinterleuchtetem Regal im Mittelpunkt. Aus der Theke bildet sich eine Wandbeplankung; diese definiert den vorderen Bereich.
Im hinteren Bereich bilden sich zwei weitere Cubes. Auf der linken Seite bildet sich ein Bereich durch die abgehängte Decke aus. Auf der rechten Seite bildet sich ein weiterer Cube, in dem man sitzen kann. Dieser wirkt wie ein Alkoven. Die Tische werden mit Pendelleuchten beleuchtet.
Der Außenraum bildet wie im Innenraum drei unterschiedliche Cubes zum Sitzen.

INFORMATIVES:
Die Brutto-Grundfläche von „cube.“ beträgt  200 qm. Sie setzt sich aus 65 qm Außenfläche und 135 qm Innenfläche zusammen. Der Gastronomieraum beträgt 100 qm, die Küche  30 qm und die Toilette 10 qm. Insgesamt gibt es 78 Sitzplätze. Diese setzen sich zusammen aus 42 Sitzplätzen im Innenbereich und 36 Sitzplätzen Außenbereich.


Die Bewertung von 72 Bachelor- und 16 Masterarbeiten erfolgte am 14. Juli 2016. Jury: Innenarchitektin Gritt Bartels, bdiaLandesvorsitzende Nordrhein-Westfalen; bdia Innenarchitektin Karin Friedrich-Wellmann; bdia Innenarchitekt Manfred Felix Haverkamp sowie der Preisträger des Vorjahres Sahar Khalajhedayati, Corinna Lüddecke und Timo Schröder.

Jurybegründung: Der Entwurf zeugt von einer klaren Haltung, die sich in allen Raumkomponenten sehr konsequent ablesen lässt. Die Entwurfsverfasserin entwickelt dabei eine signifikante Ästhetik – eine Ästhetik, die auch in der Präsentation der eingereichten Unterlagen selbstbewusst und prägnant durchgehalten wird.


bdia ausgezeichnet! Master für Wibke Bruners und Edgar Hildebrand "NOAH Das jüdische Kindermuseum"

Masterarbeit SS 2016 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold
Betreuung: Prof. Carmen Munozde Frank, Prof. Rütt Schultz-Matthes

NOAH  Das jüdische Kindermuseum

Als Ergänzung des Jüdischen Museum Berlin soll ein Kindermuseum für junge Besuchergruppen im Alter von 5-12 Jahren geschaffen werden. Mit dem Kindermuseum soll dauerhaft eine neue Ausstellung entstehen, ein lebendiger Kulturort, der die Wissensvermittlung und das Lernen zu einem unvergesslichen Ereignis werden lässt. Zentraler inhaltlicher Schwerpunkt ist die Erzählung der biblischen Geschichte der Arche des Noah.

Die ehemalige Blumengroßmarkthalle, in der das Kindermuseum untergebracht werden soll, befindet sich im zentralen Berliner Stadtgebiet des Bezirkes Friedrichshain- Kreuzberg. In direkter Nachbarschaft ist das international bekannte Jüdische Museum Berlin. Konkret soll das Kindermuseum innerhalb der derzeit ungenutzten Hallenteilfläche des Eric F. Ross Bau, auf rund 2775 m2 geschaffen werden.

Das Kindermuseum soll ein interaktiver Erlebnis- und Erfahrungsort werden, der Kinder einlädt, die Erzählung von der Arche des Noah aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken. Die Kinder erleben in Momentaufnahmen mit allen Sinnen die abenteuerliche Rettung aus der Sicht der Tiere. Die Geschichte beginnt mit dem Betreten der Arche des Noah und endet mit dem Verlassen des Schiffes.

Das Gestaltungskonzept ist von der semantisch stark aufgeladenen Erzählung abgeleitet. Um eine klare Entwurfssprache zu vermitteln, bezieht sich die räumliche Umsetzung auf den Aspekt der ambivalenten Gefühlswelt, welche die Rettung von Mensch und Tier mit sich bringt: die menschliche VERFEHLUNG und die unerschütterliche HOFFNUNG. In der entwickelten Raumfolge lässt sich die Ausstellungsfläche in diese zwei Bereiche gliedern.

Die Besonderheit dieses Konzeptes ist das Erleben der lebensrettenden Reise aus der Sicht der Tiere. Denn diese sind die leidtragenden Geschöpfe und somit die Verlierer der Geschichte. Bekanntermaßen löste das menschliche Fehlverhalten die Katastrophe in Form einer Sintflut aus. Ungeachtet dieser Ungerechtigkeit wird diese Bestrafung kindgerecht und mit Liebe zum Detail den jungen Betrachtern näher gebracht: Am Museumseingang erhalten die Kinder eine Tieridentität, welche sie erst beim Verlassen des Museums wieder ablegen. Während des Museumsrundganges gibt es immer wieder Anknüpfungspunkte mit dem eigenen Tiercharakter, um sich besser mit ihm zu identifizieren und den Museums- besuch immersiv zu erfahren.  Darüber hinaus fließen zusätzlich grundlegende Inhalte des jüdischen Kulturgutes ein. Wibke Bruners und Edgar Hildebrand


Die Bewertung von 72 Bachelor- und 16 Masterarbeiten erfolgte am 14. Juli 2016. Jury: Innenarchitektin Gritt Bartels, bdia Landesvorsitzende Nordrhein-Westfalen; bdia Innenarchitektin Karin Friedrich-Wellmann; bdia Innenarchitekt Manfred Felix Haverkamp sowie der Preisträger des Vorjahres Sahar Khalajhedayati, Corinna Lüddecke und Timo Schröder.

Jurybegründung: Die Arbeit stellt in besonderer Weise, von der Recherche über die Analyse bis hin zu einer möglichen Realisierung, den konsequenten Entwurfsweg da. Hier ist eine Geschichte mit großer szenografischer Kompetenz in eine sehr komplexe Raumstruktur umgesetzt worden und zum Leben erweckt. Idee, Konzeption, Umgang mit Raum und Art der Darstellung haben überzeugt.